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    Takeover: Tipps zu Inspirationsquellen

    February 2, 2018

February 2, 2018

Takeover: Tipps zu Inspirationsquellen

Wenn ihr eine gute Geschichte anfangen und durchziehen wollt, braucht ihr zunächst eins: Inspirationsquellen. Auch jede spontane Idee, alles, was ihr irgendwo seht oder hört, oder jede Erfahrung, die euch helfen kann, etwas Gutes aufs Papier zu bringen, lassen sich als Inspirationsquellen sehen – in zwei Blogposts möchte ich euch etwas Persönliches über die Inspiration erzählen. Heute geht’s los mit…

Inspiration, Teil I!

Manche Autoren sagen, dass sie nach „Dienstplan“ schreiben. „Neun bis 17 Uhr: Schreiben“, steht dann bei ihnen im Kalender. Ich persönlich habe Respekt vor jedem, der das kann. Ich kann es nicht, auch wenn ich es manchmal gerne können würde, zum Beispiel, wenn eine Geschichte schnell fertigwerden soll, oder einfach nur, weil ich viel arbeite und abends noch meine freien Stunden zum Schreiben nutzen möchte. Manchmal geht dann einfach nichts – nicht unbedingt, weil keine Wörter ihren Weg aufs Papier finden würden, sondern einfach, weil die kreative Kraft dahinter fehlt.

In den letzten Monaten und Jahren habe ich aber viel über Inspirationsquellen gelernt – hier ein paar persönliche Erfahrungen, wie gute Inspirationen Geschichten bereichern. Zuerst geht es um Geschichten, die gerade erst entstehen.

Inspirationsquellen für neue Geschichten: Einen Anfang machen

Verlagsautoren kennen den Druck nur zu gut, dass ein Manuskript grade abgeliefert ist, die nächste Deadline aber schon wieder in greifbarer Nähe ist.

Aber auch, wenn man ‚einfach nur so‘ schreibt – irgendwann kommt der Moment, in dem eine Geschichte fertig ist. Vielleicht wisst ihr, dass es einen Nachfolger geben wird. Meine persönliche Erfahrung ist, dass Ideen für zweite Bände oft unheimlich umfangreich wirken. Dann schreibt man aber alles auf und ist nach 30, 40 Seiten fertig.

Mist.

Und nun?

Vielleicht fällt euch dann noch auf, dass das alles doch gar nicht so gut ist, wie ihr dachtet. Wenn man eine ganz frische Geschichte anfängt, wird das alles noch schwieriger, denn selbst wenn ihr ein Setting oder eine bestimmte Figur, vielleicht nicht einmal euren Protagonisten schon im Kopf habt, braucht ihr … na ja, eben noch den ganzen Rest.

Ganz fix möchte ich euch erzählen, wie die Idee und die Inspiration für meine Kurzgeschichte Our Life entstanden sind, die für die englische MikroFiction Runde #MicroLife angetreten ist.

Das ging ganz schnell an einer der stürmischen Herbsttage im letzten Jahr. Ich war am Sonntag auf dem Weg zur Arbeit. Erwartungsgemäß war ziemlich wenig los auf den Straßen. Leere Städte üben auf mich immer eine gewisse Faszination aus – und durch den leichten Sturm umso mehr.

Wenn ich zur Arbeit gehe, laufe ich auch an einer Tankstelle vorbei. Dort wurde zu diesem Zeitpunkt nicht ein einziges Auto betankt – aber ein Mann mit seinem Hund war dort. Die beiden sahen aus wie beste Kumpels, denn der Mann gab seinem Hund eine Belohnung und der Hund sah ihn mit ganz großen Augen an.

Soweit eine vielleicht nicht ganz ungewöhnliche Szene – aber die beiden standen genau vor einem „Vorfahrt gewähren“ Schild an der Ausfahrt der Tankstelle, während im Hintergrund der Wind Blätter, Papiere und Einiges an Müll aufwirbelte.

Durch die sonntägliche Ruhe wirkte die Szene an sich wie aus einem Film, der in der Postapokalypse spielt – plötzlich war der Mann mit seinem Hund einer der letzten Überlebenden, der sich durch die raue Umgebung schlägt, das Schild und die Tankstelle ein letztes Überbleibsel der vorherigen Gesellschaft.

Letztlich haben es der Mann und der Hund in Our Life geschafft. Auch das Schild spielt eine Rolle: Jack reagiert sehr, sehr empfindlich auf diesen Teil der alten Gesellschaft, mit der er definitiv nichts mehr zu tun haben wollte.

Eine andere meiner Geschichten, Tanz im Nebel für #MikroTanz, wurde aus einer ganz ähnlichen einfachen Situation heraus geboren: Vom Blick aus einem Hotelfenster in England.

Es war neblig, wirklich neblig. Unser Hotel in der Nähe von London war in einem Park gelegen. Als wir morgens, es war gerade noch dunkel, aufstanden, konnte man draußen eigentlich nichts erkennen.

Geradeso konnte man sehen, dass dort draußen ein Park war, und ein Weg.

Und dann bewegte sich eine dunkle Gestalt scheinbar blitzschnell durch den Nebel – ein Jogger.

Der Nebel ließ mich an diesem Tag in England nicht mehr los. Was könnte der Nebel verbergen, was nicht? Sahen verschiedene Menschen vielleicht unterschiedliche Dinge, wenn sie dort hinausblickten?

Vielleicht brauchte man nur einen Moment nicht hinzusehen, um etwas zu verpassen. Oder der Nebel steht übertragen für verschwundene Erinnerungen, und wer genau dort steht, unterscheidet sich abhängig davon, wen man fragt…

Das waren nun zwei Beispiele, wie mir Alltagsinspirationen bei neuen Geschichte wirklich weitergeholfen haben. Nicht vergessen sollte man auch: Für laufende Werke sind Inspirationsquellen mindestens genauso nützlich, damit die Idee nicht unvollendet in irgendeinem Ordner versauert. Doch dazu lest ihr bald mehr – Fortsetzung folgt!

 

Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurem SweekKeeper Manuel @Maneic. Er schreibt gerne Young Adult und verschiedene (Misch-)genres und war Finalist bei #MikroTanz.

Du hast die Ankündigung des SweekKeeper Takeovers verpasst? Schau hier vorbei, um einen Überblick über die Autoren und die Themen zu bekommen!

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