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    Takeover: Körpersprache

    August 30, 2018

August 30, 2018

Takeover: Körpersprache

Wenn man schreibt, beschreibt man auch die Bewegungen der Personen. Man beschreibt ihre
Verhaltensweisen und ihre Angewohnheiten. Aber weiß man als Autor/In auch, was diese Körpersignale bedeuten?
Wir können Sachen bewusst nicht sagen, jedoch sendet unser Körper diese Gefühle trotz allem aus.

Sie stemmt die Hände in die Hüften.
Wieso stemmt sie die Hände in die Hüften?
Hier ist es ganz wichtig, darauf zu achten, wo sich die Daumen befinden. Liegen sie auf dem Rücken,
so möchte sie sich in diesem Moment behaupten. Man demonstriert Überlegenheit oder macht auf
ein Problem aufmerksam. Zeigen sie nach vorne, signalisiert diese Haltung eher Neugierde als
Autorität.

Er stellt sich breitbeinig hin.
Wieso stellt er sich breitbeinig hin?
Er möchte die Situation kontrollieren und sich selbst schützen. Wenn man bei einer Person
beobachtet, dass sie sich immer breitbeiniger hinstellt, ist das ein Zeichen dafür, dass sie immer
unzufriedener wird. Es ist ein Signal für Streit, Aggressionen und Ärger.
Viele denken, das Gesicht oder die Hände seien der ehrlichste Teil unseres Körpers. Aber das ist
falsch. Es sind unsere Füsse, die mit Abstand der vertrauenswürdigste Teil unseres Körpers sind. Ich
meine, wenn man lügt, achtet man doch als letztes darauf, was die Füße tun, oder?

Ein Beispiel:
Man begegnet einem alten Freund auf der Strasse und hält an, um sich mit ihm zu unterhalten. Man
wird an seinen Füßen merken, ob er ebenfalls an einem Gespräch interessiert ist. Wenn beide
Fußspitzen zu einem hin zeigen, möchte die Person mit einem reden. Zeigt die eine Fußspitze der
Person aber von einem weg, beispielsweise die Straße entlang, möchte sie weiter.
Oder während einer Schulstunde/Vorlesung, zeigen die meisten Füße offensichtlich Richtung Türe.
Ein Signal, das mir immer wieder an mir selbst auffällt, ist, wenn mein Bein plötzlich beginnt
auszuschlagen. Das bedeutet, dass man gerade etwas Unangenehmes oder Unerfreuliches erfahren
hat.

Immer wieder höre ich, dass wenn man das Gesicht berührt, den Blick abwendet oder die Arme
verschränkt, das bedeutet, dass man lügt. Das stimmt aber nicht ganz.

Das Gesicht berühren
Wir neigen dazu, unser Gesicht zu berühren, wenn wir unter Stress oder hoher Anspannung stehen.
In unserem Gesicht befinden sich viele Nerven. Und wenn wir diese berühren, entspannen wir uns.

Den Blick abwenden
Grundsätzlich wendet man den Blick ab, wenn man mit der Meinung seines Gegenübers nicht
übereinstimmt. Genauso, wie man sich zurücklehnt, wenn man mit einer Sache nicht einverstanden
ist, sich aber nach vorne lehnt, wenn man mehr über etwas erfahren möchte.

Die Arme verschränken
Wir haben ein limbisches Gehirn. Das ist der Teil unseres Gehirns, der uns schützt und unbewusste
nonverbale Reaktionen auslöst. Nehmen wir mal an, dass ein Ball auf uns zufliegt. Das erste, das wir
schützen, ist unser Oberkörper. Dieser Vorgang passiert automatisch, da das limbische Gehirn das für
uns übernimmt. Genauso ist es auch, wenn wir Dinge vor unseren Oberkörper nehmen. Wenn man
gerade mit einer Person spricht und die Person während des Gesprächs ein Objekt wie z.B. eine
Tasche vor ihren Oberkörper nimmt, dann ist während der Konversation ein Thema aufgetreten, was
die Person als unbehaglich empfunden hat. Genauso ist es auch mit den Armen die man vor der Brust
verschränkt. Die Arme kann man aber auch verschränken, wenn man einfach nur wartet oder
jemandem zuhört. Jedoch wird man diese Geste meistens an Orten vorfinden, die einem nicht so
bekannt sind bzw. wo man sich unwohl fühlt.

Natürlich können diese Körpersignale auf eine Lüge deuten, da sie alle in einer unbehaglichen
Situation auftreten. Jeder Mensch und jede Figur hat andere Verhaltensweisen und somit andere
Körpersignale, die in bestimmten Situationen auftreten. Jedoch gibt es einige Signale, die für alle
gelten.

Seit ich mich für dieses Thema begeistert habe, achte ich mich mehr auf die Gesten und Körpersignale
meiner Gegenüber. Ich nehme schneller wahr, wenn es anderen schlecht geht, wenn sie nicht mit mir einer
Meinung sind oder wenn sie lügen. Auch fällt es mir leichter, die Bewegungen einer Figur zu
beschreiben, wenn ich weiß, weshalb sie das jetzt tut. Aber es braucht unglaublich viel
Durchhaltevermögen, sich das anzutrainieren. Und die Zeichen auch dem Kontext entsprechend zu
deuten. Im Allgemeinen finde ich, dass wir uns mehr auf Dinge achten sollten und da sind die
Verhaltensweisen des Menschen ein guter Anfang. Außerdem hilft das bestimmt vielen Krimi-
Schreibern. Die meisten Kriminalbeamten werden heutzutage dazu ausgebildet, um nonverbale
Signale zu deuten. Vor einiger Zeit habe ich einen Polizisten während einem Undercover-Einsatz
entdeckt. Wie ich das erkennen konnte? Die typische Polizisten-Pose: Die Hände waren in die Hüften
gestemmt, die Daumen zeigten nach hinten und die Finger waren gespreizt. Da ist er wohl
aufgeflogen.



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Blerta @blerta__. Sie schreibt gerne Kurzgeschichten, Young Adult und Fantasy.

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