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    Takeover: Wie unsere SweekKeeper zum Schreiben kamen – Manuel

    June 22, 2018

June 22, 2018

Takeover: Wie unsere SweekKeeper zum Schreiben kamen – Manuel



Unsere SweekKeeper wollen eine neue Runde beginnen, in der sie Euch erzählen, wie sie zum Schreiben gekommen sind. Hier geht es weiter mit Manuel.


Wie ich zum Schreiben kam

Das ist eine lange Geschichte – insofern, als dass ich in jungen Jahren wirklich nicht der Typ
für Bücher war. Erst circa in der neunten oder zehnten Klasse habe ich angefangen, Bücher
zu lesen. Die Aramanth-Trilogie von William Nicholson hatte es mir dann aber so richtig
angetan, und so wurden Bücher zu einem neuen großen Hobby.
Mit dem Lesen hat es dann nicht lange gedauert, bis ich die ersten Ideen für eigene
Geschichten hatte. Eines Tages haben Jak und Ryan angefangen, mit mir zu sprechen – und
ich habe angefangen, die ersten paar Kapitel eines Buches zu schreiben. Die habe ich bis
heute, allerdings habe ich diese Geschichte nie abgeschlossen. Die beiden Hauptfiguren und
die Idee zum Inhalt haben sich aber weiterentwickelt und sind letztlich Teil meines ersten
Romans geworden, den ich 2015 veröffentlicht habe.

Wie sich das Schreiben verändert hat

Nicht so sehr – denke ich zumindest bewusst. In Wirklichkeit ändert sich aber Einiges.
Einerseits an den Geschichten selbst, was man aber erst feststellt, wenn man die alten Texte
nochmal liest. Da kommen dann einzelne Stellen, die beinahe schon peinlich sind – das liegt
einfach daran, dass man mit der Zeit immer reifer wird und die Texte ‚erwachsener‘.
Noch mehr hat sich verändert, wie ich an das Schreiben herangehe oder wie jetzt der Alltag
damit aussieht: Dass ich mehrere Bücher gleichzeitig schreibe, immer noch mindestens
eine Handvoll Dokumente auf dem Rechner, die nur einzelne Kapitel oder Ideen enthalten,
vielleicht auch nur Fragmente, die nicht mal Anfang oder Ende einer Geschichte sein
müssen.
Was sich für mich noch verändert hat, ist, dass ich meine Bücher jetzt auf Englisch schreibe.
Kurzgeschichten sind schon da und momentan arbeite ich an einem Roman, der auch auf
Englisch ist. Macht Spaß!

Wie ich jetzt schreibe

Ich bin kein großer Freund von Planen und Plotten. Meines Erachtens entstehen meine
besten Textstellen aus spontanen Inspirationen und Ideen heraus. Manchmal auf dem Weg
zur Arbeit, manchmal auch kurz vor dem Einschlafen – was dann darin endet, dass ich mein
Handy greife und hektische Texte in mein Notizprogramm hämmere, weil ich weiß, dass ich
mich am nächsten Morgen nicht mehr erinnere und höchstens noch weiß, dass da eine Idee
war, aber nicht mehr welche, was wirklich sehr frustrierend ist.
Wenn ich ca. 10.000 oder 20.000 Wörter in eine Geschichte einstiegen bin, entsteht meist
nebenher ein weiteres Dokument mit dem bisherigen Ablauf und den Figuren – damit ich
weiß, was geschehen ist, und dann bekommen die Figuren manchmal Merkmale anhand
ihres bisherigen Verhaltens. Ich lerne meine Figuren beim Schreiben kennen, nicht davor.
Mittlerweile bleibt es auch nicht aus, dass ich dieses Dokument dann vor dem Schreiben mit
weiteren Ideen und eventuell sogar dem Ende der Geschichte oder eines Stranges erweitere.
Somit habe ich also doch ein Outline für die Geschichte. Oft stelle ich aber erst nach dem
Abschließen fest, dass mein Outline doch nicht so eingetreten ist. Nicht schlimm, solange
sich keine Logikfehler einschleichen.

Was ich schreibe

Ich schreibe fast nur Texte mit jugendlichen Protagonisten und mit einer jungen Zielgruppe
im Hintergrund – also Jugendliteratur. Das ist meine Heimat als Leser und Autor. Da geht es
in erster Linie um längere Geschichten und Romane. Kurzgeschichten schreibe ich auch, die
können auch mal andere Töne anschlagen. Kurzgeschichten sind gut für die Abwechslung –
einen Roman ohne Unterbrechung von Anfang bis Ende zu schreiben ist schwer, aber es ist
noch schwieriger, zwei Romane parallel zu schreiben, denn da kommt man leicht
durcheinander oder bleibt zu oberflächlich.

Was wichtig zum Schreiben ist

Motivation und Inspiration – und dass ich ausgeschlafen oder zumindest nicht müde bin.
Ansonsten sind ein bequemer und schöner Arbeitsplatz und ein Laptop wichtig. Alles
andere ist variabel: Manchmal schreibe ich mit Musik, manchmal ohne, mal mit Kaffee oder
ohne, oder auch mit oder ohne Schokolade.
In erster Linie ist Schreiben und Schreiberfolg bei mir von der Stimmung abhängig.
Manchmal gibt es Tage, da funktioniert es nicht, da ist dann das Schwierigste, das
einzugestehen und es sein zu lassen.

Ein Tipp zum Abschluss

Man setzt sich als Autor schnell unter Druck – auch wenn man gar nicht unter Druck stehen
sollte. Ich bin selbst Experte darin. Man muss versuchen, es nicht zuzulassen. Bei mir sind
die Tage am erfolgreichsten, wenn ich aus einer Laune heraus drauflosschreibe – und nicht
die, an denen ich mir vornehme, heute 3.000 Wörter zu schreiben – zumal mehr Wörter am
Tag nicht unbedingt gut sind und selbstverständlich auch nicht die Qualität steigern, außer,
ihr habt zuvor Inspiration für eine sehr umfangreiche Szenen – oder gleich mehrere –
erfahren.
Inspiration kommt immer dann, wenn man sie nicht erwartet. Schreibt es nieder, solange es
da ist, auch wenn ihr erstmal nur Zeit für eine grobe Skizze habt!

 



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurem SweekKeeper Manuel @Maneic. Er schreibt gerne Young Adult und verschiedene (Misch-)genres und war Finalist bei #MikroTanz.

Du hast die Ankündigung des SweekKeeper Takeovers verpasst? Schau hier vorbei, um einen Überblick über die Autoren und die Themen zu bekommen.

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