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    SweekKeeper

April 12, 2019

Takeover: Schreibtipps für Anfänger

Jeder kennt das: Man liest seine Geschichten, die man vor einigen Jahren geschrieben hat und möchte am liebsten im Boden versinken. Man fragt sich, wie man das Geschriebene einst so gut finden konnte und wieso man keine Schreibtipps gegoogelt hat. Womöglich hat man die Texte sogar Personen mit mehr Erfahrung gezeigt und war ziemlich stolz auf sein Werk. Natürlich zählt hier auch die Selbstzufriedenheit, die man in diesem Moment empfindet, wenn man etwas beendet hat. Aber man möchte doch auch Jahre später denken können, dass es ein wirklich gelungenes Werk war, oder nicht?

Es ist zu Beginn wichtig zu erwähnen, dass es keine Regeln gibt, nach denen man eine Geschichte schreiben sollte. Jeder gestaltet seine Welt selbst und darf somit auch die Regeln darin selbst bestimmen. Es kommt nicht darauf an, wie lang das Buch ist, wie tiefsinnig oder locker es ist. Die einzige, generelle Regel sollte sein, dass man zum Schluss zufrieden mit seinem eigenen Werk ist. Um besonders Schreibanfänger in die wie erwähnt fast regellose Welt des Buchschreibens einzuführen, sind im Folgenden einige hilfreiche Tipps aufgeführt.

Der erste Satz

Ob man es glaubt oder nicht, aber der erste Satz ist ziemlich wichtig. Man eröffnet damit dem Leser die Tore zu seiner erschaffenen Welt und heißt ihn willkommen. Und dieser erste Satz sollte eindrucksvoll und kräftig sein. Beschreibt die Welt, in die ihr den Leser hineinziehen wollt. Versucht wenn möglich nicht mit altbekannten Sätzen eure Geschichte zu beginnen, wie z.B. Der nervige Ton meines Weckers reißt mich aus dem Schlaf. Diese haben wir schon zur Genüge gehört. Erschafft etwas Eigenes und Einzigartiges, das die Leser dranbleiben lässt. Steckt in eure ersten paar Absätze eure ganze Kraft und versucht, die Leser zu fesseln.

Nicht erklären, sondern erzählen!

Häufig ist man als frischer Geschichtenschreiber dazu versucht, unwissende Personen oder gar den Protagonist dazu zu benutzen, um Situationen im Buch zu erklären. Vielleicht führt man sie ziellos durch die Stadt, um die wichtigsten Orte in der Geschichte zu erklären. Oder man schleust extra schlaue Leute in den Plot ein, um wichtige wissenschaftliche Aspekte einfließen zu lassen. Man hat Angst, dass die Leser ohne das benötigte Hintergrundwissen nicht in der Lage wären, die Geschichte nachzuvollziehen. Dabei ist das in den meisten Fällen nicht nötig. In einer literarischen Geschichte sollte man schildern, erzählen und beschreiben (außer ihr schreibt ein Sachbuch – das ist eine andere Sache). Die Dinge erklären sich für die Leser meist von selbst, wenn man es fließend in der Handlung verpackt und darauf achtet, dass sich die Seiten nicht mit unnötigen Informationen füllen.

Ideen ausarbeiten

Ideen für eine Geschichte entwickeln sich meistens aus dem Alltag heraus. Man hört einen belanglosen Satz und plötzlich stellt man sich vor, wie es verlaufen wäre, wenn … Und schon steht eine Figur im Raum, mit der man eine Konversation führt. Man beginnt die Charakterzüge und das Aussehen der Person zu erforschen und mit einem Mal hat man eine Idee für eine Geschichte. Schön und gut, aber man sollte nicht zu übermütig sein und sich vor seinen Computer setzen mit diesem nicht wirklich umfangreichen Wissen einen Roman schreiben. Denn die Idee muss man zuerst ausarbeiten. Und hier stellt man sich die berühmten W-Fragen:

Wer?
Was?
Wann?
Wo?
Warum?
Wie?
Wozu?

Hat man diese Fragen abgearbeitet, hat man schon die Grundbausteine seiner Geschichte. Natürlich kann man auch auf gut Glück losschreiben, aber wenn einem dann auf der 200. Seite plötzlich einfällt, dass man einige Informationen falsch wiedergegeben hat oder man plötzlich einen zusätzlichen Einfall hat, dann kann man praktisch von vorne anfangen. Und es ist extrem anstrengend, die einzelnen Passagen zu suchen und dann abzuändern. Außerdem sollte man sich zu Beginn einen ungefähren Überblick darüber verschaffen, was wann passiert, eine ungefähre Länge im Kopf haben und die Kapitel strukturieren, die Ereignisse ungefähr ordnen. Es sollte nicht ein perfekt strukturierter Plan sein, aber man sollte eine grobe Ahnung davon haben, wie man die Geschichte angeht und wie man die Spannung aufbauen möchte.

Figuren erschaffen

Seine erschaffenen Figuren sollte man genauso gut wie sich selbst kennen. Selbst wenn etwas komplett irrelevant ist, sollte man es über seine Figur wissen. Nehmen wir an, euer Protagonist ist bei einem Freund zu Besuch, der eine schwarzhaarige Katze hat. Ihr als Autor solltet wissen, dass eure Hauptperson Katzen mit weißem Fell bevorzugt. Erwähnen müsst ihr es nicht, aber wissen. Als Übung könnt ihr eure Figuren aus ihrer gewöhnlichen Welt nehmen und in eine andere stecken. Lasst euch von euren Charakteren überraschen und lernt zugleich etwas über sie. Schreibt Briefe in ihrem Namen und lasst sie beispielsweise in einem Müllcontainer oder in einem komplett leeren Raum erwachen. Was würden eure Charaktere tun?

Immer bereit sein für eine neue Idee

Ich rate euch, immer ein Notizbuch dabei zu haben oder eine Datei auf eurem Handy anzulegen, damit ihr spontane Ideen aufschreiben könnt. Beispielsweise Ideen für vielleicht belanglose Dialoge, die ihr aber trotzdem einfließen lassen wollt. Denn die spontanen Einfälle vergisst man schnell schon nach einigen Minuten. Nicht nur schriftliche Sachen; vielleicht Skizzen von einem bestimmten Ort oder Beschreibungen einer Figur. Lasst alles einfließen. Es ist wichtig, in so einem Moment seine Gedankengänge nicht zu stoppen, sondern sie auf Wanderschaft gehen zu lassen. auch wenn ihr vielleicht gerade in einer Mathematikstunde sitzt – schreibt eure Gedanken so auf, dass ihr sie im Nachhinein auch versteht.

Eine neue Welt mit neuen Figuren und verschiedenen Eigenschaften zu erschaffen ist nicht leicht. Es erfordert eine Menge Disziplin und Motivation. Ich denke, die einfachste Regel ist, sich zu merken, dass man einfach dranbleiben muss. Auch wenn man mal absolut keine Lust hat zu schreiben, sich einfach hinzusetzen und vielleicht doch noch einige Sätze zustande zu bringen. Oder seine Geschichte auch nur zu überarbeiten. Wenn man sie überarbeitet, bekommt man vielleicht auch wieder Lust, daran weiterzuschreiben. Und wichtig ist es, seinen Grundgedanken immer im Kopf zu behalten: Wieso schreibe ich?

Nicht aufgeben und sich am Riemen reißen! Es wird sich lohnen, wenn ihr euer Werk mit einem guten Gefühl beendet!



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Blerta @blerta__. Sie schreibt gerne Kurzgeschichten, Young Adult und Fantasy.

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April 5, 2019

Takeover: Warum kontroverse Texte so wichtig sind

Schlägt man das Wort „kontrovers“ nach, so stößt man auf Umschreibungen des Wortes wie anfechtbar, angreifbar, beanstandbar, bestreitbar, bezweifelbar, kritisierbar, streitig, strittig oder umstritten.

„Lass uns drüber reden, Diskussionen sind ok“ — Die Ärzte

Wenn also von einem kontroversen Text die Rede ist, handelt es sich kurz gesagt um diskutable Texte oder jene, die sich mit „schwierigen“ Themen befassen. Hält man sich an mediale Plattformen sind bereits Bücher die sich mit Sachen wie dem Erwachsenwerden oder einem Coming Out befassen kontrovers. Auch feministische Bücher lassen sich hier finden. Problematisch hierbei ist, dass damit Themen tabuisiert und direkt als „nicht normal“ abgestempelt werden, die es eigentlich sein sollten.

Aus diesem Grund ist es auch umso wichtiger über genau diese Themen zu schreiben. Nur so kann Aufklärungsarbeit stattfinden und die Themen nach und nach normal werden. Mit unseren Texten, unseren Geschichten, können wir etwas bewegen. Menschen zum Umdenken bewegen. Ihnen zeigen, dass nicht nur der Status Quo existiert und unsere Meinung in die Welt hinausschreien. Und auch wenn wir nur einen einzigen Menschen erreichen, seine Meinung ändern oder bestätigen, so reicht das schon aus!

Natürlich besteht immer das Risiko, dass es doofe, unangebrachte und meist unqualifizierte Kommentare oder sogar schlechte Leserzahlen als Reaktion auf eure Texte gibt. Das sollte aber kein Grund sein, Themen die euch bewegen nicht zu thematisieren. Ganz im Gegenteil, denn mal ehrlich… Die Leute reden doch ohnehin! Warum sollen sie nicht über genau solche kontroverse Themen herziehen?

Schreibt worüber immer ihr schreiben wollt. Seid mutig. Die Welt verdient es eure Story zu hören! Lasst euch nicht von Kritikern unterkriegen, denn ansonsten werden die kontroversen Themen auch immer kontrovers bleiben. Nur wenn wir den Mund öffnen, können wir etwas ändern. Es gibt so vieles in unserer Welt, das schief läuft und einfach übersehen wird, weil niemand etwas sagt. Also nehmt eure Stifte in die Hand und schreibt mal was kontroverses!

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist Es wär nur deine
Schuld, wenn sie so bleibt“ — Die Ärzte

Besonders dieses Zitat aus dem Lied „Deine Schuld“ von den Ärzten sollten wir uns alle ab und an etwas mehr zu Herzen nehmen. Die Welt ist nicht perfekt, aber wir können alle unser Bestes tun, um sie zu verbessern und ein kleiner, aber wichtiger Beitrag den wir dazu leisten können, ist es, Probleme anzusprechen.

„Lass sie deine Stimme hören, weil jede Stimme zählt“ — Die Ärzte



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Eve @writtenbetweenthelines. Sie schreibt gerne Poesie und Kurzgeschichten.

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March 29, 2019

Takeover: Unterschied der Genres – Young & New Adult

Wer in letzter Zeit mal durch die Gänge einer Buchhandlung geschlendert ist, dem wird mit großer Wahrscheinlichkeit aufgefallen sein, dass immer mehr Bücher mit den Bezeichnungen Young Adult oder New Adult aus dem Boden sprießen. Inzwischen müsste eigentlich jeder diese Namen gehört haben, vielleicht verwenden einige sie selbst für ihre Manuskripte – teilweise jedoch, ohne zu wissen, worin die Unterschiede eigentlich liegen. Aber was sind das jetzt genau für Bücher, die da regelmäßig in unsere Regale einziehen?

Der Young Adult Roman

Young Adult lässt sich auch ganz einfach als junger Erwachsene übersetzen, und genau die sind es, um die sich diese Bücher drehen: Teenager, die gerade die Pubertät in vollen Zügen genießen und sich mit den üblichen Problemen herumschlagen müssen. Vielleicht gibt es ja noch jemanden, der sich an die oldschool Bezeichnung Jugendbuch erinnert, denn eigentlich ist es genau dasselbe. Deshalb werden auch Themen behandelt, die vor allem Jugendliche (wenn sie denn lesen) beschäftigen.

Probleme in der Schule oder mit den Eltern, die erste große Liebe oder die Hürden des Erwachsenwerdens – die Fülle an Themen ist breit. Natürlich muss es nicht nur ein realistischer Jugendroman sein. Young Adult kann auch in anderen Genres vertreten sein: Fantasy, Sci-Fi oder beispielsweise Dystopien. Die Themen sind oftmals die gleichen – nur in einer anderen Welt verpackt und mit anderen aufkommenden Problemen in der Handlung, die an die entsprechende Welt angepasst sind. Man denke hierbei nur an die Biss-Reihe oder Legend zurück. Aber der Entwicklungsprozess des Protagonisten ist oft der gleiche.

Meistens gehen die Protagonisten noch zur Schule, sind allerhöchstens gerade volljährig geworden und befinden sich in einem Alter, in dem sich Vieles für sie entscheidet: Wer will ich einmal sein? Wo möchte ich einmal hin? Das Problem ist, dass viele Jugendliche gar nicht wissen, was sie nach der Schule machen wollen – wie soll dann ein Protagonist, wie soll eine Geschichte da dann helfen, dieses Problem zu lösen? Gar nicht, aber es werden Wege aufgezeigt, wie man als Leser mit seinen Problemen umgehen kann. Besonders die älteren Jugendlichen, die vielleicht gerade 18 geworden sind und voll im Abitur stecken, müssen entscheiden, wie ihre Zukunft aussehen soll. Und das ist gar nicht so einfach, wenn man sich nicht sicher ist, wohin man gehört, wer man ist und worin die besonderen Fähigkeiten liegen.

Gerade deshalb stiften Young Adult Romane Identität: sie zeigen anderen Jugendlichen, dass nicht nur sie es sind, die sich mit einem Problem herumschlagen müssen, sondern, dass es anderen ganz ähnlich geht. Besonders die Gefühle werden sehr intensiv wahrgenommen. Das kennt man ja im besten Fall von sich selbst – im ersten Moment war man noch super happy und schwebte auf Wolke 7, im nächsten Moment muss man nur einmal schief angeguckt werden und schon weint man, ohne überhaupt selbst den Grund dafür zu kennen. Die Protagonisten gehen genauso durch die Hölle, wie wir es in der Pubertät tun. Ich würde sagen, besonders bei der Liebe wird sich zurückgehalten. Ich schätze, da wird besonders auf das Alter der Leser geguckt – sind es eher jüngere Teenies, oder schon ältere?

Wobei man hierbei den Begriff Teenie vielleicht weiter eingrenzen sollte. Meistens geht es um viele erste Male in der Liebe. Das erste Mal so richtig verliebt sein, der erste Kuss, die erste Beziehung… Erotische Szenen lassen sich nur sehr selten bis gar nicht wiederfinden und erst recht nicht so detailliert und ausgeschmückt. Viele sagen, dass sich daran die Young Adult von den New Adult Romanen unterscheiden. Vermutlich gibt es bei dieser Behauptung kein richtig und kein falsch – das muss jeder für sich beantworten. Was allerdings deutlich unklarer ist, ist die Verwendung des Begriffs Young Adult an sich. Leider ist es nicht ganz deutlich, festzustellen, ob sich der Begriff auf die Zielgruppe der Leser, oder auf das Genre bezieht.

Der New Adult Roman

Das ist etwas, das sich beim New Adult Roman ganz leicht klären lässt: Der New Adult Roman bezeichnet eher die  Zielgruppe. Und zu der gehören alle, die wie ich ein bisschen zu alt für die klassischen Jugendbücher sind, aber  Romane über 40-jährige Frauen in ihrer Midlife-Crisis ziemlich langweilig finden. Die Protagonisten sind Anfang bis Mitte 20 und stehen plötzlich vor all diesen ganzen Erwachsenenproblemen, mit denen man sich vorher irgendwie gar nicht so wirklich beschäftigt hat. Wahrscheinlich kennt jeder diesen Gedanken, dass man irgendwas besser macht als die Eltern, wenn man endlich ausgezogen ist. Aber, wenn man dann in seiner eigenen, ersten Wohnung steht und komplett überfordert ist, weil man nicht genau weiß auf wie viel Grad man die Wäsche waschen soll, erwischt man sich dabei, dass man es eben doch so macht wie Mama zuhause.

Ich würde jetzt mal behaupten, dass sich die Themen nur minimal von denen der Young Adult Bücher unterscheiden – nur sind sie hier deutlich krasser und ausgereifter. Plötzlich heißt es nicht mehr: oh, ich hab ja noch Zeit, bis ich mich entscheiden muss, was ich mit meinem Leben anfangen will, sondern: Ich muss mich jetzt entscheiden! Auf einmal geht es nicht mehr darum, wer man sein will, sondern darum, wer man wirklich ist. Was zu einem gehört, was einen definiert. Die Protagonisten sind um einiges autonomer, als die Teenies in den Young Adult Romanen. Während die Protas dort lernen, eine eigene Meinung zu bilden, haben die Protas in den New Adult Romanen eine eigene Meinung.

Darüber hinaus lässt sich als wesentliches Merkmal der New Adult Romane festhalten, dass die Protagonisten aufs College / die Uni gehen und studieren. Meist kommen sie zu Beginn des Buches frisch an die Uni und schlagen sich mit den ganzen Problemen wie der Selbstorganisation oder dem Zeitmanagement herum, mit denen sich die Erstsemester immer rumschlagen müssen. Vor allem aber, liegt der Fokus auf der Romantik. Neben den ganzen anderen Komplikationen, die das Erwachsenwerden so mit sich bringt, ist das vermutlich die größte Baustelle, die Anfang 20-jährige so beschäftigt. Dieses jugendliche Verknalltsein reicht dann manchmal nicht mehr aus, um mit jemandem glücklich zu sein. Deshalb können auch sexuelle Themen im Vordergrund der Geschichte stehen, ohne, dass das Buch direkt als Erotikroman abgestempelt wird. Ich denke hierbei zum Beispiel an Someone New oder Berühre mich. Nicht.

 

Solltet ihr also demnächst vor eurem Manuskript sitzen und nicht genau wissen, was euer Skript denn jetzt genau ist, dürft ihr gerne diesen groben Überblick als Checkliste benutzen um zu entscheiden, ob ihr noch Young Adult oder bereits New Adult schreibt.

Viel Spaß dabei!



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Viktoria @ViktoriaChristians. Sie schreibt gerne Young Adult und Fantasy.

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February 8, 2019

Takeover: Social Media & was es Autoren bietet

Facebook, Twitter, Instagram, Youtube und noch viele mehr. All diese verschiedenen Plattformen haben sich in unser Leben geschlichen. Hier wird gepostet, was das Zeug hält. Egal ob Fotos von einem selbst, seinem Essen, motivierende Sprüche oder Urlaubsbilder. Fast alles landet heutzutage im Netz.

Doch auch für Autorinnen und Autoren bieten die sozialen Medien verschiedene Möglichkeiten, ihren Alltag zu gestalten. Hier ein paar der Möglichkeiten:

1. Austausch

Der Austausch untereinander ist sehr wichtig. Man kann sich gegenseitig helfen, Feedback geben oder einfach gemeinsam auf Ideen kommen. Wenn es Probleme gibt, kann man sich mit Leuten austauschen, welche die gleiche Passion haben. So gibt es, falls ihr es noch nicht wusstet, auf Facebook eine Sweek Gruppe. Auch wir SweekKeeper sind in dieser und freuen uns über jeden Austausch, man hilft sich bei Fragen oder Problemen. Und so kann aus einem Austausch auch eine Freundschaft entstehen. Auf Instagram könnt ihr euch mit euren Followern austauschen, dies geht über Nachrichten, Kommentare oder auch die Stories. Seitens Sweek bekommt ihr Informationen darüber, welcher neue Wettbewerb anläuft, die Jury oder auch die Gewinner.

2. Werbung

Werbung? Ja, für was eigentlich? Na, für eure Geschichten, eure Bücher, für euch als Autorin oder Autor. Auf Facebook könnt ihr euch eine eigene Seite erstellen, eure Autorenseite. Auch wir SweekKeeper haben meist eine. Hier posten wir Neuigkeiten rund um unsere Geschichten, unsere Charaktere oder auch unseren Schreibprozess. Dabei muss es aber nicht immer das sein! Nein, Werbung bedeutet nicht gleich, nur über sich zu reden. Nein, durch Verlinkungen könnt ihr auf andere Profile verweisen, jemand, der euch begeistert und den ihr unterstützen möchtet. Auch dadurch lernt ihr wieder verschiedene Personen kennen.

3. Inspiration

Durch Austausch und Werbung kommt das zustande, was viele von uns oft suchen. Inspiration. Ihr steckt in einer Krise? Habt keine Ideen mehr, wie euer Kapitel weitergehen soll? Dann schaut einfach mal bei anderen Autoren vorbei, lest ihre Geschichten, vielleicht wächst in euch dann eine neue Idee. Ein Dialog triggert etwas in euch, was sehr hilfreich sein kann. Oder Bilder, die gepostet werden. Mir fällt zu manchen Bildern ab und zu eine Geschichte ein. Oder ich nutze diese Bilder, um sie in meine Geschichten einzubauen.

4. Ordnung

Mit Ordnung meine ich nicht, dass ihr aufräumt. Nein, ich meine damit, dass ihr auch eure Ideen ordnen könnt. Ihr könnt Collagen erstellen, um euren Charakteren Leben einzuhauchen, welche ihr wiederum mit anderen teilen könnt. Es zeigt sich also, dass Ordnung und Austausch oft in enger Verbindung stehen. Behaltet durch Social Media eure Charaktere immer im Auge, gebt ihnen ein Gesicht.

5. Ablenkung

Es sind aber nicht auch immer positive Aspekte, welche das Internet mit sich bringt. Es kann uns auch ablenken von dem, was wir eigentlich wollen. Schreiben! Natürlich muss das nicht sein, jeder Mensch ist anders, aber es kann passieren. Diese Ablenkung kann aber auch positiv sein. Wir können ab und zu eine Pause gebrauchen. Schreiben kann auch Stress bedeuten, egal in welcher Form sich der äußert. Da ist es kein Problem, einfach mal über andere Profile zu streunen und einfach nur zu genießen.

Ihr seht also, Social Media ist für Autoren hilfreich, kann aber auch zu Problemen führen. Es überwiegen aber die positiven Aspekte von Social Media. Also falls ihr es noch nicht macht, nutzt doch die sozialen Medien für den Aufbau von euch als Autor oder auch Autorin.

Ich kann euch nur empfehlen, auch die anderen Beiträge zu lesen. Über Neues werdet ihr auf den sozialen Medien immer informiert.



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Yessi @Yessi. Sie schreibt gerne Fanfictions und Fantasy.

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January 25, 2019

Takeover: Die Umgebung – eine nützliche Metapher für Gefühle

Gefühle authentisch wiederzugeben ist einer der anspruchsvollsten Bereiche des Schreibens. Wie stelle ich Trauer am besten dar, wie Freude, Liebe, Wut,…? Die meisten werden diese Gefühle kennen und wissen wie sich Freude anfühlt, wie sich Trauer anfühlt. Doch wie beschreibt man diese am besten? Wie sorgt man dafür, dass der Leser mitfühlt und mitleidet – für viele Leser eine ziemlich wichtige Sache. Und was hat das mit der Umgebung zu tun?

Es kann doch nicht so schwer sein, Gefühle zu beschreiben oder?

Das Beschreiben der Gefühle an sich mag nicht allzu schwer sein. Freude lässt sich als Gefühl der Freiheit beschreiben oder Liebe als Kribbeln im Bauch, Angst hingegen als Gefühl der Enge und der Starre, die Unfähigkeit sich zu bewegen.

Doch würdest du als Leser das Gefühl mitfühlen, wenn es so beschrieben ist? Zu leicht wird die Beschreibung voller Klischees – und wer will es dann noch lesen? Als Beispiel zum Klischee nutze ich eine Szene aus meinem aktuellen Projekt, die ich immer wieder ein bisschen verändern werde.

“Das grelle Licht blendet mich. Langsam gewöhnen sich meine Augen an das Licht und ich erkenne meine Umgebung. Unter mir nichts als kahler Stein und nur wenige Schritte vor mir der Abgrund. Dort unten ist das Meer. Ich fühle mich glücklich, so frei. Ich fühle mich, als könnte ich fliegen.”

Nun, eigentlich sollte man sich jetzt gut in die Situation hineinversetzen können oder? Aber kann man die Freude so wirklich fühlen? Bis vor kurzem habe ich selbst oft so geschrieben – doch ich hatte immer das Gefühl, dass noch etwas fehlt… aber was? Wenn ich mir die Szenen nach einiger Zeit erneut las, fiel es mir selbst schwer mich hineinzuversetzen. Aber wie bekommt man das hin?

Nutze die Umgebung

Eigentlich nutzt man die Umgebung beim Beschreiben von Emotionen fast immer. Selten beschreibt man ausschließlich die Emotionen. Je nach Perspektive ist dies natürlich immer ein bisschen unterschiedlich: gerade bei der Ich-Perspektive, die ich selbst ziemlich oft nutze, ist dies wichtig, lässt sich aber auch gut bei einer externen Perspektive nutzen. Schwieriger wird es, wenn der Erzähler die Emotionen des Charakters nicht kennt – doch auch dann kann die Umgebung dabei helfen, dass der Leser in eine gewisse Grundstimmung versetzt wird.

Die Umgebung kann die Emotionen wiederspiegeln. Dafür gibt es natürlich ein paar klassische Beispiele: der Regen, wenn der Charakter traurig ist oder Gewitter, wenn der Charakter wütend ist. So lassen sich Emotionen schon besser darstellen und die Umgebung als Metapher nutzen. Dann fällt es dem Leser viel leichter, die gesamte Situation und die Gefühle des Charakters mitzufühlen.

Man kann zwischen Umgebung und Charakter hin und her wechseln, solange es nicht zu verwirrend ist. Das Meer kann als Metapher dienen um zu zeigen, wie frei sich der Charakter fühlt, ein enger dunkler Raum als Metapher für die Angst.

Klingt dann schon besser. Wirklich abwechslungsreich ist es aber noch immer nicht. Da jeder Charakter anders denkt und seine Umgebung unterschiedlich wahrnimmt und diese Wahrnehmung sich zusätzlich im Laufe der Zeit immer wieder verändert, kann damit auch gespielt werden. Doch dazu später etwas mehr. Auch hier wieder ein Beispiel:

Das grelle Licht blendet mich. Ich schließe meine Augen und doch ist es noch immer zu hell. Das Licht scheint mich zu durchleuchten und erwärmt meinen ganzen Körper. Noch nie habe ich mich so frei und lebendig gefühlt. Langsam gewöhnen sich meine Augen an das Licht und ich erkenne meine Umgebung. Ich strecke meine Arme aus und der Wind zerrt an meiner Kleidung.

Ich blicke nach vorne. Ich bin nur wenige Schritte vom Abgrund entfernt. Dort unten nichts als das Meer. Wo bin ich? Hinter mir nichts als grauer Stein und das dunkle Loch aus dem ich gekommen bin. Unter mir nur Fels. Die Lichter sind verschwunden, doch das ist mir egal. Schließlich haben sie mich hierher geführt.  

Langsam gehe ich auf die Kante zu und blicke vorsichtig in die Tiefe. Die Wellen rauschen gegen die Felsen. Immer wieder. Ich setzte mich an den Rand und lasse die Beine in der Luft baumeln. Mein Herz beginnt im Rhythmus der Wellen zu schlagen. Das Blut pulsiert in meinen Adern, wie das Wasser unter mir. Nichts als Wasser überall. Und ich hier oben.

Das muss der perfekte Ort sein. Ich schließe die Augen und lausche dem Rauschen des Wassers. Leise pfeift der Wind seine Melodie, mein Herzschlag gibt den Takt an. Ich dirigiere das Orchester mit meinen Händen, ohne dabei die Augen zu öffnen. Die Zeit wird völlig unwichtig, nur die Harmonie der Melodie ist wichtig. Meine Gedanken singen mit. Von einer perfekten Welt. Von der Freude. Vom Fliegen. Schließlich stimmt das Prasseln des Regens in das Konzert ein. Erst leise, dann immer lauter. Langsam durchnässt der Regen all meine Kleidung, doch das ist mir egal. Die Musik ist wichtig.”

Nun lässt es sich schon besser wahrnehmen und mitfühlen. Ich habe hier zusätzlich noch ein gewisses Motiv in die Szene integriert, die Musik.

Doch wie bereits gesagt, kann sich die Wahrnehmung des Charakters verändern. Wenn dieser entspannt ist, nimmt er die Szene anders wahr, als beispielsweise auf der Flucht vor etwas. Aber auch andere Charaktere nehmen die gleiche Situation anders wahrGleichzeitig lässt sich gut mit der Welt und den Ängsten oder Vorlieben derjenigen spielen. Zum Beispiel jemand, der Gewitter oder Dunkelheit liebt. Solche, die keine Sonne mögen. So kann der Leser nebenbei den Charakter auf ganz andere Art wahrnehmen. Hier noch ein Beispiel aus der Sicht eines anderen Charakters, wie man die Szene von oben umschreiben könnte.

“Das Licht zwingt mich dazu, meine Augen zu schließen. Ich spüre die eisigen Hände des Todes, die versuchen mich über den nackten Stein in den Abgrund zu zerren, wo mich das hungrige Meer verschlingt. Gierig schlägt es bereits gegen den Felsen und erwartet mich. Der Regen lässt den Fels immer rutschiger werden, die Finger zerren immer stärker an mir. Gemeinsam pfeifen sie das Lied der Einsamkeit und des Todes. Die Sonne grinst mich hämisch an, als wolle sie sagen, dass ich keine Chance mehr habe.”

Versucht es selbst einmal. Sucht euch eine Umgebung und lasst eure Figuren die gleiche Umgebung auf völlig unterschiedliche Weise wahrnehmen. Lasst sie fröhlich, gestresst, auf der Flucht, etc. diese Umgebung wahrnehmen und schaut wie sich die gleiche Umgebung verändert.

Zusammengefasst:
  • Um Emotionen zu beschreiben, bietet es sich oft an, die Umgebung zu nutzen
  • Die Umgebung kann hierbei als Metapher für Gefühle genutzt werden
  • Unterschiedliche Charaktere nehmen die Situation unterschiedlich wahr und damit darf (und sollte) gespielt werden
  • Die Umgebung muss zur Geschichte und zur Handlung passen
  • So nimmt der Leser die Umgebung und die Emotionen anders (hoffentlich intensiver) wahr

Probiert es mal aus!

 



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurem SweekKeeper Laurus Larssen @Laurus_Larssen. Er schreibt gerne Fantasy, Kurzgeschichten und mehr. 

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January 11, 2019

Takeover: Fanfiktion – Charaktere verkuppeln, die sich nicht leiden können

„Was sich neckt, das liebt sich.“

Wer kennt diesen Spruch nicht? Und wie oft kommt es vor, dass zwei Personen, die sich
eigentlich hassen, trotzdem ein heißes Paar abgeben würden?
Ich denke, dass das jeder von uns schon mal erlebt hat. Oder etwa nicht? Sei es in der
Lieblingsserie, in einem Buch, in einem Film oder auch in Animes.
Hier ein paar Klassiker aus genau dieser Kategorie:

Hermine Granger X Draco Malfoy (Harry Potter )
Katniss Everdeen X Gale Hawthorne (Tribute von Panem)
Lorenor Zorro X Sanji (One Piece)
Clarke Griffin X Bellamy Blake (The 100)

Genau diese (und auch viele weitere) Pärchen gehören mit in die fabelhafte Welt der
Fanfiktions. Doch was ist überhaupt eine richtige „Fanfiktion“? Man liest dieses Wort überall
und verwendet es auch selbst, doch was ist das eigentlich?
Zu den Fanfiktions (kurz: FF oder Fanfik) zählen literarische Texte, die Fans zu ihrem
Lieblingsbuch, ihrer Lieblingsserie oder auch über ihren Lieblingsstar schreiben.
Beispielsweise wird eine fiktive Geschichte darüber erzählt, wie sich die Mitglieder einer
berühmten Rockband kennenlernten oder ungeduldige Leser einer Romanreihe schreiben ihr
eigenes Ende der Geschichte, noch bevor der letzte Band erschienen ist.

Somit wissen wir nun erstmal, mit welcher Art von Texten wir es zu tun haben.
Wie ihr nun genau eine gute Fanfiktion schreibt und was ihr dabei beachten müsst, erklären
wir euch in einem unserer nächsten Blogeinträge. Seid also gespannt!
Aber gehen wir erstmal weiter in unserem Thema: Verkuppeln von Charakteren, die sich in
der Vorlage nicht leiden können.
Wie stellen wir das am besten an? Liebe auf den ersten Blick? Heimliche Gefühle?
Zwangsverkupplung in Form von z.B. One Night Stands? Oder sogar Zwangsheirat? Hier ist
eurer Fantasie überhaupt keine Grenze gesetzt, denn wir befinden uns hier bei den Fanfiktions.
Ein kleines Problem bei diesen Vorschlägen und Ideen ist es nämlich, diese ‘Abneigung’ dem
anderen gegenüber zu überwinden. Es klingt im ersten Moment zwar relativ simpel, doch das
ist es leider nicht. Die Geschichte sollte, auch wenn es nur eine Fanfiktion ist,
trotzdem glaubwürdig erscheinen. Natürlich gibt es Versionen, in denen sich die Charaktere
schon nach einem Kuss, der zufällig beim Flaschendrehen passiert ist, anziehend finden. Doch
das ist doch nicht der Sinn hinter so einer Geschichte, oder? Und seien wir mal ehrlich:
Würde es zu dem Charakter Draco Malfoy passen, sich Hals über Kopf in Hermine Granger
zu verlieben, nur weil sie ihm einen hingebungsvollen Kuss gegeben hat, nachdem sie mehr
oder weniger durch das Flaschendrehen dazu gezwungen wurden? Ehrlich gesagt nicht.
Er würde sich zunächst schütteln und auch niemals vor anderen Menschen offen zugegeben,
dass er etwas für ein ‘Schlammblut’ empfindet oder sich zu ihm hingezogen fühlt.
Zum Glück gibt es jedoch Wege, solch eine Liebesgeschichte glaubwürdig aufzubauen:

Schritt 1: Was könnten eure Figuren aneinander anziehend finden?

Bei den nächsten beiden Schritten auf dem Weg zu deiner Fanfiktion gilt entweder:
„Gegensätze ziehen sich an.“ oder „Gleich und Gleich gesellt sich gern.“
Doch das Wichtigste bei unserem ersten Schritt ist, dass die beiden Charaktere ihre
gegenseitige Abneigung gegenüber dem anderen ablegen, denn ansonsten können sie sich
auch wohl kaum ineinander verlieben.
Viele Schreiberlinge machen hierbei jedoch den Fehler, dass sie nur auf das Aussehen der
jeweiligen Charaktere eingehen, doch gerade beim Verlieben geht es doch auch um die
inneren Werte. Natürlich stehen die weiblichen Charaktere sehr auf süße Grübchen, fesselnde
Augen und starke Muskeln und die männlichen Charaktere mehr auf die ordentliche Figur, die
Augen und das mädchenhafte Funkeln darin, doch was wirklich zählt, sind die inneren
Werte. Auch wenn das vielleicht nach einem typischen Klischee klingt, aber darauf sollte man
doch viel mehr achten, als auf die äußere Hülle, die vielleicht hart aussieht, aber innen
unglaublich weich ist. Also: Was hat der eine Charakter für Werte, die dem anderen gefallen
könnten? Vielleicht sogar versteckte Werte, die sonst niemand erahnen würde?
Vielleicht noch ein kleiner Tipp für diesen Schritt: Erstelle dir eine Tabelle mit den
Gemeinsamkeiten an deinen Figuren mit den Überschriften: Innere Werte von X,
Gemeinsamkeiten mit Y, Unterschiede zu Y.
Denke dabei immer daran: Gemeinsamkeiten (geteiltes Schicksal…) können Menschen
einander näherbringen, weil sie sich von dem anderen verstanden fühlen.
Unterschiede (Eigenschaften: Frohnatur verliebt sich in Griesgram) können Menschen aber auch
zueinander bringen, denn sie können einander ergänzen und neugierig machen.

Schritt 2: Warum können eure Figuren einander nicht leiden?

Es gibt verschiedene Gründe für diese Abneigung. Beispielsweise Vorurteile, wie z.B.
„Geschminkte Frauen sind oberflächlich und arrogant“ oder „Sportler und Musiker jagen
jedem Rock hinterher“. Solche Vorurteile können auch dazu führen, dass es zu sogenannten
‘Verzerrungen’ im Bild von einer anderen Person kommt und so fällt entsprechend auch nur
die negative Seite auf. Und wenn man nur dieses Negative in der Person sieht und den
Vorurteilen Glauben schenkt, kann es passieren, dass sich auch gewisse Missverständnisse
entwickeln, durch welche das Verhalten oder die Entscheidungen von jemanden
fehlinterpretiert werden kann. Das kann ziemlich schnell dazu führen, dass eine der beiden
Personen die andere schneller für etwas verdächtigt, was sie eigentlich gar nicht gemacht oder
anders gemeint hat.
Was auch immer diese ‘Verzerrungen’ beeinflusst haben mag, wichtig ist für deine Fanfiktion,
dieses Bild zu erschüttern. Was bedeutet, dass die Figur, die die Vorurteile hat,
mit der Wahrheit konfrontiert wird und erlebt, dass ihre Annahmen falsch sind.
Diese Konfrontation führt dazu, dass die Figuren in Laufe der Geschichte ihre Sichtweise ändern
oder sogar hinterfragen.
Zwei Beispiele dafür sind zum Beispiel Probleme, bei denen die eine Person ihre eigenen
Probleme an der anderen auslässt und Charaktere, die zu sehr von sich selber, ihren Ansichten
und Denkweisen eingenommen sind, dass sie andere Personen für anderen Ansichten und
Denkweisen verachten.

Schritt 3: Plant eure Geschichte!

Last but not least: Der letzte Schritt zu eurer Fanfiktion.
Wenn ihr die beiden Schritte von gerade eben befolgt habt und euch die passenden Notizen zu
den Charakteren eurer Wahl gemacht habt, kommt der wichtigste und schönste Schritt:
Das Planen der Geschichte.
Wie sollen die beiden nun aufeinandertreffen? Vielleicht eine gemeinsame Aufgabe? Ein
Mordauftrag? Eine Mission? Ein Kriminalfall oder vielleicht eine Stunde Nachsitzen? Das ist
jetzt euch überlassen, aber das wichtigste dabei ist, dass die beiden Zusammen arbeiten oder
eine gemeinsame Lösung finden, um zueinander zu finden.

Die nächste Frage ist: Wie stehen sie zueinander? Sind sie Kollegen, Klassenkameraden,
Nachbarn oder vielleicht sogar Kindheitsfreunde, die sich aus den Augen verloren haben,
nachdem sich die Familien zerstritten haben?
Fragt euch auch vor allem, wo eure Charaktere aufeinander treffen. Vielleicht haben sie
ja eine Zeitreise gemacht und sind jetzt in unserer Welt gelandet?
Eventuell erwachen sie auch als vollkommen andere Personen aus einem jahrhundertelangen Schlaf.
Es wäre doch ziemlich interessant, wenn Katniss und Gale auf einmal einen Kriminalfall lösen
müssten oder wenn Clarke und Bellamy auf einmal nicht mehr in der Zukunft sind, sondern in
einer High-School der heutigen Zeit?
Hier könnt ihr eurer Fantasie natürlich wieder freien Lauf lassen, denn wir sind hier bei eurer
ganz eignen Fanfiktion, die euch niemand anderes nehmen kann!



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Pauline Lederhausen @LeLine99. Sie schreibt gerne Fanfictions und Mischgenres und war Finalistin bei #MikroLicht.

Du hast die Ankündigung des SweekKeeper Takeovers verpasst? Schau hier vorbei, um einen Überblick über die Autoren und die Themen zu bekommen!

November 23, 2018

Takeover: Zeitspannen optimal ausnutzen

Zeit nutzen – was 10 Minuten ausmachen können.

«Das sind nur noch zehn Minuten. Egal, ich geh auf Facebook.»

Hand aufs Herz: wer kennt diesen Gedanken? (Dabei ist Facebook durch jegliche App zu ersetzen.)
Wenn wir nur noch wenige Minuten Wartezeit zu einer nächsten Verpflichtung haben, passiert es
tendenziell, dass wir die Zeit nur noch «totschlagen» statt ausnutzen.
Doch hier möchte ich aufzeigen, dass es sich lohnt, auch kleine Zeitspannen auszuschöpfen.

Ein Grossteil meines Buches «The Unseen Souls» zum Beispiel habe ich in der Strassenbahn oder im
Auto geschrieben. Die Mehrheit meiner Geschichte «Küsse im 2/4-Takt» habe ich in 15-30-
Minutenspannen geschrieben. So kann man Pausen ausnutzen, um mit kleinen Schritten an einem
Projekt vorwärtszukommen. Denn auch ein kleiner Schritt ist ein Schritt.

30 Minuten. Ihr habt noch eine halbe Stunde, bis ihr auf den Zug oder ans Boarding gehen müsst?
Finger weg von Facebook und Snapchat! In einer halben Stunde kann man den Charakter einer Figur
planen, den Handlungsstrang überarbeiten oder eine Szene verbessern. Nehmt euch mal dreißig
Minuten Zeit, konzentriert an eurer Geschichte zu arbeiten und ihr werdet merken, dass es sich
lohnt! Notiert euch am besten, wie weit ihr gekommen seid, damit ihr wisst, wie viel ihr in der Zeit
erledigen könnt.

15-20 Minuten. Auch diese Zeitspanne kann man wunderbar nutzen. Ihr könnt an eurer Geschichte
weiterschreiben oder sie verbessern, ihr könnt eure Charakterbogen ausfüllen oder durchlesen oder
endlich etwas googeln, das ihr schon lange wissen müsstet für den Verlauf der Geschichte.
Stellt euch mal vor, wie lange 20 Minuten in der Schule wirken und wie viele Französischverben man
in der Zeit konjugieren kann! Dann wird das wohl auch reichen, um ein paar deutsche Wörter zu
jonglieren.

Wenn ihr nur noch 10 Minuten habt, bis ihr aus dem Haus müsst, kann ich verstehen, dass ihr
vielleicht gestresst seid. Ihr wollt nichts Neues anfangen, sondern lieber noch die Schuhe anziehen
und die Jacke raussuchen. Aber das ist keine Ausrede.

Denn dazu hab ich euch einen Tipp: Stellt euren Handywecker auf 8 Minuten. Bis der Wecker klingelt,
schreibt ihr konzentriert weiter und schaut nicht auf die Uhr, wie lange ihr noch Zeit habt. Denn
sobald ihr daran denkt, dass die Zeit bald um ist, werdet ihr nervöser werden und weniger
konzentriert sein. Sondern vertraut der Uhr eures Weckers und nach 8 Minuten könnt ihr immer
noch zwei Minuten lang euren Lippenstift nachziehen und die Jacke raussuchen. Doch dann habt ihr
8 Minuten damit verbracht, sinnvoll an euren Projekt weiterzuarbeiten.

Glaubt mir, es lohnt sich! So nutzt ihr eure Zeit besser und seid zufriedener, weil ihr tatsächlich mit
eurer Geschichte vorankommt. Außerdem sind kleine kreative Auszeiten im Alltag immer gut, um
den Stress etwas zu vergessen.

10 Minuten sind sowieso zu wenig? Falsch!
Ich mache ein Beispiel. Ich schreibe in einer Stunde etwa 1800-2000 Wörter. Den Zahlen zuliebe
rechne ich mal mit 1800. Das macht 900 in einer halben Stunde und 300 in zehn Minuten. Eine Seite
auf Word (A4, Schriftgrösse 11) hat 500-600 Wörter auf Deutsch. Das heißt, in zehn Minuten
schreibt ihr etwa eine halbe Seite an eurem Buch. Und wenn ihr das in ein Buchformat umrechnet
oder in Normseiten schreibt, ist das schon eine ganze Seite. Und täglich eine Seite mehr macht 7
Seiten mehr pro Woche! Dafür, dass ihr 10 Minuten weniger auf Snapchat verbringt.

Auch wenn ihr die zehn Minuten nutzt, um nicht zu schreiben, sondern zu denken, kann das enorm
viel bringen. Denkt über euren Handlungsstrang nach, kreiert im Kopf nochmals das Aussehen eures
Charakters nach oder sucht Fahrgäste in der Straßenbahn, die ihnen ähneln. So macht ihr etwas
Produktives, währenddem ihr eigentlich nichts macht.

Auch diesen Text hier schreibe ich übrigens gerade in einer Zeitspanne zwischen Mittagessen und Uni.

 



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Delia @DeliaMunoz. Sie schreibt gerne Fantasy oder Mischgenres.

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November 7, 2018

Takeover: Beste “Freunde” von Autoren

Jeder hat sie, jeder liebt sie – seine Freunde. Auch Autoren haben Freunde. Und damit meine
ich nicht nur menschliche Wesen, die in jeder Lebenssituation für einen da sind, die einem
helfen, wenn das Leben manchmal verrücktspielt, die einem Charaktere zeichnen oder mit dir
die Story plotten.

Nein, dieser Beitrag beschäftigt sich mit anderen „Freunden“ von Autoren. Nämlich darum,
was ein Autor alles so brauchen kann, um mit seiner Story voranzukommen und nicht im
Chaos zu versinken. Ich führe euch mal vor, was bei mir so zu meinen besten „Freunden“ gehört.

1. Das Notizbuch

Ja, Notizbücher gehören zu meinem Repertoire. Was darin geschrieben steht? Einfach
alles, was mit der Story, den Charakteren, dem Setting zu tun hat und was ich nicht vergessen
darf. Ich habe zwei Arten von Notizbüchern: da wäre zum einen das typische
Notizbuch, in Buchform mit Papier, egal ob liniert oder kariert. Dann gibt es noch die
elektronische Variante. Das können Dokumente in Schreibprogrammen sein oder
Apps für Notizen. Eines von beiden muss definitiv immer dabei sein, falls mir im
Alltag mal eine Idee kommt, die ich nicht vergessen darf.

2. Der Stift

Stifte habe ich in vielen verschiedenen Farben. Für Notizen reicht ein normaler
Kugelschreiber, egal ob mit schwarzer oder blauer Mine. Aber wenn es dann an die
Charakterbeziehungen geht… Ja dann… Dann kommen sie heraus. Die Farben! Egal ob
Buntstift, Filzstift oder Textmarker. Es wird coloriert was das Zeug hält. Manchmal
sogar so viel, das man nicht mehr weiß, was dieses Chaos überhaupt soll.

3. Der Laptop, das Handy, der PC usw.

Für Veröffentlichungen auf Plattformen ist es hilfreich, ein Gerät mit Zugang zum
Internet zu haben. Ob PC, Laptop, Handy oder Tablet. Bei mir ist es meist mein
Laptop, auf dem ich schreibe.

4. Das Schreibprogramm

Wenn man keine Schönschrift hat oder man längere Texte schreiben will (wie zum
Beispiel diesen Beitrag), dann sollte man sich ein Schreibprogramm holen. Natürlich
befindet sich so eines auf meinem Laptop und ist mir immer hilfreich. Auch da es den
ein oder anderen Fehler in Rechtschreibung oder Grammatik findet.

Das war der erste Teil meiner “Freunde”. Nun möchte ich euch zwei Apps vorstellen, die ich in
mein Herz geschlossen habe, wenn es um das Realisieren von Charakteren geht.

5. Pinterest

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich diese App liebe. Man kann Pinterest auch im
Internet aufrufen, was hilfreich ist, wenn man gerade am Laptop ist. Pinterest lässt
mich Bilder zu unterschiedlichen Themen finden. Ich kann Pinnwände für meine
Geschichten anlegen, Ordner erstellen und diese nach Charakteren benennen. So
bekommt mein Charakter ein Bild, ich kann ihm Kleidung raussuchen, was er für
Hobbys hat und weiteres. Wenn ich will, können die Leute meine Pinnwände sehen,
wenn nicht, stelle ich es einfach auf privat. Natürlich ist es keine Pflicht, sich so Inspiration zu holen, Suchmaschinen können da auch hilfreich sein. Aber für mich bleibt Pinterest mein Favorit.

6. Canva

Canva ist ebenfalls eine App, aber auch im Internet aufrufbar. Mit ihr kann man
Grafiken erstellen. Dies nutze ich, um spezielle „Boards“ zu erstellen, damit alles
verbildlicht wird. Es soll mich daran erinnern, was meine Charaktere ausmacht. Es ist
immer hilfreich, wenn man sich so etwas vor Augen führen kann.

 

Tja und das sind meine „Freunde“ für mein Autorenleben. Sie sind wirklich hilfreich und ich
bin wirklich froh, sie zu haben. Denn ohne sie wäre das ganze Planen und Plotten ein ganz
großes Durcheinander. Ich könnte nicht einfach so eine Welt erschaffen, was eh schon
schwierig genug ist aber dafür gibt es ja hilfreiche Blogbeiträge, auch auf Sweek. Oder auch,
wie ich meine Geschichte überhaupt starten soll.

Also ganz egal, ob ihr gerne mit Papier und Stift Notizen macht oder doch zur Elektronik
greift. Bleibt eurem Stil treu und geht euren Weg.



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Yessi @Yessi. Sie schreibt gerne Fanfictions und Fantasy.

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October 26, 2018

Takeover: Das Geheimnis um den Prolog

Jeder kennt ihn, jeder liest ihn – den Prolog einer Geschichte, der Aufhänger, mit
dem die ganze Story beginnt. Warum gibt es ihn? Warum haben einige Romane
einen Prolog und andere nicht? Sind Romane mit Prologen besser als Romane ohne
Prolog? Und weshalb könnte gerade der Prolog hilfreich für die weitere Entwicklung
des Plots sein?

Prolog? Noch nie gehört.

Gerade Jungautoren glauben dem Mythos, dass jedes gute Buch einen besonders
spannenden Prolog haben muss. Den Prolog solltest du in diesem Zusammenhang
auf keinen Fall mit dem Vorwort verwechseln, in dem sich meistens der Autor oder
der Herausgeber an die Leser wendet, um etwas Wichtiges mitzuteilen. Prologe
haben eine andere Funktion – meistens soll Spannung erzeugt werden, um den
Leser zum Weiterlesen zu animieren.
Falls du dir gerade nicht sicher bist, was ein Prolog überhaupt ist, habe ich hier eine
Erklärung für dich. Ein Prolog ist ein Ereignis, das außerhalb deines eigentlichen
Plots stattfindet und das der Leser unbedingt kennen muss, bevor er in die
Geschichte eindringen kann.
Der Prolog an sich muss also nicht zwangsläufig etwas mit der Handlung zu tun
haben. Er soll dem Leser lediglich einige Informationen vermitteln, die er zum
Verstehen der Geschichte braucht.

Prolog gleich Prolog?

Wenn du mal in dein Bücherregal siehst, wirst du feststellen, dass nicht jeder Prolog
gleich ist. Genauso, wie es verschiedene Arten von Romananfängen gibt, gibt es
auch verschiedene Arten von Prologen. Oftmals wird aus einer anderen
Erzählperspektive erzählt, als der Rest der Geschichte, wobei der Name der Figur
verschwiegen wird, um noch einmal extra viel Spannung aufzubauen. Der Leser wird
sich die ganze Zeit fragen, wer denn diese mysteriöse Figur aus dem Prolog war und
wie sie mit dem Protagonisten in Verbindung steht. Ich sage nicht, dass es immer so
ist. Aber diese Art von Erzähltechnik, beziehungsweise Spannungsaufbau, kommt
sehr häufig vor. Doch was für verschiedene Arten von Einstiegen gibt es denn
überhaupt?

Natürlich gibt es den klassischen, actiongeladenen Prolog, in dem ein Unbekannter
verfolgt, gefoltert oder ermordet wird. Vielleicht stößt auch jemand auf ein Geheimnis,
ein mysteriöses Zimmer, das vorher noch niemandem aufgefallen ist, oder entziffert
eine Prophezeiung, die das Ende der Welt verkündet. Egal, was es ist, Hauptsache
dramatisch, damit der Leser das Buch nicht sofort wieder zuklappt. Diese Prologe
können sehr spannend sein, müssen sie aber nicht. Ich habe schon Bücher gelesen,
in denen jemand im Prolog ermordet wurde und ich es so langweilig fand, dass ich
ihn einfach übersprungen habe. Solltest du dich für diese Art von Prolog
entscheiden, solltest du versuchen, deine Figur etwas Außergewöhnliches tun zu
lassen, etwas, das untypisch für sie ist, um zu signalisieren, wie überaus wichtig es
ist, den Prolog zu lesen. Zwinge die Figur dazu, etwas zu tun, das ihr nicht leichtfällt.
Schreibst du zum Beispiel über ein Mädchen, das im Kinderheim aufwächst? Dann
könntest du den Prolog aus der Sicht der Mutter spielen lassen, wie sie ihr Baby vor
einer fremden Tür absetzt, weil sie es tun muss, um ihr das Leben zu retten. Dabei
kannst du schon gleich wesentliche Fragen aufwerfen. Warum rettet die Mutter ihr
damit das Leben? Wieso muss sie ihre Tochter weggeben? Was ist so besonders an ihr?

Dein Prolog kann aber auch ein Rückblick in die Vergangenheit deines Protas sein,
ein Traum, in dem er eine Seite von sich durchlebt, die er schon lange aufgegeben
hat. Diese Form kann zur Kontrastierung dienen – sie zeigt deinen Prota, wie er
früher einmal war oder was er erlebt hat und beweist, dass er jetzt nicht mehr so ist.
Auf diese Weise veranschaulichst du auch die Fallhöhe deines Protas schon direkt
am Anfang. Du zeigst, was er verlieren oder was er für Rückschritte machen könnte,
wenn er einen Fehler begeht oder sich auf das das Abenteuer einlässt.

Es gibt aber auch Prologe, die eigentlich keine Prologe sind. Manchmal steht es
dann als Überschrift oben drüber, manchmal aber auch nicht. Das sind dann
meistens Ausschnitte aus einem späteren Teil der Geschichte, die spannend und
voller Action sind, aber nicht spoilern. Sie zeigen dem Leser, was passiert und er
fragt sich, warum das passiert. Ich finde es wahnsinnig schwer, solche Prologe zu
kreieren, und auch wahnsinnig mutig, eine passende Stelle auszuwählen. Solltest du
also auf so eine Art von Prolog zurückgreifen, solltest du dir ganz sicher sein, welche
Stelle du wählen willst, die nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig von der Story
verrät.
Abschließend kannst du deine Geschichte zwischen dem Prolog und dem Epilog
einbetten. Das bedeutet, dein Prota könnte die eigentliche Geschichte im Rückblick
erzählen, während der Leser die Situation kennt, in der der Prota sie erzählt.
Zum Beispiel: dein Protagonist wird von zwei Polizeibeamten auf dem Präsidium verhört.
Das ist der Prolog, die Situation, in der sich dein Prota befindet, das ist die
Gegenwart. Dann, im nächsten Kapitel, beginnt die eigentliche Geschichte, die in der
Vergangenheit spielt. Der Prota erzählt im Rückblick, was passiert ist, warum er
gezwungen war, in einen Laden einzubrechen und warum er mit dem Mord nichts zu
tun haben kann, aber wie er dann den Mörder stellt. Abschließend, im Epilog, erfährt
der Leser dann, was aus der Figur geworden ist. Der Epilog knüpft dann also an den
Prolog an und macht es dem Leser leichter, aus der Geschichte hinauszutreten. Der
eigentliche Plot ist also zwischen dem Prolog und dem Epilog eingebettet.

Woher weiß ich, dass der Prolog passend ist?

Der Einzige, der dir die Frage beantworten kann, ob du einen Prolog einbauen
solltest oder nicht, bist du. Hast du einen Prolog verfasst, in dem etwas
Außergewöhnliches passiert, der nicht aus der Weckerszene, einer Verfolgungsjagd
oder einem Wetterbericht besteht, dann kannst du auf diese Gedanken zurückgreifen
und für dich überprüfen, ob du deinen Prolog behalten solltest oder nicht:

  1. Wirft dein Prolog bereits Fragen auf, die sich auf die Entwicklung des Plots
    beziehen?
  2. Würdest du selber nach dem Prolog weiterlesen wollen?
  3. Würde es einen Unterschied machen, wenn der Prolog weg wäre? Wenn es
    nicht weiter auffällt, solltest du ihn auf jeden Fall löschen oder nochmal
    überarbeiten.
  4. Könnte der Prolog nicht auch einfach die Überschrift Kapitel 1 tragen?

Du musst vielleicht nicht jede Frage mit einer eindeutigen Antwort beantworten
können, vielleicht hilft dir auch nur einer dieser Gedanken dabei weiter, deinen
Prolog zu schreiben oder ihn zu behalten.
Falls dir jemals jemand erzählt haben sollte, dass du einen Prolog und/oder Epilog
schreiben musst, weißt du jetzt, dass es nicht so ist! Deine Geschichte wird nicht
weniger gut sein, weil du keinen Prolog hast, genauso wie ein Prolog deinen Roman
zwangsläufig nicht besser machen wird.
Und jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim Weiterschreiben.



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Viktoria @ViktoriaChristians. Sie schreibt gerne Young Adult und Fantasy.

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October 19, 2018

Takeover: Erschaffung einer Fantasywelt

Fantasy, ein einfaches Genre, mögen sich viele denken.

Es gibt keine festen Regeln, man kann alles in der Umgebung verändern, wie es am besten passt.
Jahreszeiten verändern, die Schwerkraft abschaffen…es gibt keine Grenzen. Man ist frei und kann machen
was man will – doch halt! So einfach ist es dann doch nicht.

Fast jeder Fantasyautor spielte bestimmt schon einmal mit dem Gedanken, eine eigene Welt zu
erschaffen. Doch was zuerst so leicht erscheint, steckt voller Arbeit. Eine perfekte andere Welt zu
erschaffen, ist fast unmöglich – ich spreche aus eigener Erfahrung.
Eine Welt wie bei Harry Potter, Herr Der Ringe, Eragon, … entsteht nicht einfach so nebenbei. Es ist sehr
viel Arbeit. Viel mehr Arbeit, als es den Anschein macht.

Doch als erstes sollten wir uns die verschiedenen Arten einer Fantasywelt anschauen.

Oft wird die Fantasywelt in unsere Welt versteckt. Normale Menschen wissen nichts von dieser Welt,
denn sie ist meist nur durch ein geheimes magisches Portal zu finden. Nun stolpert unser Protagonist »zufällig«
über dieses Portal und findet sich plötzlich in dieser magischen Welt wieder. Womöglich muss er nun
diese Welt voller Feen und Einhörner vor dem Untergang retten. Recht einfach und typisch. Der Vorteil
ist nun, dass der Protagonist die Welt mit dem Leser zusammen entdeckt.

Auch bei Harry Potter findet sich ein ähnliches Prinzip, nur dass hier beide Welten zusammenleben. Die
normalen Menschen/ Muggel wissen nichts von den Zauberern. Hier sind beide Welten integriert und nicht durch ein Portal getrennt, ansonsten sind beide Versionen doch recht ähnlich.

Schwieriger wird es, wenn beide Welten voneinander wissen oder wenn euer Protagonist diese Welt
bereits kennt. Er kann sie nicht mehr entdecken, es ist alles normal. Eine der schwierigsten Versionen.

Und nun zum eigentlichen Thema: Wie erschaffe ich eine magische Welt?

Nun, wenn ihr eurer Welt in die normale Welt integriert, müsst ihr bestimmte Gesetze trotzdem beachten.
Schließlich müsst ihr dafür sorgen, dass die normalen Menschen von alledem nicht viel mitbekommen.
Die Schwerkraft abzuschaffen, wäre zum Beispiel ziemlich schwierig.

Wenn ihr dagegen eine neue Welt erschafft, habt ihr viele Freiräume. Nutzt sie auch.
Oft sind die Fantasywelten unserer Welt recht ähnlich. Nur der Name und die Bewohner ändern sich.
Es gibt online viele Programme, um Karten von Welten zu erschaffen, oder ihr zeichnet diese. Lasst
eurer Fantasie freien Lauf und baut magische Orte ein. Ihr könnt euch sogar an manchen Orten auf der
Erde orientieren. Heiße Quellen oder gar Regen aus Metall erschaffen.

Ihr könnt sogar noch weiter gehen. Warum gibt es so selten zwei Sonnen. Ich habe zum Beispiel zwei
Sonnen erschaffen. Eine starr am Himmel, die andere bewegt sich um die Erde. Die erste Sonne steht über
dem einen Dorf und erhellt das Dorf dauerhaft, ohne jedoch Wärme zu spenden. So wird es in der Nacht
extrem kalt, hier jedoch nicht dunkel. Die zweite Sonne verhält sich ähnlich wie unsere Sonne. Sie rotiert
um die Erde. Jedoch ist meine Welt eine Scheibe. Das macht es komplizierter und würde zu Problemen
führen, also könnte ich die Sonne im Halbkreis über die Erde führen und zurück. Oder sie bewegt sich
unter der Erde hinweg.

Aber wenn die Sonne nun über die Erde und zurück führen würde, beeinflusst dies den Tag/ Nacht
Rhythmus. Es hätte vielleicht Einfluss auf die jeweiligen Pflanzen, am Rand ist es länger hell und dunkel,
in der Mitte gibt es hingegen zwei Tag- und Nachtphasen (die jedoch in dem einen Dorf auch in der
Nacht hell sind, also dort eher Warm- und Kaltphasen). Wie ihr seht, ist man immer wieder dabei neue
Details zu entdecken. Doch die Welt wird niemals perfekt sein, es wird immer vieles geben, über das
man sich noch keine Gedanken gemacht hat. Obwohl ich schon recht lange an diesem Projekt sitze, gibt
es immer wieder was Neues. Deshalb muss man irgendwann trotzdem anfangen und seine Welt beim
Schreiben vervollständigen. Notfalls müsst ihr das bei der Überarbeitung verändern, doch sonst kommt
man niemals zum Schreiben. Dann lieber die Lücken mit spontanen Ideen füllen.

Wie ich nun mein »Problem« löse, weiß ich selbst noch nicht. Das wird sich noch entscheiden, manche
Details vielleicht sogar erst während des Schreibens. Doch gerade solche Details machen eure Welt besonders und unvergesslich.

Doch jede Veränderungen verursacht weitere Veränderungen. Je mehr ihr verändert, desto mehr müsst ihr
anpassen. Wenn ihr die Jahreszeiten verändert, müsst ihr wahrscheinlich auch den Lauf der Sonne anpassen – oder
es vernünftig erklären können.

Wichtig ist, dass alles in die Logik eurer Welt passt und es sich begründen lässt. Vielen Lesern fällt es
auf, wenn ihr zum Beispiel keine Schwerkraft habt und trotzdem alles am Boden bleibt. Ohne
Schwerkraft würden nicht nur Menschen fliegen, auch die ganze Atmosphäre würde verschwinden, kein
Wasser wäre mehr auf der Erde…

Eine Fantasywelt zu erschaffen erfordert reichlich Arbeit, wenn ihr keine Standartwelten nutzen wollt. Es
muss nicht unseren Gesetzen folgen, doch seinen eigenen Gesetzten.
Manches lässt sich erklären, doch nicht immer alles. Zumindest im Bereich High-Fantasy, wenn ihr eure
komplett eigene Welt erschafft, solltet ihr diese Welt planen und euch einen Überblick verschaffen und
eure Welt logisch aufbauen. Denn Leser haben die Angewohnheit unlogische Stellen zu finden.
Doch wenn ihr diese Hürde gemeistert habt, könnt ihr die Leser in eine unglaubliche Welt voller Magie
entführen und fesseln. Wenn ihr es gut macht, sogar noch viel mehr als mit »normalen« Welten.
Bleibt voller Magie. Vielleicht trifft man sich in der ein oder anderen magischen Welt, die durch eure
Geschichte lebendig geworden ist.

 



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurem SweekKeeper Laurus Larssen @Laurus_Larssen. Er schreibt gerne Fantasy, Kurzgeschichten und mehr. 

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October 12, 2018

Takeover: Der Anfang deines Romans

Mit einem lauten Piepen riss der Wecker Mia aus ihrem Schlaf. Murrend tastete sie
nach der Schlummertaste und legte sich das Kissen über ihr Gesicht, weil ihr das
Sonnenlicht, das unter ihren Vorhängen hindurchschien, in den Augen wehtat. Ihr
Bett stand gegenüber dem Fenster in einer kleinen Nische, an der Wand spannte
eine Lichterkette, die ihre Mom unbedingt hatte anbringen wollen. »Das ist doch
genau das, was Mädchen in deinem Alter toll finden, nicht, Süße?«, hatte sie gesagt
und Mia hatte es zähneknirschend hingenommen. So war sie eben, weil sie es nicht
mochte, wenn sie den enttäuschten Gesichtsausdruck ihrer Mutter sah. Plötzlich fing
der Wecker wieder an zu klingeln. Waren die fünf Minuten wirklich schon rum…?

Jetzt mal ehrlich. Würdest du ein Buch, das so anfängt, weiter lesen wollen?
Vermutlich hätte ich der Geschichte noch bis Kapitel zwei eine Chance gegeben –
aber es dann zur Seite gelegt. Warum? Weil schon der Anfang des Romans nicht
fesselnd ist. Und wenn der Anfang schon kein richtiger Eye-Catcher ist, muss der
Plot umso beeindruckender und mitreißender sein.

Was kann ich denn beim Anfang falsch machen?

Für gewöhnlich gibt es zwei Arten von Jungautoren, wenn sie gerade ihre erste
Geschichte schreiben, ohne vorher jemals einen Schreibratgeber gelesen oder sich
über Schreibtechniken informiert zu haben.
Es gibt die, die ihre Figuren mit der klassischen Wecker-Szene aufstehen lassen.
Dann drücken die Protas (wie in dem obigen Beispiel) auf die Schlummer-Taste,
legen sich murrend zurück in die Kissen und springen dann alarmiert aus dem Bett,
weil sie sonst den Bus verpassen. Im Bus erfolgt dann meistens eine klassische Ich-
bin-Vorstellung, gefolgt von der Entlarvung als Schulfreak, die in etwa so abläuft:

Wenn du dich jetzt fragst wer ich bin, mein Name ist Mia Meyer, ich bin 16 Jahre alt
und habe blonde, etwa schulterlange Haare. Meistens trage ich Kontaktlinsen, aber
heute trage ich meine Brille, weil ich keine Zeit mehr hatte, deshalb starren mich alle
auch so an. Vielleicht starren sie aber auch, weil ich der Freak der Schule bin.

Dann gibt es noch die, die notgedrungen Spannung erzeugen wollen. Ich nenne
diese Szenen immer liebevoll die Catch me, if you can – Szenen. Meistens wird vor
dem eigentlichen Anfang der Geschichte (der dann meistens die Wecker-Szene ist),
ein Prolog geheftet, in dem jemand verfolgt wird. Das ist doch spannend! – Ähm nee,
ist es leider nicht, weil man das schon überall irgendwo gelesen hat. In besonders
schlimmen Fällen kommt dann auch noch ein typischer Wetterbericht dazu:

Über den Wipfeln der Tannen lag ein nebeliger Dunst, durch den sich das Mondlicht
brach und den taufeuchten Farn erhellte, der den matschigen Pfad säumte. Ein kalter
Wind wehte, der sich mit dem Rascheln der Blätter vermischte. Unter das Rascheln
mischte sich das Getrappel eiliger Schritte. In dem silbrigen Mondschein löste sich
ein Schatten aus dem Schutz der Bäume, seine Stiefel versanken in dem Matsch des
Weges, sodass das Schmatzen der Schuhe den Schatten verriet.
»Da läuft er!«, hörte er die wütenden Rufe der Ritter hinter sich. Er konnte spüren,
wie der Boden unter den Hufen der Pferde bebte und wie die Ritter mit ihren Pfeilen
auf ihn zielten…

Dies ist vielleicht ein klassischer Anfang eines Fantasy-Romans und so spannend
der Prolog in diesem Falle anfangs vielleicht auch klingt, so erfüllt er jegliche
Klischees, die Fantasy-Romanen nachgesagt werden. Dabei geht es hier nicht um
die Verfolgungsjagd an sich (an einer anderen Stelle des Romans oder als
Vorhersehung am Anfang mag das eine sehr gut gewählte Szene sein!), sondern um
die Tatsache, dass dieser Romanafang inzwischen ziemlich ausgelutscht ist.
Genauso wie die Wecker-Szene. Wenn du deine Leser schon auf der ersten Seite
fesseln willst, dann solltest du auf jeden Fall die Finger von diesen Anfängen lassen.
Allerdings geht es nicht nur um den ersten Satz oder die erste Seite. Es geht auch
um den Verlauf der Szene. Bombardiere deine Leser nicht sofort mit einem Schwall
an Informationen (auch Infodump genannt), sondern baue sie geschickt mit ein.
Wenn du schon auf Seite drei die kompletten Familienverhältnisse aufgezählt hast,
kannst du von Glück reden, wenn jemand noch bis Seite fünf weiter liest. Diese
Details merkt sich niemand, vielleicht muss man die Szene auch ein zweites Mal
lesen, um sie zu verstehen, und das halten die Wenigsten durch. Dabei gibt es
tatsächlich Autoren, die diesen Stil konsequent durchziehen. Einigen mag das ganz
gut gelingen, die Infos so geschickt zu verpacken, dass man trotzdem weiterlesen
will, aber das können nur die Wenigsten. Baue am besten erst einmal eine Handlung
aus – und fange dann mit den Erklärungen an.

Wie schreibe ich dann einen guten Anfang?

Vielleicht sehen manche den Anfang eines Romans wie die Einleitung bei der Fach-
oder Bachelorarbeit und sind davon überzeugt, den Anfang erst am Schluss zu
schreiben. Für mich bedeutet der Anfang immer, dass ich auch die Figuren besser
kennenlerne und sehe, wie sie sich verhalten.
Die Leser wissen nicht, wie die Figuren wirklich sind und es wäre schade, schon am
Anfang der Geschichte ihre ganze Tiefe und all ihre Geheimnisse zu verraten. Zeige
deshalb nur einen kleinen Teil von den Figuren und fächere ihre verschiedenen
Facetten im Laufe der Geschichte immer weiter auf. Am besten schaffst du deshalb
eine Atmosphäre, die für deine Figur ungewöhnlich ist. Also fällt die Wecker-Szene
aus Prinzip schon einmal weg, schließlich steht jeder Mensch morgens auf – anders
wäre es, wenn es ein gaaaanz besonderer Tag (z.B. ein Umzug, der Morgen der
Hochzeit, etc.) wäre, vielleicht könnte man dann ausnahmsweise über die Wecker-
Szene hinwegsehen. Aber nur vielleicht.
Überlege dir etwas, das den normalen Tag deines Protas stört. Ist es eine seltsame
Begegnung auf der Straße? Fliegt deinem Prota womöglich eine Zeitung ins
Gesicht? Vielleicht ist deine Figur ja auch auf dem Weg, um Außerirdische von einer
Raumstation abzuholen. Was wäre, wenn deine Figur in einen Hinterhalt gerät und
direkt in ein Abenteuer geschleudert wird? Auf einmal findet sich dein Prota auf
einem Schiff der Rebellen wieder und wenn deine Figur überleben will, dann muss
sie handeln. Entschließt sie sich dazu, die Rebellen zu unterstützen oder wählt sie
den Tod? Und warum könnte gerade dein Prota noch nützlich für die Rebellen sein?
Vielleicht könnte der Anfang deiner Geschichte dann ja so aussehen:

Der Boden vibrierte unter ihren Füßen, als das Raumschiff dem Asphalt des
Landeplatzes immer näher kam. Durch Mias Adern rannte ein warmes Prasseln, das
ihre Hände mit einem dünnen Schweißfilm überzog. Sie sprang von einem Bein auf
das andere, während sie immer wieder auf ihre Armbanduhr starrte, die ihr Dad ihr
zum letzten Geburtstag geschenkt hatte. Bei dem Gedanken an ihn zog sich ihr Herz
schmerzend zusammen, aber die Aufregung vertrieb die kurzen Sekunden des
Kummers und ließ sie von einer Seite des sterilen Wartebereichs zur anderen
blicken.
»Jetzt mach dich mal locker«, hörte sie die Stimme ihres besten Freundes Nick zu
sich durchdringen, die sich mit dem Stimmengewirr der anderen Wartenden
vermischte. »Wenn der Brink dich so sehen könnte… und das um diese Uhrzeit!«
Bei der Anspielung auf ihren Chemielehrer verzog sie die Lippen nach unten.
»Ja, gut, dass der nicht hier ist. Man holt ja auch nicht jeden Tag eine außerirdische
Lebensform von der Raumstation ab, oder?«
Nick warf ihr nur einen amüsierten Blick zu und widmete sich dann wieder seinem
Sudoku, während Mias Bein unruhig auf und ab wippte. Durch ein kleines Fenster
konnte sie auf den Landeplatz sehen, der von den großen Scheinwerfern erleuchtet
und in blendend weißes Licht getaucht wurde. Wann kamen sie denn endlich?
Würden sie tatsächlich genauso aussehen wie Menschen? Oder besaßen sie
schlussendlich drei anstatt zwei Augen?
Endlich öffnete sich die Rampe des Raumschiffes, das zum Vergleich der normalen
Flugschiffe um einiges größer war.
»Da! Es ist so weit!« Aufgeregt zog sie an Nicks Strickjackenärmel. »Sie kommen,
sie kommen!«
Seufzend ließ Nick sein Sudoku-Heft auf den Stuhl neben sich fallen und richtete
seine Aufmerksamkeit auf die automatisch aufgehende Tür in Richtung des
Landeplatzes. Eine einzige Silhouette trat auf sie zu, groß und kastenförmig wie ein
Schrank. Das war bestimmt einer der Beauftragten, der die kleine Gruppe von
Flüchtlingen betreute und sie nun über den Stand der Dinge informieren wollte.
Aber als die Tür aufschwang, heftete sich Mias Blick auf keinen Tauben-ähnlichen
Orden, an dem jeder die Friedensbeauftragten erkennen konnte. Er heftete sich auf
die Waffe, die der Mann auf ein kleines Mädchen richtete, das am Boden mit seiner
Puppe spielte…

Wenn du also den Anfang deines Romans schreibst, zeige deinen Lesern nur einen
kleinen Teil deiner Figuren. Ihre ganze Lebensgeschichte und detaillierte
Vorstellungen zu beschreiben, wäre langweilig und erzeugt keine Spannung.
Versuche schon am Anfang, Spannung zu erzeugen, indem du schnell deine Figuren
aus ihrer Komfortzone lockst. Lass sie scheitern, mache ihnen Angst oder lass sie

den vielleicht schönsten Moment ihres Lebens genießen. Die Leser kennen die
Geschichte nicht, sie wissen nicht, wie sich der Plot entwickelt und zu den Figuren
sind sie anfangs eher distanziert. Du, als Autor, solltest deshalb alles daran setzen,
um deine Leser zu catchen, und das geht am besten mit Spannung.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren.



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Viktoria @ViktoriaChristians. Sie schreibt gerne Young Adult und Fantasy.

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October 5, 2018

Takeover: Wie erschaffe ich einen Charakter, den alle hassen?

Jeder von uns kennt Sie. Jeder hasst Sie – Oder auch nicht. Wir alle haben diesen einen von Ihnen,
den wir (natürlich nur im übertragenen Sinne) am liebsten selbst umbringen würden, wegen dem
wir manchmal die ein oder andere Buchseite herausreißen möchten oder wegen dem wir sogar selbst
rasend vor Wut werden, alleine wenn nur der Name genannt wird.

Die Sprache ist von den Charakteren, die wir alle hassen – beispielsweise die uns allen bekannten
Antagonisten. Sie stehen auf der Gegenseite und machen unseren Protagonisten das Leben schwer. Sie
tauchen immer dann auf, wenn niemand damit rechnet oder (vor allem meistens dann), wenn der
Moment gerade ziemlich…unpassend ist.

Doch, wie erschafft man als Autor genau so einen Charakter, bei dem sich die Haare unserer Leser
sträuben? Wofür braucht man überhaupt so einen „Hass-Charakter“? Was könnten typische
Charaktereigenschaften sein?

Genau diesen Fragen stellen wir uns im heutigen Blogpost!

Wofür brauche ich diesen einen Charakter, denn alle hassen?

Das ist ganz einfach zu beantworten: Zum einen brauchen wir einen von ihnen für die Spannung im Plot
und zum anderen natürlich auch dafür, dass Gegensätze bzw. Kontraste hergestellt werden können.
Nehmen wir an, der Grundsatz unserer Geschichte ist Liebe. Dann brauchen wir selbstverständlich
den Gegensatz bzw. den Kontrast. Und dieser ist Hass, denn sonst wirkt euer Buch bzw. eure
Geschichte schnell öde oder langweilig.
Wie langweilig wäre ein Buch, wenn es nicht einen Charakter gäbe, der immer irgendwie für Streit
sorgt, der unserem Protagonisten eine Falle nach der anderen stellt und seine (eigentlich) guten Pläne
durchkreuzt?
Seien wir mal ganz ehrlich: Was wäre ein Harry Potter ohne seinen Gegenspieler Draco Malfoy?
Oder ein Dornröschen ohne die böse Maleficent?
Zudem ist es meiner Meinung nach auch sehr wichtig, dass die Leser eines Buches mitfiebern können.
Oder sogar mental mit dem Protagonisten gegen etwas ankämpfen können, denn ohne das wirkt ein
Buch sehr schnell öde.

Wie schaffe ich es, dass die Leser diesen Charakter hassen?

Diese Frage lässt sich nicht ganz so einfach beantworten, wie die erste Frage. Schließlich wird es
immer wieder Leser geben, die genau diesen „Hass-Charakter“ mögen. Warum? Keine Ahnung.
Vielleicht aus dem einfachen Grund, dass alle anderen ihn hassen? Oder weil diese Menschen
vielleicht sogar selbst hasserfüllt sind?
Also überlegen wir, wie wir es schaffen können, dass möglichst ALLE Leser diesen Charakter nicht
ausstehen können. Dafür müssen wir vielleicht auf den Grundstein eines jeden Charakters
zurückgehen: Die Eigenschaften.
Fakt ist, dass wir für den ultimativen „Hass-Charakter“ die Charaktereigenschaften brauchen, die
niemand ausstehen kann, zum Beispiel Lügen, Hinterhältigkeit oder Arroganz. Hierfür habe ich mal
eine kleine Liste zusammengestellt, aus der man einige dieser Eigenschaften sammeln kann. Diese
Eigenschaften sind nur ein kleiner Inspirationskick. Letztendlich müsst ihr einen Charakter für EURE
Story entwickeln. Vielleicht habt ihr ja sogar noch „schlimmere“ Ideen?

1. Er/Sie lügt und betrügt jeden, den er/sie liebt, seien es Freunde, Familie oder Bekannte.
Seien wir doch mal ehrlich: Wer wird gerne belogen oder betrogen? Der Charakter mit dieser
Eigenschaft ist ein richtiger Lügner, wie er im Buche steht. Er kann sich die tragischsten
Geschichten über die anderen Charaktere oder sich selbst ausdenken, sie gut und vor allem
glaubhaft verkaufen, um die anderen gekonnt gegeneinander auszuspielen oder um selbst
davon zu profitieren.
Neben diesen Lügengeschichten betrügt er höchstwahrscheinlich auch noch seine Freundin
mit dem wunderschönen Mädchen von nebenan.

2. Er/Sie zeigt grundsätzlich nur negative Gefühle.
Der Charakter ist selbst voller Hass, Abneigung und Gleichgültigkeit, dass kein Platz für
Mitleid oder gar Liebe bleibt. Er ist die Abgebrühtheit in Person. Er zeigt keine Schwächen
und lacht nie über Witze. Es sei denn, es sind sehr böse Witze oder seine eigenen.

3. Er/Sie macht andere für seine/ihre Verbrechen verantwortlich und übernimmt keine Verantwortung
Er hat nur ein Motto: „Die anderen sind schuld. Nicht ich.“ Ganz klassisch verschwindet er
immer, sobald es brenzlig wird oder wenn der Plan schiefläuft. Im schlimmsten Fall lässt er
sogar seine Komplizen allein zurück und flieht ganz weit weg.

4. Er/Sie durchläuft keine positive Entwicklung
Das einzige, was dieser Charakter kann, ist noch böser und fieser werden. Es sei denn, ihr
wollt den Hass gegen Ende auflösen, dann dürft ihr das natürlich gerne tun.

5. Der Protagonist empfindet keine Empathie mit der zu hassenden Person
Die Person, mit der sich der Leser in der Geschichte identifiziert, sollte definitiv eine gewisse
Abneigung gegen den anderen Charakter haben oder im Laufe der Geschichte entwickeln.
Vielleicht entwickelt sich sogar der einst beste Freund zu dem „Hass-Charakter“ schlechthin?
Denn die Gefühle des Lesers werden meistens durch die Gefühle dieser Person beeinflusst.

Als kleines Fazit können wir also sagen: Macht euren Charakter so fies wie möglich! Versucht
einen richtig grauenhaften Charakter zu erstellen, dessen bloße Anwesenheit euren Lesern
schon die Haare sträubt. Vielleicht ist dieser „Hass-Charakter“ ja auch gar nicht euer
Antagonist, sondern der Protagonist? Vielleicht ist ja euer Protagonist der schlimmste Lügner,
Heuchler und Egoist, den man sich vorstellen kann.
Lasst eurer Kreativität freien Lauf und wir freuen uns auf viele, hinterlistige „Hass-
Charaktere“!



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Pauline Lederhausen @LeLine99. Sie schreibt gerne Fanfictions und Mischgenres und war Finalistin bei #MikroLicht.

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September 28, 2018

Takeover: 08/15-Vergleiche in der Literatur

Wir Autoren können nicht leugnen, dass wir von Büchern, die wir lesen, inspiriert werden.
Und ja, manchmal übernimmt man vielleicht unbewusst Dinge, die jemand anderes schon geschrieben hat.
Dennoch scheint es Sätze oder Ausdrücke zu geben, die von 50% der Autoren verwendet
werden… und die mittlerweile wirklich alt sind. Teils Ausdrücke, die man einfach schon viel
zu häufig gehört hat oder auch Beschreibungen, die einfach unrealistisch sind.

Hier möchte ich ein paar nennen und warne euch schon mal vor: nehmt es mit Humor.

Sie erstarrte zur Salzsäule.

Kleiner Exkurs: Dieser Ausdruck kommt aus der Bibel, 1. Buch Moses. Dementsprechend ist
er relativ alt, wie ihr euch denken könnt. Doch abgesehen von der Bibel bin ich persönlich
noch nie einer Salzsäule begegnet… Außer in gefühlt 1000 Büchern. Also bitte, überlegt euch
einen anderen Vergleich. Vielleicht einen aus dem 2. Buch Moses.

Sie warf ihn über die Schulter.

Ja. Bestimmt. Ein Mann wiegt im Schnitt 75kg (Frauen 65kg). Im Fitnessstudio werft ihr
vielleicht fünf Kilo Hanteln über eure Schultern, aber einen Mann? Das ist einfach sehr
unrealistisch und die wenigsten Leute würden das hinbekommen – um nicht zu sagen
niemand.

Das Auto explodierte.

Spoiler: Autos explodieren nicht so schnell. Dazu braucht es die richtige Gas-Luft Mischung
und wenn Autos bei jedem Crash explodieren würden, dann stünde die Welt längst in
Flammen. Doch das tut sie nicht, und genauso wenig explodiert ein Auto, das in ein anderes
hineinfährt. Bitte recherchiert solche Dinge, bevor ihr sie verwendet.

Ihr nasses Haar wehte im Wind.

Ich weiß ja nicht, was ihr für Superhaare habt. Aber meine nassen Haare wehen im Wind
nicht wie Arielles – nein, die kleben eher an der Kopfhaut. Nasse Haare sind meist zu schwer, um zu wehen.
Wenn ihr also einen Windeffekt wollt, dann gebt eurer Protagonistin die Zeit, sich die Haare zu trocknen.

Meine Glieder wurden so schwer wie Blei.

Erst einmal: Blei ist sehr schwer. Es ergibt also einen gewissen Sinn, dass man ausgerechnet
Blei und nicht Aluminium zum Vergleich herzieht. Aber dennoch ist dieser Vergleich einfach
schon seehr alt und wenn man es vermeiden kann… dann tut es. Irgendwann zieht der
Vergleich nicht mehr.

Sie sieht so aus, wie ich mich fühle.

Das kann durchaus lustig sein, aber mittlerweile kommt es auch schon zu häufig vor in den
Büchern. Und ihr wollt ja einzigartig sein – also benutzt auch einzigartige Vergleiche.

Er zitterte wie Espenlaub.

Wenn ihr das mal googelt, erkennt ihr, woher der Vergleich kommt. Es ist an sich kein
schlechter Vergleich, aber auch dieser ist einfach schon übervertreten – zumal die wenigsten
von euch wohl eine Espe im echten Leben erkennen würden.

Ich schaute mich im Spiegel an.

Natürlich – und hoffentlich – schaut man sich ab und zu im Spiegel an. Das ist normal, doch
meist vergleicht man dabei nicht die Augenfarbe mit der Mutter und die Haarstruktur mit
dem Großonkel zweiten Grades. Nein, man bürstet sich die Haare, putzt die Zähne oder
schaut ein letztes Mal vor dem Rausgehen, ob alles am Platz ist. Aber die Szenen, bei denen
sich die Hauptpersonen im Spiegel betrachten und sich dabei subtil selbst beschreiben, gibt
es im echten Leben kaum. Und ich finde, daher sollten sie auch in den Büchern ausgelassen
werden – oder wenigstens verändert.

Nun, es gibt bestimmt noch andere Dinge, die man immer wieder liest und nicht mehr hören
kann. Hier sind einfach ein paar Beispiele, die ich bestimmt auch schon in Anfangswerken
benutzt habe. Falls euch weitere einfallen, könnt ihr gerne die Kommentarfunktion nutzen.



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Delia @DeliaMunoz. Sie schreibt gerne Fantasy oder Mischgenres.

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September 7, 2018

Takeover: Spamnachrichten und was sich dagegen tun lässt

Wer kennt es nicht? Man bekommt eine Nachricht auf Sweek – private Nachricht oder Kommentar. Freudig
öffnet man Sweek, um die Nachricht zu lesen. Doch dann ist es nur eine Nachricht, in der irgendwer seine
Geschichte empfiehlt und euch nahelegt, diese auch zu Liken, meist sogar Personen, mit denen ihr noch nie
Kontakt hattet.
Leider gibt es in letzter Zeit wieder vermehrt solche »Spamnachrichten«, meist als private Nachricht, manchmal
sogar als Kommentar in fremden Büchern.
So etwas empfinden die meisten wahrscheinlich als nervig. Auch ich muss zugeben, dass ich diese Geschichten
dann meistens nicht mehr lese. In der Sweek Facebook Gruppe häufen sich momentan die Beschwerden über
solche Werbung. Verständlich, denn es zerstört die Community. Man verliert den Spaß, wenn man immer nur
solche Nachrichten ließt.

Warum ist das überhaupt ein Problem?

Dies hängt zum Teil mit den Wettbewerben zusammen, denn dort zählen zum Großteil die Likes. Doch kann dies
eine gute Möglichkeit sein? Ich glaube nicht. Will man seine Leser nerven, sie quasi dazu zwingen seine
Geschichten zu liken, wenn sie diese Geschichte dann gar nicht richtig lesen? Das kann doch nicht das Ziel
sein.
Ich habe mit Sweek gesprochen und sie wollen für zukünftige Wettbewerbe nach neuen und besseren Lösungen
für die Bewertung suchen – doch solche Nachrichten sind trotzdem nervig.
Laut den Teilnahmebedingungen der Wettbewerbe sind Spamnachrichten mit Werbung nicht erlaubt und
können zu einer Disqualifizierung führen – und das will niemand.

Was sind Spamnachrichten überhaupt?

Wenn jemand Nachrichten mit Werbung an verschiedene Personen schickt, ist dies sehr schnell Spam.
Manchmal wird nur der Name verändert und die gleiche Nachricht an viele verschiedene Personen geschickt.
Natürlich darf man Freunden seine eigene Geschichte empfehlen, aber gerade bei unbekannten Personen würde
ich grundsätzlich davon abraten. Auch würde ich grundsätzlich davon abraten, Werbung für meine Geschichte in
den Kommentaren eines anderen Buches zu machen.
Klar, Geschichten dürfen und sollen empfohlen werden, aber man sollte darauf achten, wo und wie das passiert.

Was kann ich tun?

Falls ihr eine solche »Spamnachricht« bekommen solltet oder ihr euch von einer solchen Nachricht genervt
fühlt, dürft und sollt ihr diese melden. So wird es auch von Sweek empfohlen und nur so kann Sweek auf diese aufmerksam werden und etwas dagegen
unternehmen. Alternativ lässt sich auch eine Antwort verfassen, dass dies gegen die Regeln
verstößt, aber wie ich selber schon feststellen durfte, reagieren dann viele nicht mehr ganz so freundlich.

Wie finde ich Leser/ unterstütze gute Geschichten?

Jedoch gibt es noch ein Problem: Manche gute Geschichten gehen in der Masse unter oder man findet für seine
Geschichte keine Leser und/oder kein Feedback.
Doch hier lässt sich ein wenig was machen.

Zusammenfassung

Spamnachrichten mit Werbung sind nervig und zerstören die Community. Verzichte auf solche Nachrichten,
denn vor allem in den Wettbewerben sind sie verboten.
Stattdessen kannst du andere gute Geschichten empfehlen und auch für eigene Geschichten Werbung auf
Sozialen Netzwerken machen. Außerdem gibt es verschiedene Projekte, bei denen man Feedback zu seiner
eigenen Geschichte erhalten kann.



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurem SweekKeeper Laurus Larssen @Laurus_Larssen. Er schreibt gerne Fantasy, Kurzgeschichten und mehr. 

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August 30, 2018

Takeover: Körpersprache

Wenn man schreibt, beschreibt man auch die Bewegungen der Personen. Man beschreibt ihre
Verhaltensweisen und ihre Angewohnheiten. Aber weiß man als Autor/In auch, was diese Körpersignale bedeuten?
Wir können Sachen bewusst nicht sagen, jedoch sendet unser Körper diese Gefühle trotz allem aus.

Sie stemmt die Hände in die Hüften.
Wieso stemmt sie die Hände in die Hüften?
Hier ist es ganz wichtig, darauf zu achten, wo sich die Daumen befinden. Liegen sie auf dem Rücken,
so möchte sie sich in diesem Moment behaupten. Man demonstriert Überlegenheit oder macht auf
ein Problem aufmerksam. Zeigen sie nach vorne, signalisiert diese Haltung eher Neugierde als
Autorität.

Er stellt sich breitbeinig hin.
Wieso stellt er sich breitbeinig hin?
Er möchte die Situation kontrollieren und sich selbst schützen. Wenn man bei einer Person
beobachtet, dass sie sich immer breitbeiniger hinstellt, ist das ein Zeichen dafür, dass sie immer
unzufriedener wird. Es ist ein Signal für Streit, Aggressionen und Ärger.
Viele denken, das Gesicht oder die Hände seien der ehrlichste Teil unseres Körpers. Aber das ist
falsch. Es sind unsere Füsse, die mit Abstand der vertrauenswürdigste Teil unseres Körpers sind. Ich
meine, wenn man lügt, achtet man doch als letztes darauf, was die Füße tun, oder?

Ein Beispiel:
Man begegnet einem alten Freund auf der Strasse und hält an, um sich mit ihm zu unterhalten. Man
wird an seinen Füßen merken, ob er ebenfalls an einem Gespräch interessiert ist. Wenn beide
Fußspitzen zu einem hin zeigen, möchte die Person mit einem reden. Zeigt die eine Fußspitze der
Person aber von einem weg, beispielsweise die Straße entlang, möchte sie weiter.
Oder während einer Schulstunde/Vorlesung, zeigen die meisten Füße offensichtlich Richtung Türe.
Ein Signal, das mir immer wieder an mir selbst auffällt, ist, wenn mein Bein plötzlich beginnt
auszuschlagen. Das bedeutet, dass man gerade etwas Unangenehmes oder Unerfreuliches erfahren
hat.

Immer wieder höre ich, dass wenn man das Gesicht berührt, den Blick abwendet oder die Arme
verschränkt, das bedeutet, dass man lügt. Das stimmt aber nicht ganz.

Das Gesicht berühren
Wir neigen dazu, unser Gesicht zu berühren, wenn wir unter Stress oder hoher Anspannung stehen.
In unserem Gesicht befinden sich viele Nerven. Und wenn wir diese berühren, entspannen wir uns.

Den Blick abwenden
Grundsätzlich wendet man den Blick ab, wenn man mit der Meinung seines Gegenübers nicht
übereinstimmt. Genauso, wie man sich zurücklehnt, wenn man mit einer Sache nicht einverstanden
ist, sich aber nach vorne lehnt, wenn man mehr über etwas erfahren möchte.

Die Arme verschränken
Wir haben ein limbisches Gehirn. Das ist der Teil unseres Gehirns, der uns schützt und unbewusste
nonverbale Reaktionen auslöst. Nehmen wir mal an, dass ein Ball auf uns zufliegt. Das erste, das wir
schützen, ist unser Oberkörper. Dieser Vorgang passiert automatisch, da das limbische Gehirn das für
uns übernimmt. Genauso ist es auch, wenn wir Dinge vor unseren Oberkörper nehmen. Wenn man
gerade mit einer Person spricht und die Person während des Gesprächs ein Objekt wie z.B. eine
Tasche vor ihren Oberkörper nimmt, dann ist während der Konversation ein Thema aufgetreten, was
die Person als unbehaglich empfunden hat. Genauso ist es auch mit den Armen die man vor der Brust
verschränkt. Die Arme kann man aber auch verschränken, wenn man einfach nur wartet oder
jemandem zuhört. Jedoch wird man diese Geste meistens an Orten vorfinden, die einem nicht so
bekannt sind bzw. wo man sich unwohl fühlt.

Natürlich können diese Körpersignale auf eine Lüge deuten, da sie alle in einer unbehaglichen
Situation auftreten. Jeder Mensch und jede Figur hat andere Verhaltensweisen und somit andere
Körpersignale, die in bestimmten Situationen auftreten. Jedoch gibt es einige Signale, die für alle
gelten.

Seit ich mich für dieses Thema begeistert habe, achte ich mich mehr auf die Gesten und Körpersignale
meiner Gegenüber. Ich nehme schneller wahr, wenn es anderen schlecht geht, wenn sie nicht mit mir einer
Meinung sind oder wenn sie lügen. Auch fällt es mir leichter, die Bewegungen einer Figur zu
beschreiben, wenn ich weiß, weshalb sie das jetzt tut. Aber es braucht unglaublich viel
Durchhaltevermögen, sich das anzutrainieren. Und die Zeichen auch dem Kontext entsprechend zu
deuten. Im Allgemeinen finde ich, dass wir uns mehr auf Dinge achten sollten und da sind die
Verhaltensweisen des Menschen ein guter Anfang. Außerdem hilft das bestimmt vielen Krimi-
Schreibern. Die meisten Kriminalbeamten werden heutzutage dazu ausgebildet, um nonverbale
Signale zu deuten. Vor einiger Zeit habe ich einen Polizisten während einem Undercover-Einsatz
entdeckt. Wie ich das erkennen konnte? Die typische Polizisten-Pose: Die Hände waren in die Hüften
gestemmt, die Daumen zeigten nach hinten und die Finger waren gespreizt. Da ist er wohl
aufgeflogen.



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Blerta @blerta__. Sie schreibt gerne Kurzgeschichten, Young Adult und Fantasy.

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August 24, 2018

Takeover: Vorurteile gegenüber AutorInnen – wahr oder falsch?

Wie über viele Hobbies oder Berufe existieren auch über AutorInnen Vorurteile. Manche davon sind
falsch, manche treffen vielleicht sogar zu. Um mal auf verschiedene Vorurteile einzugehen, die man
gegenüber Autoren hat, habe ich meine Follower auf Instagram um Hilfe gefragt. Sie haben mir
Vorurteile genannt, mit denen sie konfrontiert werden und einige ihrer Ideen spreche ich nun an.
Dabei gehe ich sowohl auf witzige Vorurteile ein als auch auf ernst gemeinte.

Browser Verlauf eines Serienkillers
Naja, ich muss leider zugeben… das hat was. Für Actionszenen habe ich schon die wildesten Sachen
gegoogelt. Wie man am besten in ein Haus einbricht, was für Waffen in einem Land wie teuer sind
oder Videos über Kampfsportarten. Und wenn alle Persönlichkeitstests, die ich für meine
Protagonisten durchgeführt habe, auf mich zutreffen würden, hätte ich definitiv ein Problem. Aber
das Praktische daran ist: man hat eine Ausrede. Es ist alles nur für ein Buch.

Introvertiert und sowieso nicht sozial
Nur, wenn man gerade in einer Schreibphase ist. Autoren gibt es in jeder Form und Farbe, da kann
man keine generelle Aussage darüber treffen, was man für eine Persönlichkeit dafür haben muss. Ja,
es ist kein «soziales» Hobby, aber das ist Zeichnen auch nicht.
Autoren hingegen können sich häufig gut in Leute einfühlen – schließlich ist es das, was sie tagtäglich
tun müssen: Die Gefühle ihrer Protagonisten nachempfinden.

Hobbylos
Nun ja, was sage ich dazu? Es ist ein Hobby, also ist man damit wohl nicht hobbylos.

Man verdient sowieso kein Geld damit
Auch das hat seinen wahren Punkt. Solange man nicht mit einem großen Verlag unter Vertrag steht,
hält sich der Verdienst – vor allem im Vergleich zum Aufwand – in Grenzen. Aber man verdient sich
etwas Taschengeld dazu und vielleicht hat man irgendwann Glück und landet einen tollen Vertrag.
Kleines Detail: ich mache es nicht fürs Geld. Und viele anderen Autoren auch nicht. Wir schreiben,
weil es unsere Leidenschaft ist – und zum Glück hat man dabei die Chance, auch noch Geld damit zu
verdienen!
Wenn ich zum Beispiel ein anderes Hobby, das Tanzen, anschaue, muss ich sagen: damit kann man
wirklich nur sehr schwer Geld verdienen. Um als Tänzerin aufzutreten (was ich nicht mache), muss
man zu den Besten gehören.

Man verarbeitet nur eigene Probleme
Das trifft bestimmt auf manche Autoren zu. Aber erstmals ist das Wörtchen «nur» hier fehl am Platz.
Denn mit eigenen Problemen kann man nun mal gute Konflikte erschaffen. Und sehr viele Autoren
greifen vielleicht ein eigenes Problem auf, nehmen dann aber noch fünf weitere, fremde Probleme
dazu. Überlegt euch mal, was für Problemkinder Nicholas Sparks und John Green sonst wären!

Eigentlich kann doch jeder schreiben
Ich hoffe es… Aber ein Buch zu schreiben ist nochmals eine andere Sache. Man braucht Kreativität,
viel Disziplin, Eloquenz, Zeit und Motivation. Ich denke, jeder kann ein Buch anfangen. Aber ein Buch
zu beenden, das ist nicht einfach. Und natürlich kann man da dazulernen und «trainieren», aber
letztendlich liegt es manchen Menschen besser als anderen – wie es bei vielen Fähigkeiten der Fall
ist.

Alkoholiker und kaffeesüchtig
Letzteres kann ich bestätigen. Aber ersterem widerspreche ich. Zwar kann ich nicht leugnen, dass es
durchaus alkoholsüchtige Autoren gibt, aber das muss nicht viel mit dem Schreiben an sich zu tun
haben. Einerseits weiß die Öffentlichkeit bei anderen, weniger öffentlichen Berufen nicht unbedingt
über das Trinkverhalten der Personen Bescheid. Und andererseits gibt es unter Leuten, die arbeitslos
sind, viele Alkoholiker – damit will ich nicht sagen, dass Autoren arbeitslos sind, aber manche
Autoren, die Berufsautoren sind, haben Schwierigkeiten, neue Verträge zu landen. Und greifen dann
vielleicht zur Flasche. Aber das ist wie schon erwähnt nicht nur auf Autoren bezogen.
Falls ihr jetzt denkt: aber Alkohol macht doch kreativ und lockert die Gedanken, daher sollte man
zum Plotten ein Glas Sekt trinken! Naja, nur, wenn dann der Leser auch ein Glas Sekt trinkt…

Generell würde ich bei solchen Vorurteilen immer vorsichtig umgehen. Die wenigsten mögen es, in
eine Schublade geworfen zu werden, und ständig mit den gleichen Aussagen konfrontiert zu werden,
kann verletzend sein.
Ich musste mir auch schon Kommentare anhören wie «Ah, du warst am Festival XX? Ich dachte, du
bist eher nicht der Typ dafür, weißt du, Autorin und so». Und ich fand es beleidigend, auf das
reduziert zu werden – und dabei nicht nur auf «Autorin sein», sondern auf «asoziales Stereotyp der
Autoren».
Man ist mehr als ein Hobby und Vorurteile treffen nie auf alle zu.



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Delia @DeliaMunoz. Sie schreibt gerne Fantasy oder Mischgenres.

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August 17, 2018

Takeover: Tipps und Tricks beim Lektorieren und Korrigieren

Wie du deinem Text den letzten Feinschliff gibst

Irgendwann wird der Tag kommen, an dem du freudestrahlend das wunderschöne Wörtchen
Ende unter deine Geschichte setzt. Dann lehnst du dich am besten erst einmal ganz entspannt
zurück, verkündest jedem deiner Freunde, dass du so eben deinen Roman fertiggestellt hast
und gönnst dir einige Tage Urlaub, denn dann geht es erst so richtig los!
Dein Text befindet sich nämlich noch in der Rohfassung. Das heißt, dass er noch nicht
lektoriert oder korrigiert, sondern einfach noch roh ist. Ihm fehlt der letzte Feinschliff. Und
den solltest du ihm unbedingt noch geben!
Wenn du jetzt dein Werk zum Beispiel veröffentlichen willst, wie zum Beispiel über einen
Selfpublisher, oder bei einem Wettbewerb teilnehmen willst, solltest du deinen Text noch
mindestens zweimal lesen, bevor du ihn einreichst. Jetzt fragst du dich bestimmt, warum es
nicht reicht, einmal fix über den Text drüber zu schauen, oder?

Überarbeiten ist nicht gleich Überarbeiten

Vermutlich hast du schon von dem berühmt-berüchtigten Lektorat gehört, das ja meist nach
dem Schreibprozess ansteht und das wir ja alle so unfassbar sehr lieben. Nicht. Denn den Text
zu lektorieren bedeutet nochmals einen ganzen Haufen Arbeit, bei dem du dein Werk immer
und immer wieder lesen darfst.
Schickst du dein Manuskript an einen Verlag, gibt der Lektor dir Tipps, wie du dein Werk
noch spannender, humorvoller oder realistischer machst. Dabei kannst nochmals zwischen
zwei Arten von Lektoraten unterschieden werden – einmal dem inhaltlichen Lektorat und
einmal dem stilistischen Lektorat.
Beim inhaltlichen Lektorat, prüft der Lektor oder die Lektorin deinen Text auf Logikfehler
und analysiert den Plotaufbau, die Figurenentwicklung, Spannungsbögen und Erzähl- bzw.
Perspektivfehler. Das ist besonders wichtig, damit auch wirklich alles einen Sinn macht, was
du da geschrieben hast. Sonst wäre dein Text ja nicht ganz rund und könnte deine Leser sehr
verwirren.
In einem nächsten Schritt, dem stilistischen Lektorat, wird genauer auf deine Sprache
geschaut. Hast du eine angemessene Wortwahl verwendet? Gibt es Miss- oder
Unverständlichkeiten? Gibt es merkwürdige Vergleiche, einen seltsamen Satzaufbau oder zu
viele Wortwiederholungen? Das ist alles wichtig, damit dein Text schön klingt und nicht so,
als hättest du ihn in einer Nacht mit zu viel Kaffee intus geschrieben.

Nach dem Lektorat folgt dann das Korrektorat. Wie der Name schon sagt, beschäftigt sich
das Korrektorat mit dem stinknormalen Korrekturlesen, wobei der Name deutlich harmloser
klingt, als es tatsächlich ist. Neben klassischen Rechtschreibfehlern oder einer seltsamen
Grammatik, wird nämlich auch auf die Zeichensetzung oder den Ausdruck geschaut.
Wenn du deinen Text jetzt veröffentlichen willst und nicht den Weg über den Verlag, sondern
zum Beispiel über ein Selfpublishing-Unternehmen nimmst, hast du zwei Möglichkeiten.
Entweder, du investierst eine ganze Stange Geld in einen Lektor, oder du machst es selber.
Ich kann dir nur empfehlen, dass du ein gewisses Interesse an den Tätigkeiten eines Lektors
mitbringen solltest, wenn du dich dazu entschließt, deinen Text selber genauestens unter die
Lupe zu nehmen! Solltest du das nicht tun und dich darüber hinaus auch nicht mit der
tiefergehenden Grammatik auseinandersetzen, kann ich dir nur raten, einen professionellen
Lektor hinzuzuziehen! Für dich als Autor ist es leider immer sehr schwer Logikfehler zu
finden, die Figurenentwicklung zu erkennen oder Perspektivfehler und Unstimmigkeiten zu
bestimmen, weil du einfach zu nah am Text und in der Geschichte drin bist. Für dich ergibt
schließlich alles einen Sinn, was du da gebastelt hast.
Falls du dich aber, so wie ich, dafür interessierst und bereit bist, viele Stunden Arbeit in das
Überarbeiten deines Textes zu investieren, dann habe ich einige Tipps für dich, die dir
bestimmt weiterhelfen können, wenn du dann endlich loslegst.

Tu einfach so, als wäre das nicht dein Text

Wenn du deinen Text fertig geschrieben hast, kannst du dir ruhig ein bisschen Ruhe und
Abstand von ihm gönnen. Es bringt dir absolut gar nichts, wenn du bereits zwei Stunden
später mit dem Überarbeiten anfängst – ich kann dir versichern, dass du absolut keinen
einzigen Fehler entdecken wirst.
Nimm dir vielleicht ein bis zwei Wochen, in denen du in den Urlaub fährst, dein
Wohnzimmer renovierst oder einfach an etwas anderem schreibst. Dann weißt du schon oft
gar nicht mehr, was du überhaupt alles geschrieben hast und hast ein bisschen Ablenkung, die
dir hilft, Fehler besser zu erkennen.
Wenn du dich dann an deinen Schreibtisch setzt, tu einfach so, als wäre das da nicht dein
eigener Text, sondern der Roman deiner Freundin oder eines Autors von Sweek, den du
gegenlesen sollst.
Ganz wichtig ist, dass du alles kritisch hinterfragst. Klingt ein Satz seltsam? Markiere ihn. Ist
etwas unverständlich? Notier dir auf jeden Fall, was nicht stimmig ist.
Dabei bietet es sich an, nicht direkt in deinem Text herumzustreichen, sondern zum Beispiel
die Kommentarfunktion bei Word zu nutzen, um dir kleine Anmerkungen zu machen. So
weißt du, bis wohin du schon überarbeitet hast und kannst dir später nochmals deine Notizen
ansehen, um zu überlegen, ob diese Änderungen wirklich Sinn machen oder nicht.

Der alte Trick: eine Checkliste führen

Vielleicht sind dir auch beim Schreiben schon einige Dinge aufgefallen, die du störend findest
oder von denen du im Nachhinein gemerkt hast, dass sie unverständlich sind. Am besten ist
es, wenn du dir eine Checkliste anlegst, die du beim Überarbeiten immer bei dir hast. Falls du
einige Fehler immer und immer wieder machst, zum Beispiel ein Wort immer wieder falsch
schreibst oder “dass” und “das” verwechselst, fällt es dir so leichter, diese Fehler im Text auch zu
finden. Dank der Checkliste wirst du nie vergessen, worauf du nochmal achten wolltest.
Das funktioniert übrigens auch mit Logikfehlern. Wird zum Beispiel öfters ein
Handlungsstrang aufgegriffen, der vor der eigentlichen Handlung stattfand, aber noch
Auswirkungen auf die Realität der Figuren hat, kannst du ihn ganz genau aufschreiben und so
nachlesen, wie es wirklich passiert ist. Wenn du dann an die Stelle kommst, an der die
Figuren über diese bestimmte Handlung sprechen, kannst du abgleichen, ob es auch wirklich
der Wahrheit entspricht, oder ob du einfach nur etwas vergessen oder anders formuliert hast.
Zum Beispiel: Anne und Ole waren drei Jahre lang ein Paar, aber dann hat Ole Anne betrogen
und sie hat Schluss gemacht. Jetzt, zwei Jahre später, erzählt Anne ihrer neuen Freundin Lena,
dass Lenas Freund Ole sie vor zwei Jahren betrogen hätte und sie ihm deshalb nicht traut und
seit dem auch keinen neuen Freund gehabt hätte.
Wenn du dir das so aufschreibst und den Zettel einfach beim Lesen neben dich legst, fällt dir
dann vielleicht auf, dass du an der einen Stelle geschrieben hast, dass Ole ohne Grund Schluss
gemacht hätte oder sowas. Das wäre dann ja ein Fehler, weil du an einer anderen Stelle bereits
etwas anderes behauptet hättest.
Leg dir also unbedingt eine Checkliste mit den Dingen an, auf die du besonders achten
möchtest.

Stell dir vor, du wärst auf einer Lesung

Im ersten Moment mag es dir vielleicht komisch vorkommen, aber dieser Trick ist eigentlich
gar nicht so blöd, wie er klingt. Denn spätestens auf einer Lesung musst du einen kleinen
Ausschnitt aus deinem Buch vorlesen – und dann soll es doch möglichst flüssig klingen, oder?
Wenn du beim Lesen immer wieder über eine Stelle stolperst, die sich schwer lesen lässt,
solltest du sie umformulieren, damit sie auch beim Vorlesen gut klingt und sich leicht lesen
lässt. Wenn der Lesefluss deines Lesers immer wieder gestoppt wird, wird dein Leser das
Buch sofort wieder weglegen.
Bist du dir also nicht sicher, ob eine Passage gut klingt oder sich gut lesen lässt, lies sie
einfach laut vor.

Wenn das alles nichts bringt, muss halt der Drucker herhalten

Du kannst dir deinen Text natürlich so oft wie du willst auf dem Bildschirm deines Laptops,
Tablets oder Handys durchlesen – irgendwann wirst du keine Grammatik- oder
Rechtschreibfehler mehr finden. Ganz einfach aus dem Grund, dass wir den Text am PC oft
anders wahrnehmen, als auf gedrucktem Papier.
Wenn du es also ganz genau machen willst, solltest du deinen Text ausdrucken und mit einem
Stift in der Hand lesen, um mögliche Kommafehler zu finden und dir die Stellung der
Satzzeichen nochmals genauer anzusehen. Sollte es sich bei deinem Roman um ein 400-DIN-
A4-Kolloss handeln, würde ich dir raten, einen Copyshop aufzusuchen, um deinem eigenen
Drucker nicht zu viel zuzumuten. Glaub mir, entweder fällt er mittendrin auseinander, die
Tinte ist leer oder ihm fällt ein, dass er sich gerade jetzt reinigen muss. Drucker scheinen da
irgendwie ein Gespür für zu haben, wenn sie gebraucht werden.

Last but not least – das Rechtschreibprogramm

Inzwischen gibt es natürlich auch jede Menge Algorithmen, die deinen Text auf
Rechtschreibung und Grammatik überprüfen können. Bei Word oder Open Office, selbst bei
der Tastatur deines Handys ist das bereits vorprogrammiert.
Darüber hinaus gibt ein Programm, das deinen Text auf seine Lesbarkeit überprüft. Das ist der
sogenannte Flesch Index (ich will hier keine Werbung für dieses Tool machen und auch nicht
meine Meinung darüber äußern, sondern dich nur darüber informieren, dass es diese Funktion
gibt). Du kannst einfach in die Suchleiste Flesch Index eingeben und schon berechnet dir
dieser Algorithmus kostenlos, ob sich dein Text gut lesen lässt oder nicht. Entwickelt wurde
diese spezielle Formel von dem Wiener Rudolf Flesch. Durch die Anzahl der Sätze, Wörter
und Silben wird geprüft, wie eingängig dein Text ist. Schließlich wird dir ein Wert zwischen 0
und 100 angezeigt – je höher dein Ergebnis ist, desto besser lässt er sich lesen. Aber Achtung,
es geht nicht darum, ob es auch wirklich einen Sinn macht, was du da geschrieben hast. Das
Tool geht nur auf die Lesbarkeit ein, nicht auf den Inhalt!
Wenn du nun also deinen nächsten Roman beendest und das Überarbeiten ansteht, hast du auf
jeden Fall eine kleine Liste mit Tipps, auf die du zurückgreifen kannst. Natürlich kommt
irgendwann der Moment, in dem du dich dafür verfluchst, wie viel du überhaupt geschrieben
hast, aber ehe du dich versiehst, bist du schon am Ende angelangt und hast es geschafft. Und
das ist wirklich das schönste Gefühl des ganzen Prozesses – zu wissen, dass es jetzt fertig und
geschliffen ist. Also, viel Spaß beim Lektorieren und Korrigieren!



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Viktoria @ViktoriaChristians. Sie schreibt gerne Young Adult und Fantasy.

Du hast die Ankündigung des SweekKeeper Takeovers verpasst? Schau hier vorbei, um einen Überblick über die Autoren und die Themen zu bekommen.

August 10, 2018

Takeover: Die unterschiedlichsten und besten Leseorte

Let’s get cozy! – Wo und wie liest es sich am besten?

Wo lest ihr am Liebsten? Für einige gibt es einen ganz bestimmten Lieblingsleseort. Manche von euch werden sogar nur an diesem einen bestimmten Ort lesen, andere von euch werden sagen, dass sie überall lesen werden. Ich werde euch ein wenig über meine Leseorte berichten.

Ich selber lese sehr viel zu Hause. In meinem Bett, auf der Couch, dem Sessel oder im Garten. Öfter auch mal am Flussufer, welches keine 500 Meter von meinem Zuhause entfernt ist. Da kann ich garnicht sagen, was mir hiervon am liebsten ist, aber dies sind auf jeden Fall, die Leseorte, die ich am meisten nutze.

Ganz besonders wichtig zum Lesen ist für mich die Atmosphäre. Der Bequemheitsfaktor steht ganz weit oben auf der Liste, aber was für mich auch wichtig ist, ist die Geräuschkulisse. Viele brauchen es so ruhig wie möglich. Ich persönlich mag es nicht wenn es absolut still ist. Meistens lasse ich im Hintergrund ein wenig Musik laufen, wenn ich lese. Aber auch wenn ich in einem lauten Umfeld bin hilft mir Musik, mich besser auf das Buch und seine Geschichte einzulassen.

Im Sommer ist mir auch ein schattiges Plätzchen recht wichtig. Wenn es zu sonnig ist, komme ich einfach in keinen guten Lesefluss und lasse mich schneller Ablenken. Dann kommt es oft vor, dass ich den selben Satz 5 mal lese, ohne es wirklich zu registrieren.

Im Winter hingegen, muss ich aufpassen, es mir draußen nicht zu gemütlich zu machen, da ich die Kälte, im Gegensatz zur Hitze des Sommers, beim Lesen schnell ausblenden und dann erst Stunden später merke wie die Zeit vergangen ist und dann am nächsten Tag so stark erkältet im Bett liege, dass nicht einmal mehr das Lesen möglich ist.

Wenn es also gemütlich genug ist und ich Musik und Kopfhörer habe habe, kann ich eigentlich überall lesen, im Auto, Zug, Bus, Stadtpark oder im Freibad. Besonders cool aber finde ich es am Strand zu lesen oder an irgendwelchen besonderen Orten. Zum Beispiel habe ich letzten Sommer eine Weile auf der Mauer von der Burg von Jaén in Spanien gelesen. Oder in der Alhambra. Irgendwie ist es für ein wenig zum Ritual geworden, an Orten, die ich gerade neu für mich entdecke, erst einmal ein paar Kapitel zu lesen.

Ich hoffe, da war ein wenig Inspiration für euch dabei. Ansonsten würde ich mich über ein paar Geheimtipps in den Kommentaren freuen.



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Eve @writtenbetweenthelines. Sie schreibt gerne Poesie.

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July 27, 2018

Takeover: Eine Reise in die Welt der Fantasie


„Es sind nicht unsere Fähigkeiten, die zeigen wer wir sind, sondern unsere Entscheidungen.“


Und? Wer von euch erahnt, um welchen bekannten und gleichzeitig beliebten Buchcharakter
dieses Zitat stammt? Ich gebe euch ein paar Tipps: Er ist alt, sehr alt sogar. Er trägt einen weißen Bart und eine
hat eine Brille auf der Nase. Zudem ist er sehr mächtig und vor allem weise.
Na, konntet ihr ihn erraten? Bestimmt! Es handelt sich bei dem Gesuchten um keinen geringeren als unseren guten, alten
Hogwarts-Direktor Albus Dumbledore aus der Harry Potter Welt.
Wusstet ihr, dass diese Harry Potter Welt unter das Genre Urban Fantasy fällt? Wenn ihr es
wusstet, könntet ihr auch verraten, warum?

Es gibt tatsächlich 12 verschiedene Genres der Fantasy und die eben genannte Urban
Fantasy ist nur eines der bekannteren Genre.
Im heutigen Blogeintrag werde ich euch verraten, an welchen besonderen Merkmalen ihr
diese 12 verschiedenen Genre sofort entdecken könnt.

Zuerst fangen wir jedoch mit ein bisschen Geschichte an:

Während des 18. Jahrhunderts, waren Unterhaltungsromane schon beinahe alltäglich
geworden, denn nicht länger waren es nur Bücher mit Bildungsanspruch, die Wertschätzung
genossen. So führten Autoren wie E.T.A. Hoffmann (bekanntestes Werk ist sein Roman „Die
Elixiere des Teufels“ von 1816) und Edgar Alan Poe (Seine Horrorgeschichten wie z.B. „Der
Untergang des Hauses Usher“ gelten heute noch als konkurrenzlos) auch phantastische
Elemente, wie Geister oder unerklärliche Erscheinungen in ihre Werke ein. Die Gattung der
Abenteuer- und Schauerromane gewann somit an Bedeutung und erwies sich als gut verkäuflich.
Auch die Anfänge der Science-Fiction Literatur sind zu dieser Zeit entstanden. Der Grundstein zur
Fantasy-Literatur wurde zu dieser Zeit von Autoren wie Mary Shelley (Frankenstein),
Bram Stoker (Dracula), Robert Louis Stevenson (Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde)
und Mark Twain (Ein Yankee aus Connecticut am Hofe des König Artus) gelegt.
Als Begründer der Fantasy als eigenes Literatur-Genre im 20. Jahrhundert ist zweifellos
J.R.R. Tolkien zu nennen, der in den 60/70er Jahren eine weltweite Begeisterungswelle für
seine Werke und die Fantasy-Literatur auslöste.
Nachdem wir jetzt ein bisschen was über die Grundsteinlegung der Fantasy erfahren haben,
kommen wir also zu den 12 verschieden und teilweise unbekannteren Fantasy Genre:

1. High Fantasy
2. Pseudohistorische Fantasy
3. Low Fantasy
4. Urban Fantasy
5. Animalfantasy
6. Science Fantasy
7. Dark Fantasy
8. Humor Fantasy
9. Social Fantasy
10. Rollenspiel Fantasy
11. Erotic Fantasy
12. Märchenromane

Beginnen wir mit den wichtigsten Punkten zu einem der beliebtesten Fantasy Genre:

High Fantasy
Merkmale: fiktive Fantasy Welt, viel Magie, viele Fantasy Völker, Heldenreisen, Atmosphäre
vom Mittelalter, episch

Bekannte High Fantasy Bücher: “Herr der Ringe” von J. R. R. Tolkien, “Die Zwerge” von
Markus Heitz und „Eragon“ von Christopher Paolini

Zielgruppen: primär Erwachsene; Männer und Frauen etwa gleichermaßen, wobei der
Männer-Anteil im Verhältnis zu anderen Genres und Subgenres eher höher ist

Verbreitung: High Fantasy Bücher werden viel in Publikumsverlagen und Kleinverlagen
veröffentlicht. Das Genre High Fantasy war zur Zeit, als “Herr der Ringe” im Kino lief und
lange danach, der Mainstream der deutschen Fantasy.

Pseudohistorische Fantasy oder auch Low Fantasy
Merkmale: real historische oder fiktiv historische Welt mit nur sehr wenigen Fantasywesen
und sehr wenig Magie; oft Kreuzung von historischen Romanen und Fantasyromanen

Bekannte Pseudohistorische Fantasy Bücher: Arkadien Trilogie von Kai Meyer, “Avalon”-
Reihe von Marion Zimmer Bradley sowie allgemein Fantasy Bücher über die Artus Legende
und ähnliche Legenden

Zielgruppen: primär Erwachsene, eher Frauen als Männer

Low Fantasy (andere Definition)
Es gibt noch eine andere Definition des Genres Low Fantasy, der zufolge Low Fantasy vor
allem mit Zeitschriftenfantasy / Magazinfantasy / Serienfantasy verbunden wird

Merkmale: ein einsamer Held, viel Action und eine rasante Handlung

Bekannte Low Fantasy Bücher: Werke von H. P. Lovecraft

Zielgruppen: deutlich mehr Männer als Frauen

Bei der zweiten Defintion liegt der Unterschied in der Erzählstruktur statt in der Magiemenge.

Verbreitung: Low Fantasy Bücher der ersten Genre-Definition veröffentlichen
Publikumsverlage und Kleinverlage häufig. Low Fantasy der zweiten Genre-Definition
veröffentichen dagegen vorwiegend Kleinverlage, wobei die Zeitschriftenfantasy eher ein
Relikt aus den 30er bis 50er Jahren ist. Entsprechend sind viele Fantasy Bücher aus diesem
Genre nur Neuauflagen sehr alter Werke oder Fortsetzungen alter Serien.

Urban Fantasy
Merkmale: Phantastische Elemente dringen in unsere reale oder realhistorische städtische
Welt ein

Bekannte Urban Fantasy Bücher: “Harry Potter” von J. K. Rowling, “Twilight” von Stephenie
Meyer, “Bartimäus” von Jonathan Stroud

Zielgruppen: Männer und Frauen etwa gleichermaßen, tendenziell aber mehr Frauen als
Männer; viele Urban Fantasy Bücher sind auch Bücher der Jugendbuch Fantasy

Verbreitung: Es gibt viele Bücher von Urban Fantasy in Publikumsverlagen und
Kleinverlagen. Das Genre liegt im Trend.

Animal Fantasy
Merkmale: Geschichten im Tierreich, Tiere sind die Hauptfiguren oder Menschen, die sich in
Tiere verwandeln; man erlebt die Welt aus Augen der Tiere

Bekannte Animal Fantasy Bücher: “Warrior Cats” von Erin Hunter

Verbreitung: Animal Fantasy Bücher gibt es nur sehr sporadisch und eher im
Programmbereich Kinderbuch. Meines Wissens nach gibt es in Deutschland bisher keinen
auf Animal Fantasy auch nur annähernd spezialisierten Verlag. Unter Hobby-Autoren ist das
Genre mehr verbreitet als bei veröffentlichten Büchern aus Verlagen.

Science Fantasy
Merkmale: Mischung aus Fantasy und Science-Fiction- Elementen Typische Fantasy

Bekannte Science Fantasy Bücher: “Star Wars” von George Lucas, “Der Wüstenplanet” von Frank Herbert, “Otherland” von Tad Williams

Zielgruppen: primär Erwachsene, vermutlich ein wenig mehr Männer als Frauen, wobei es
auf die Themen ankommt

Verbreitung: Science Fantasy Bücher veröffentlichen Verlage eher sporadisch. Bücher
dieses Genres laufen selten explizit unter dem Label Science Fantasy, sondern entweder
unter Fantasy oder unter Science Fiction. Unter Hobby-Autoren ist Science Fantasy aber
durchaus ein verbreitetes Genre.

Dark Fantasy
Merkmale: düstere Fantasywelt, Dämonen und andere Schattenwesen, zum Teil Horror und
Erotik Typische Fantasy

Bücher: “Der dunkle Turm” von Stephen King, “Die Kettenwelt-Chroniken” von Alan
Campbell

Zielgruppen: Erwachsene; vermutlich etwas mehr Frauen als Männer, da Verlage die
Themen mehr auf Frauen ausrichten

Verbreitung: Dark Fantasy Bücher liegen derzeit im Trend und werden von
Publikumsverlagen und Kleinverlagen veröffentlicht.

Humor Fantasy
Merkmale: Parodien und ironischer Umgang mit typischen Fantasy Elementen

Bekannte Humor Fantasy Bücher: “Scheibenwelt”-Zyklus von Terry Pratchett sowie Parodien
auf bekannte Werke: “Star Warped” (Star Wars), “Barry Trotter” (Harry Potter)

Zielgruppen: Liebhaber von Humor Fantasy; primär Erwachsene, vermutlich mehr Männer
als Frauen

Verbreitung: Humor Fantasy Bücher veröffentlichen Verlage nur sporadisch. Lediglich ein
paar größere Verlage haben mehrere Titel dieses Genres im Programm und das sind meist
die von Terry Pratchett.

Social Fantasy
Merkmale: sozialkritische und gesellschaftskritische Themen, politische und soziale Utopien
Typischer Fantasy

Bekannte Social Fantasy Bücher: typische bekannte Social Fantasy Bücher gibt es meiner
Sicht nicht; sofern man aber von Social Science Fantasy spricht, sind typische Bücher
“Planet der Habenichtse” von Ursula LeGuin und “Der Wüstenplanet” von Frank Herbert

Zielgruppen: primär Erwachsene; zu Männern und Frauen lässt sich wenig sagen, da das
Genre so selten ist

Verbreitung: Social Fantasy ist mehr ein theoretisches Genre. Kein Verlag hat sich darauf
bisher annähernd spezialisiert. Das Genre ist auch sehr unbekannt. Meist kennt Social
Fantasy nur das Lexikon.

Rollenspiel Fantasy
Merkmale: Romane zu Rollenspielwelten mit Computerspiel- Elementen Typische Fantasy

Bekannte Rollenspiel Fantasy Bücher: DSA-Romane (So nennt man eine Fantasy-Buchreihe
mit Geschichten und Erzählungen zu den Fantasiewelten des Pen-&-Paper-Rollenspiels Das
Schwarze Auge (DSA)), Warhammer-Romane

Zielgruppen: Jugendliche, junge Erwachsene und Erwachsene; Männer und Frauen, die die
zugehörigen Rollenspiele lieben

Verbreitung: Es gibt einige größere und kleinere Verlage, die Rollenspiel Fantasy Bücher als
Programm und Genre-Schwerpunkt haben. Etwa seit Beginn des 21. Jahrhunderts ist
Rollenspiel Fantasy ein Trend parallel zu anderen Fantasy Trends. Rollenspiel Fantasy ist
mehr in der Rollenspiel-Szene verhaftet als in der Literaturszene.

Erotic Fantasy
Merkmale: erotische Elemente; die Welt ist entweder eine fiktive Fantasy Welt oder
phantastische Wesen dringen in die reale Welt ein Typische Fantasy

Bekannte Erotic Fantasy Bücher: viele Vampir-Romane z.B. von Lara Adrian

Zielgruppen: Erwachsene; vor allem Frauen

Verbreitung: Bücher aus dem Genre Erotic Fantasy Bücher werden zunehmend häufiger,
besonders manche Kleinverlage haben im Programm eine Sparte für Erotic Fantasy

Märchenromane
Merkmale: moderne Märchen mit klassischen Märchenmerkmalen wie lineare Erzählweise,
symbolische Figuren, Schwarz-Weiß-Malerei, Fabelwesen

Bekannte Märchenromane: “Die unendliche Geschichte” von Michael Ende, “Alice im
Wunderland” von Lewis Caroll

Zielgruppen: eher Mädchen als Jungen, eher Kinder und Jugendliche als Erwachsene

Verbreitung: Märchenromane gibt es nur sporadisch. Das Genre ist eher in Kleinverlagen als
in Publikumsverlagen verbreitet und eher im Bereich Kinderbuch.

Und trotz dieser zahlreichen, weit gefächerten Genre der Fantasy leidet dieser Bereich der
Literatur noch unter einem schlechten Image und wird wahlweise „nur“ als Jugendliteratur
belächelt oder als Trivialliteratur abgelehnt. Besonders in Deutschland findet man einige
harte Kritiker der Fantasy unter den Literaturkennern.

Doch kann man Fantasy wirklich nur als Jugendliteratur ansehen? Würden wirklich nur
Jugendliche Dark Fantasy Bücher oder Urban Fantasy Bücher in die Hände nehmen?
Lassen sich tatsächlich nur Jugendliche in die Welten von Dämonen, Drachen und Zauberei
entführen? Ich denke nicht. Auch wenn große, erfolgreiche Fantasy Bücher, wie “Harry
Potter”, “Der Goldene Kompass” oder “Die unendliche Geschichte” zunächst nur als Kinder und
Jugendliteratur veröffentlicht wurden sind, heißt es noch lange nicht, dass sie es auch sind.

Sollten solche phantastischen Werke deswegen von den anderen Lesern anders gewertet
und weniger ernst genommen werden? Dazu ein Kommentar von C.S. Lewis aus dem
Vorwort der Narnia Chroniken:

„Kein Buch ist es wert, es mit zehn zu lesen, wenn es sich nicht lohnt, es mit fünfzig zu lesen.“

 


Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Pauline Lederhausen @LeLine99. Sie schreibt gerne Fanfictions und Mischgenres und war Finalistin bei #MikroLicht.

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July 20, 2018

Takeover: Wie unsere SweekKeeper zum Schreiben kamen – Delia



Unsere SweekKeeper wollen eine neue Runde beginnen, in der sie Euch erzählen, wie sie zum Schreiben gekommen sind. Hier geht es weiter mit Delia.


 

Wie ich zum Schreiben kam

Wenn ich erklären soll, wie ich zum Schreiben kam, muss ich wohl damit beginnen, wie ich zum Lesen kam.

Ich hatte schon früh gelernt zu lesen und schreiben und habe dann zum Geburtstag ein Buch der Reihe ‚Das magische Baumhaus‘ bekommen. Dieses zog mich sofort in den Bann und ich las die ganze Reihe – Reihenfolge wild durcheinander – durch.

Danach übersprang ich jegliche weiteren Kinderbücher und wollte als Primarschülerin (Grundstufe) unbedingt Harry Potter lesen. Nachdem ich die Bibliothekarin dazu überredet hatte, dass Harry Potter nicht zu brutal für mich war, entstand also der kleine Potterhead in mir. Ich las jahrelang Harry Potter Bücher vorwärts und rückwärts und kannte alle Zaubersprüche auswendig.

Das führte dazu, dass ich Harry Potter Fanfictons zu schreiben begann.

Es hatte mir in der Primarschule schon immer Spaß gemacht, Geschichten zu schreiben und glücklicherweise hatte meine Lehrerin das unterstützt. Daher war es für mich normal, kurze Geschichten zu schreiben – ich war einfach ein Kind mit Fantasie, wie es auch andere Kinder in meinem Umfeld waren.

Mein Großvater hat mir dann seinen alten Computer ausgeliehen – und mit alt meine ich wirklich alt. Der Computer konnte eine Datei öffnen, in der man Groß- und Kleinbuchstaben schreiben konnte. Fertig.

Aber was brauchte ich schon mehr? Das reichte, um eine Harry Potter Fanfiction nach der anderen zu schreiben. Damals hatte ich mir bereits vorgenommen, auch mal andere Geschichten zu schreiben – solche, die vollständig meiner Fantasie entspringen würden. Aber in Tat umgesetzt hatte ich es noch nicht.

Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, an dem ich beschlossen hatte, meine erste längere Geschichte zu schreiben. Ich hatte in meinen Gedanken gedacht ‚Ja, ich werde diese Geschichte aufschreiben. Wie eine Familie, die in Brüche gegangen ist, wieder zueinanderfindet.‘. Ich hatte das Glück, dass ich mit 12 in der Schule die Möglichkeit bekommen hatte, während dem Unterricht an einem Projekt zu arbeiten. Diese Chance hatte ich genutzt, um eben jenes Buch zu schreiben – und daraus wurde ‘Cecilia und der Zaubertrank’. Wie ihr am Titel vielleicht merkt, war ich zu der Zeit immer noch ein Potterhead 😉

‘Cecilia und der Zaubertrank’ war dann der Grund, warum ich meine Autorenseite auf Instagram begonnen habe. Ich wollte mich in die Community mischen und mein Buch bewerben. Dank dem habe ich viele tolle neue Autorenbekanntschaften und auch Freundschaften geschlossen, ohne die ich jetzt nie an dem Punkt wäre, an dem ich bin. Nina MacKay hat mich, als ich etwa 14 war, auf Wattpad aufmerksam gemacht, wo ich ‘The Unseen Souls’ geschrieben habe – parallel zu meinem Fantasyroman ‚Tigermädchen – Die Nacht ist ihr Element‘.

So begann also mein Dasein als ‚Schriftstellerin‘ auf Social Media und ich bin sehr froh, euch alle kennengelernt zu haben!

Wenn es etwas gibt, das mir geholfen hat – und immer noch hilft -, als Teenager Seite um Seite zu schreiben, Seite um Seite zu überarbeiten, dann ist das wohl Disziplin. Das ist eine Eigenschaft, auf die ich mehr oder weniger stolz bin. Wenn ich mir in den Kopf setze, eine Buchidee umzusetzen, dann mache ich das. Tschüss Netflix. Hallo Microsoft Word.

Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Delia @DeliaMunoz. Sie schreibt gerne Fantasy oder Mischgenres.

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