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    Takeover: Vorurteile gegenüber AutorInnen – wahr oder falsch?

    August 24, 2018

August 24, 2018

Takeover: Vorurteile gegenüber AutorInnen – wahr oder falsch?

Wie über viele Hobbies oder Berufe existieren auch über AutorInnen Vorurteile. Manche davon sind
falsch, manche treffen vielleicht sogar zu. Um mal auf verschiedene Vorurteile einzugehen, die man
gegenüber Autoren hat, habe ich meine Follower auf Instagram um Hilfe gefragt. Sie haben mir
Vorurteile genannt, mit denen sie konfrontiert werden und einige ihrer Ideen spreche ich nun an.
Dabei gehe ich sowohl auf witzige Vorurteile ein als auch auf ernst gemeinte.

Browser Verlauf eines Serienkillers
Naja, ich muss leider zugeben… das hat was. Für Actionszenen habe ich schon die wildesten Sachen
gegoogelt. Wie man am besten in ein Haus einbricht, was für Waffen in einem Land wie teuer sind
oder Videos über Kampfsportarten. Und wenn alle Persönlichkeitstests, die ich für meine
Protagonisten durchgeführt habe, auf mich zutreffen würden, hätte ich definitiv ein Problem. Aber
das Praktische daran ist: man hat eine Ausrede. Es ist alles nur für ein Buch.

Introvertiert und sowieso nicht sozial
Nur, wenn man gerade in einer Schreibphase ist. Autoren gibt es in jeder Form und Farbe, da kann
man keine generelle Aussage darüber treffen, was man für eine Persönlichkeit dafür haben muss. Ja,
es ist kein «soziales» Hobby, aber das ist Zeichnen auch nicht.
Autoren hingegen können sich häufig gut in Leute einfühlen – schließlich ist es das, was sie tagtäglich
tun müssen: Die Gefühle ihrer Protagonisten nachempfinden.

Hobbylos
Nun ja, was sage ich dazu? Es ist ein Hobby, also ist man damit wohl nicht hobbylos.

Man verdient sowieso kein Geld damit
Auch das hat seinen wahren Punkt. Solange man nicht mit einem großen Verlag unter Vertrag steht,
hält sich der Verdienst – vor allem im Vergleich zum Aufwand – in Grenzen. Aber man verdient sich
etwas Taschengeld dazu und vielleicht hat man irgendwann Glück und landet einen tollen Vertrag.
Kleines Detail: ich mache es nicht fürs Geld. Und viele anderen Autoren auch nicht. Wir schreiben,
weil es unsere Leidenschaft ist – und zum Glück hat man dabei die Chance, auch noch Geld damit zu
verdienen!
Wenn ich zum Beispiel ein anderes Hobby, das Tanzen, anschaue, muss ich sagen: damit kann man
wirklich nur sehr schwer Geld verdienen. Um als Tänzerin aufzutreten (was ich nicht mache), muss
man zu den Besten gehören.

Man verarbeitet nur eigene Probleme
Das trifft bestimmt auf manche Autoren zu. Aber erstmals ist das Wörtchen «nur» hier fehl am Platz.
Denn mit eigenen Problemen kann man nun mal gute Konflikte erschaffen. Und sehr viele Autoren
greifen vielleicht ein eigenes Problem auf, nehmen dann aber noch fünf weitere, fremde Probleme
dazu. Überlegt euch mal, was für Problemkinder Nicholas Sparks und John Green sonst wären!

Eigentlich kann doch jeder schreiben
Ich hoffe es… Aber ein Buch zu schreiben ist nochmals eine andere Sache. Man braucht Kreativität,
viel Disziplin, Eloquenz, Zeit und Motivation. Ich denke, jeder kann ein Buch anfangen. Aber ein Buch
zu beenden, das ist nicht einfach. Und natürlich kann man da dazulernen und «trainieren», aber
letztendlich liegt es manchen Menschen besser als anderen – wie es bei vielen Fähigkeiten der Fall
ist.

Alkoholiker und kaffeesüchtig
Letzteres kann ich bestätigen. Aber ersterem widerspreche ich. Zwar kann ich nicht leugnen, dass es
durchaus alkoholsüchtige Autoren gibt, aber das muss nicht viel mit dem Schreiben an sich zu tun
haben. Einerseits weiß die Öffentlichkeit bei anderen, weniger öffentlichen Berufen nicht unbedingt
über das Trinkverhalten der Personen Bescheid. Und andererseits gibt es unter Leuten, die arbeitslos
sind, viele Alkoholiker – damit will ich nicht sagen, dass Autoren arbeitslos sind, aber manche
Autoren, die Berufsautoren sind, haben Schwierigkeiten, neue Verträge zu landen. Und greifen dann
vielleicht zur Flasche. Aber das ist wie schon erwähnt nicht nur auf Autoren bezogen.
Falls ihr jetzt denkt: aber Alkohol macht doch kreativ und lockert die Gedanken, daher sollte man
zum Plotten ein Glas Sekt trinken! Naja, nur, wenn dann der Leser auch ein Glas Sekt trinkt…

Generell würde ich bei solchen Vorurteilen immer vorsichtig umgehen. Die wenigsten mögen es, in
eine Schublade geworfen zu werden, und ständig mit den gleichen Aussagen konfrontiert zu werden,
kann verletzend sein.
Ich musste mir auch schon Kommentare anhören wie «Ah, du warst am Festival XX? Ich dachte, du
bist eher nicht der Typ dafür, weißt du, Autorin und so». Und ich fand es beleidigend, auf das
reduziert zu werden – und dabei nicht nur auf «Autorin sein», sondern auf «asoziales Stereotyp der
Autoren».
Man ist mehr als ein Hobby und Vorurteile treffen nie auf alle zu.



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Delia @DeliaMunoz. Sie schreibt gerne Fantasy oder Mischgenres.

Du hast die Ankündigung des SweekKeeper Takeovers verpasst? Schau hier vorbei, um einen Überblick über die Autoren und die Themen zu bekommen!

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