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    Takeover: 08/15-Vergleiche in der Literatur

    September 28, 2018

September 28, 2018

Takeover: 08/15-Vergleiche in der Literatur

Wir Autoren können nicht leugnen, dass wir von Büchern, die wir lesen, inspiriert werden.
Und ja, manchmal übernimmt man vielleicht unbewusst Dinge, die jemand anderes schon geschrieben hat.
Dennoch scheint es Sätze oder Ausdrücke zu geben, die von 50% der Autoren verwendet
werden… und die mittlerweile wirklich alt sind. Teils Ausdrücke, die man einfach schon viel
zu häufig gehört hat oder auch Beschreibungen, die einfach unrealistisch sind.

Hier möchte ich ein paar nennen und warne euch schon mal vor: nehmt es mit Humor.

Sie erstarrte zur Salzsäule.

Kleiner Exkurs: Dieser Ausdruck kommt aus der Bibel, 1. Buch Moses. Dementsprechend ist
er relativ alt, wie ihr euch denken könnt. Doch abgesehen von der Bibel bin ich persönlich
noch nie einer Salzsäule begegnet… Außer in gefühlt 1000 Büchern. Also bitte, überlegt euch
einen anderen Vergleich. Vielleicht einen aus dem 2. Buch Moses.

Sie warf ihn über die Schulter.

Ja. Bestimmt. Ein Mann wiegt im Schnitt 75kg (Frauen 65kg). Im Fitnessstudio werft ihr
vielleicht fünf Kilo Hanteln über eure Schultern, aber einen Mann? Das ist einfach sehr
unrealistisch und die wenigsten Leute würden das hinbekommen – um nicht zu sagen
niemand.

Das Auto explodierte.

Spoiler: Autos explodieren nicht so schnell. Dazu braucht es die richtige Gas-Luft Mischung
und wenn Autos bei jedem Crash explodieren würden, dann stünde die Welt längst in
Flammen. Doch das tut sie nicht, und genauso wenig explodiert ein Auto, das in ein anderes
hineinfährt. Bitte recherchiert solche Dinge, bevor ihr sie verwendet.

Ihr nasses Haar wehte im Wind.

Ich weiß ja nicht, was ihr für Superhaare habt. Aber meine nassen Haare wehen im Wind
nicht wie Arielles – nein, die kleben eher an der Kopfhaut. Nasse Haare sind meist zu schwer, um zu wehen.
Wenn ihr also einen Windeffekt wollt, dann gebt eurer Protagonistin die Zeit, sich die Haare zu trocknen.

Meine Glieder wurden so schwer wie Blei.

Erst einmal: Blei ist sehr schwer. Es ergibt also einen gewissen Sinn, dass man ausgerechnet
Blei und nicht Aluminium zum Vergleich herzieht. Aber dennoch ist dieser Vergleich einfach
schon seehr alt und wenn man es vermeiden kann… dann tut es. Irgendwann zieht der
Vergleich nicht mehr.

Sie sieht so aus, wie ich mich fühle.

Das kann durchaus lustig sein, aber mittlerweile kommt es auch schon zu häufig vor in den
Büchern. Und ihr wollt ja einzigartig sein – also benutzt auch einzigartige Vergleiche.

Er zitterte wie Espenlaub.

Wenn ihr das mal googelt, erkennt ihr, woher der Vergleich kommt. Es ist an sich kein
schlechter Vergleich, aber auch dieser ist einfach schon übervertreten – zumal die wenigsten
von euch wohl eine Espe im echten Leben erkennen würden.

Ich schaute mich im Spiegel an.

Natürlich – und hoffentlich – schaut man sich ab und zu im Spiegel an. Das ist normal, doch
meist vergleicht man dabei nicht die Augenfarbe mit der Mutter und die Haarstruktur mit
dem Großonkel zweiten Grades. Nein, man bürstet sich die Haare, putzt die Zähne oder
schaut ein letztes Mal vor dem Rausgehen, ob alles am Platz ist. Aber die Szenen, bei denen
sich die Hauptpersonen im Spiegel betrachten und sich dabei subtil selbst beschreiben, gibt
es im echten Leben kaum. Und ich finde, daher sollten sie auch in den Büchern ausgelassen
werden – oder wenigstens verändert.

Nun, es gibt bestimmt noch andere Dinge, die man immer wieder liest und nicht mehr hören
kann. Hier sind einfach ein paar Beispiele, die ich bestimmt auch schon in Anfangswerken
benutzt habe. Falls euch weitere einfallen, könnt ihr gerne die Kommentarfunktion nutzen.



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Delia @DeliaMunoz. Sie schreibt gerne Fantasy oder Mischgenres.

Du hast die Ankündigung des SweekKeeper Takeovers verpasst? Schau hier vorbei, um einen Überblick über die Autoren und die Themen zu bekommen!

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