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    Takeover: Die Entwicklung der Charaktere deines Romans

    May 11, 2018

May 11, 2018

Takeover: Die Entwicklung der Charaktere deines Romans

In den letzten Artikeln haben wir unter anderem gelernt, wie man dem Protagonisten eine Stimme
gibt und wie man die Storyline strukturieren kann. Ihr habt nun also einen entwickelten
Handlungsstrang mit Höhen und Tiefen – aber wie sieht es mit dem Charakter selbst aus?

Denn in einer guten Geschichte geht nicht nur die Handlung voran und es verändert sich nicht nur die
Umgebung – nein, es lässt sich immer auch eine Veränderung des Charakters beobachten.

Ein Roman ist ja immer ein Ereignis, das sich im Leben des Protagonisten einbrennt – wie sollte dieser
also ohne Veränderung daraus hervorkommen? Wie also auch wir uns durch verschiedene Erlebnisse
verändern, tut dies euer Protagonist ebenfalls.

Daher solltet ihr euch am Anfang überlegen, was für einen Einfluss die Handlung auf den
Protagonisten hat.

Das kann je nachdem auch die Moral des Buches sein, falls es denn eine hat.

Dabei kann es verschiedene Veränderungen geben, die sowohl negativ als auch positiv sein können.
Durch Dinge, die der Hauptperson passiert sind, hat sie dazugelernt, ihre Haltung zu einem Thema
verändert oder mit dem Tod eines Familienmitgliedes abgeschlossen. Es gibt unendlich viele
Möglichkeiten, inwiefern sich der Protagonist weiterentwickeln kann und bestimmt habt ihr dies
auch schon automatisch in eure Geschichten eingebaut.

Häufig entwickelt sich die Protagonistin oder der Protagonist von schüchtern oder schwach zu selbstbewusst oder stark.
Natürlich ist das eine Veränderung – und auch eine, die ich nicht missen möchte – aber seien wir
ehrlich, wenn das das Einzige ist, dann ist es etwas langweilig. Die Story vom Mauerblümchen hatten
wir nun schon mal gehört. Daher würde ich euch empfehlen, dass ihr euch noch etwas Weiteres dazu
überlegt.

Gehen wir etwas auf die verschiedenen Genres ein:

Wenn ihr einen Liebesroman schreibt zum Beispiel, dann ist die Protagonistin am Ende
wahrscheinlich in einer Beziehung. In der ersten Beziehung vielleicht? Dann hat sie gelernt, wie es ist,
dem anderen (oder demselben) Geschlecht näherzukommen und ist dadurch reifer geworden. Das
wäre eine Entwicklung. Oder vielleicht habt ihr ein trauriges Ende geschrieben und die Protagonistin
erlebt den ersten Herzschmerz, verliert dadurch vielleicht an Naivität. Auch dies ist eine Entwicklung.

Wenn ihr einen Fantasyroman schreibt, betritt der Protagonist häufig eine neue Welt. Daher hat er
vielleicht endlich herausgefunden, was seine besondere Gabe ist oder wie er damit umgehen kann.
Oder er hat eine Schule entdeckt, die endlich Leute wie ihn unterrichtet. Es kann aber auch sein, dass
er sich dennoch in der Persönlichkeit weiterentwickelt hat. Auch in einem Fantasyroman kann man
reifer werden, kann eine neue Sicht auf die Welt bekommen oder den ersten Herzschmerz erleben.
Möglicherweise wurde er von seinem Onkel hintergangen, der plötzlich auf seine Kräfte aus war –
und die Veränderung wäre dann, dass er anderen Menschen schwerer vertraut.

Auch bei einem Kriminalroman gibt es zweifellos Ereignisse, die sehr einschneidend sind. Wenn eure
Hauptperson einen Mord mitansehen muss, wird sie bestimmt nicht unverändert daraus
hervorgehen. Schock oder Panik oder Ekel wird da sicherlich eine Rolle spielen. Ebenso kann euer
Protagonist auch in einem Kriminalroman persönlich wachsen. Durch das Aufdecken eines Rätsels
beziehungsweise eines Mörders kann die Person reifer werden oder mehr über die Welt lernen.
Vielleicht schließt sie dadurch auch mit dem Tod des Opfers ab oder übt endlich Rache aus. All das
ist eine Veränderung oder Entwicklung des Charakters.

Nun, so eine Entwicklung hängt natürlich stark von den Erlebnissen der Person ab, kann aber auch
von seinem Umfeld bestimmt sein. Freunde wie auch Feinde können stark beeinflussen, in welche
Richtung sich der Protagonist verändert. Und ja, auch diese Figuren können sich verändern! Die
Freunde erleben vielleicht ja dasselbe und sind auch dabei, wenn plötzlich ein Mord geschieht. Selbst
der Feind kann sich verändern – ins Positive oder ins Negative. Das dürft ihr natürlich auch mit
einbauen und schon im Voraus planen. Dennoch würde ich den Fokus auf die Hauptperson (oder die
Hauptpersonen) legen und mich nicht allzu sehr darin verlieren, für jede Nebenrolle noch eine
Charakterentwicklung auszuarbeiten.

Ihr seht, dass Entwicklungen überall zu finden sind, und das ist auch gut so. Euer Charakter ist nicht in
Stein gemeisselt und ihr steigert den Realitätsbezug enorm, wenn ihr das in eure Planung mit
einbezieht. Ebenso ist die Geschichte dadurch dynamischer und der Leser wird sich besser mit der
Hauptperson identifizieren können.

Bestimmt seid ihr heute auch nicht mehr so, wie ihr vor 5 oder auch nur einem Jahr gewesen seid!

 

Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Delia @DeliaMunoz. Sie schreibt gerne Fantasy oder Mischgenres.

Du hast die Ankündigung des SweekKeeper Takeovers verpasst? Schau hier vorbei, um einen Überblick über die Autoren und die Themen zu bekommen!

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