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    Takeover: Wie unsere SweekKeeper zum Schreiben kamen – Pauline

    July 13, 2018

July 13, 2018

Takeover: Wie unsere SweekKeeper zum Schreiben kamen – Pauline



Unsere SweekKeeper wollen eine neue Runde beginnen, in der sie Euch erzählen, wie sie zum Schreiben gekommen sind. Hier geht es weiter mit Pauline.


 

Wie ich zum Schreiben kam

Ehrlich gesagt gab es für mich nie direkt einen auschlaggebenden Moment, in dem ich
wusste: “Hey, ich möchte gerne schreiben und Autor werden”. Schon seit ich klein war, habe
ich mich für die Welt der Bücher, der Fantasie und Märchen interessiert. Meine Oma hat mir
zum Einschlafen viele Märchen von Hans Christian Andersen oder den Gebrüdern Grimm
vorgelesen, wobei ich damals schon davon beeindruckt war, in welche Welt mich diese
Märchen entführen konnten. Klar, damals wusste ich noch nicht genau, wie dieses
“Entführen” in eine andere Welt möglich ist, aber die Märchen haben mich einfach anders
denken lassen. Ich habe damals schon gerne davon geträumt, wie es wohl ist als
Meerjungfrau im Meer zu schwimmen, wie es ist von dem Prinzen auf dem weißen Ross
gerettet zu werden oder wie es ist als Heldin das magische Schwert gegen ein Ungeheuer zu
erheben, um die Menschheit zu retten. Da ich damals noch nicht schreiben konnte, habe ich
mir mit meinem Opa zusammen die lustigsten Versionen unserer Lieblingsmärchen
ausgedacht. Wir lagen oft bei Regenwetter unter den kuscheligen Decken auf dem Sofa und
haben uns gegenseitig von unseren eigenen Märchen erzählt.

Eines der Märchen, an das ich mich heute noch gerne mit einem Lachen auf dem Gesicht erinnere ist, das um den
betrunkenen Wolf bei Rotkäppchen. In dieser Version ist Rotkäppchen mit einem Motorroller
zu ihrer Oma durch den Wald gefahren, um mit ihr einen runden Geburtstag zu feiern. Auf
dem Weg durch den Wald bietet der böse Wolf dem kleinen Rotkäppchen an, dass er mit zu
dem Geburtstag kommt um mit der Oma zusammen zu feiern, wobei er aber nicht wirklich
mitfeiern wollte, sondern den Weinvorrat im Keller von Rotkäppchens Oma auszurauben. Am
Ende der Geschichte hat der Wolf mit der Oma auf dem Tisch getanzt und Rotkäppchen ist
mit dem Jägerssohn durchgebrannt.

Als ich dann aber selber lesen konnte, habe ich mir meine erste eigene Buchreihe gekauft:
Das magische Baumhaus von Mary Pope Osborne, in der es um die Geschwister Anne und
Phillip geht, die mithilfe eines magischen Baumhauses zurück in die Zeit, in andere Länder
oder gar ins Weltall reisen können. Diese Bücher haben mich dann irgendwann dazu
inspiriert, dass ich selber Ideen entwickelt habe. Die wurden nach und nach so präzise das
ich auf den Rändern meiner Schulblöcke kleine Kapitel geschrieben habe.

Meine allererste, richtige Geschichte habe ich allerdings erst Jahre später geschrieben, als
wir in der Schule ein Märchenprojekt hatten, in dem wir unser eigenes Märchen schreiben
sollten. Jeder von uns durfte sich eine von drei Wortgruppen aussuchen, die dem Inhalt
entsprechen sollten und dann durften wir selber losschreiben. Ich weiß noch ungefähr, dass
es bei mir die Worte Schloss, Familie, Hexe und Hochzeit waren. In diesem Märchen ging es
um die kleine Prinzessin Verena, die am Anfang der Geschichte vom heimischen Schloss
abhaut, weil ihr Vater sie aus Schutzgründen nie aus dem Schloss gelassen hat und in die
Fänger einer bösen Hexe gerät, die das gesamte Land schon in Angst und Schrecken
versetzt hat. Verena konnte aber dank einer geheimen Karte und mit Hilfe von vielen neuen
Freunden herausfinden, dass diese Hexe eigentlich ihre Mutter ist. Am Ende des Märchens
stand dann die große Vermählung von ihren Eltern an, die nie richtig heiraten konnten, weil
Verena’s Mutter verflucht war. Von dieser Geschichte habe ich später sogar eine
Fortsetzung geschrieben, die an die Narnia Filme angelehnt war. Danach habe ich eine
ganze Weile lang mit dem Schreiben aufgehört, da ich keine richtigen Ideen entwickelt hatte,
die mir gefallen haben.

Ich habe erst wieder mit dem Schreiben begonnen, nachdem ich das Fanfiction Schreiben
für mich entdeckte habe. Dank meiner großen Schwester bin ich neben den Märchen
nämlich mit den guten, alten Animes auf RTL 2 großgeworden. Meine erste Fanfiktion habe
ich über den Anime Sailor Moon geschrieben, aus der ich sogar mal angefangen habe einen
eigenen Manga zu zeichnen, den ich aber bis heute nicht beendet habe. Nach und nach
kamen zu meinen Büchern immer mehr Mangas dazu, zu denen ich immer mehr Fanfictions
geschrieben habe.

Und vor ein paar Jahren kam mir dann endlich meine erste, richtige Idee für einen eigenen
Roman, für die ich mich von der Serie “Anna – Schritt für Schritt ins neue Leben” inspirieren
lassen habe. Die Idee kam mir in der 8. Klasse und ich schreibe noch heute daran. Zuerst
habe ich mir nur den Plot aufgeschrieben und danach habe ich begonnen die Geschichte
Stück für Stück in ein Notizbuch zu schreiben. Und jetzt, 5 Jahre später, schreibe ich genau
diese Idee auf eine ganz andere Art und Weise als den ursprünglichen Text, aber mit der
gleichen Grundidee.

 

Wie sich das Schreiben verändert hat

Ich würde nicht unbedingt sagen, dass sich mein Schreiben großartig verändert hat.
Natürlich ist mein heutiger Schreibstil nicht genau der gleiche, wie er vor einigen Jahren war,
was auch daran liegt, dass man sich vielleicht als Mensch mit seinen eigenen Ideen und
Interessen weiterentwickelt. Eine direkte Veränderung ist mir jedoch im Detail aufgefallen,
denn vor ein paar Jahren war für mich nur die Handlung der Charaktere in den Texten
wichtig und nicht der Blick für das Detail. Ich wollte so schnell wie möglich die Ideen auf
Papier bringen ohne lange darüber nachdenken zu müssen. Mittlerweile habe ich durch viele
Bücher und auch durch etliche, neue Lebenserfahrungen einen besseren Blick für das Detail
in bestimmten Situationen erhalten, was auch gut ist, denn so werden die Texte für die Leser
angenehmer und lockerer. Mittlerweile kann ich mich mithilfe von diesen Details auch
genauer in meine Charaktere hineinversetzten und noch besser mit ihnen fühlen.

 

Wie und was ich jetzt schreibe

Meinen momentanen Schreibstil würde ich als sehr detailliert, emotional und umfangreich
beschreiben, denn ich kann nicht genug schreiben. Mir fällt immer wieder etwas Neues ein,
dass ich gerne anders schreiben würde und was mir besser gefällt als das, was ich zuvor
geschrieben habe, denn dass fällt mir an meinem momentanen Projekt auf. Gestern habe ich
ein Kapitel geschrieben, dass mir sehr gut gefallen hat, als ich es mir zur Korrektur
durchgelesen habe und was ich heute früh gleich wieder komplett geändert habe, da mir die
Details für den kommenden Verlauf der Geschichte gefehlt haben. Manchmal hasse ich mich
dafür und auch meine Beta Leserin, die sich letztendlich einen Weg durch die vielen
durchgestrichenen Sachen und Ideen finden muss bis sie endlich am Ende angekommen ist.

Aber es hat auch gute Seiten, denn dadurch kann ich mich noch besser hinter die Zeilen
lesen, mich besser in die Charaktere hineinversetzten und manche Sachen noch besser
umschreiben. Als ich gerade mit dem Schreiben begonnen habe, hätte ich mir auch nie
vorstellen können, dass mir meine ausgedachten Charaktere so sehr ans Herz wachsen
können, aber mittlerweile fühle ich beinahe in jedem Kapitel mit, wenn einem meiner
Charaktere etwas zustößt.

Meine Genres beim Schreiben haben sich über die Jahre auch nicht verändert.
Hauptsächlich schreibe ich Fantasy und Mystery mit einem Hauch Romance oder Young
Adult Romance im Prosa Bereich, aber ich schreibe auch liebend gerne Fanfictions rund um
meine Lieblingsbands-/animes, oder -/bücher. Das Fanfiktion Schreiben eröffnet mir
manchmal eine Tür in die Welt meiner liebsten Charaktere, die ich danach oft sogar mit
anderen Augen sehe. In einem aktuellen Projekt schreibe ich sogar mit einer Gruppe anderer
Fans an einer gemeinsamen Fanfiction zu unserer Lieblingsband, in der es um die
Entstehung der Band geht. Die Fanfiction lässt uns die Musiker sogar von einer anderen
Seite kennenlernen.

 

Was ist wichtig zum Schreiben?

Für mich ist der Spaß und die Leidenschaft am Schreiben das aller wichtigste, denn wenn
der Autor keine Lust, keinen Spaß und keine richtigen Ideen beim Schreiben hat, dann hat
auch der Leser keinen Spaß daran. Ich persönlich kann auch nur dann ganz motiviert
schreiben, wenn ich genau weiß, was ich wie schreiben will. Ansonsten sitze ich nur vor dem
blinkenden Cursor und versuche krampfhaft etwas zu schreiben, dass mir am Ende dann
doch nicht gefällt. Das ist auch der Grund warum ich manchmal zwei Wochen oder mehr für
ein neues Kapitel meiner Texte brauche, denn ich muss Spaß beim Schreiben haben, bevor
etwas passieren kann. Wenn hinter dem Text keine Leidenschaft und kein Spaß steckt,
braucht man es auch keinem Leser zum lesen geben, denn der merkt gleich an der Art und
Weise, dass der Autor nur geschrieben hat, um seinen regelmäßigen Zeitabstand
einzuhalten und das sollte eigentlich nicht das Ziel für einen Autor sein.

Natürlich weiß ich auch, dass es für die Leser nicht schön ist, wochenlang auf ein neues Kapitel zu warten,
aber mal ganz ehrlich: Es macht doch viel mehr Spaß ein Kapitel zu lesen, hinter dem ein
glücklicher Autor steckt als ein Kapitel, das nur oberflächlich und ohne Leidenschaft
geschrieben ist, oder? Und dafür wartet man doch als Leser lieber etwas länger auf etwas
Besonderes als auf etwas Kurzes, Knappes und Oberflächlicheres, nicht wahr?

Also als kleiner Tipp euch da draußen: Lasst euch lieber Zeit mit einem emotionsgeladenen
Kapitel, dass mit Leidenschaft und Spaß geschrieben ist und an dem euere Leser viel Spaß
dran haben, als an einem schnell, langweilig und wahrscheinlich oberflächlich
geschriebenen Kapitel.

 

Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Pauline Lederhausen @LeLine99. Sie schreibt gerne Fanfictions und Mischgenres und war Finalistin bei #MikroLicht.

Du hast die Ankündigung des SweekKeeper Takeovers verpasst? Schau hier vorbei, um einen Überblick über die Autoren und die Themen zu bekommen!

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