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November 2, 2018

10 Schreibtipps von der SweekStars Gewinnerin 2017

Letztes Jahr hat Julia aka JellyFox88 die Sweekstars 2017 gewonnen. Hier hat sie für euch ihre besten Schreibtipps zusammengefasst – falls ihr ihre Gewinnergeschichte von den Sweekstars 2017 lesen möchtet, schaut hier (Digital) oder hier (Buch) vorbei.

Es gibt viele Möglichkeiten sich Schreibtipps zu besorgen. Zahlreiche Websites versuchen
einen Einblick in den Schreibprozess zu geben, in Autorenforen kann man sich Hilfe in der
individuellen Schreibsituation holen und Plattformen wie Sweek bieten die Chance direktes
Fan-Feedback zu erhalten. Die Leser*innen werden direkt in den Schreibprozess einbezogen
und Autor*innen können sich gegenseitig beobachten und helfen. Dabei haben wohl alle
ihre ganz persönlichen Vorlieben, Stärken und Schwächen. Die folgenden zehn Punkte geben
einen Einblick in Dinge, die mir beim Schreiben einer Geschichten immer wieder begegnen,
Kopfzerbrechen bereiten oder gezielt weiterhelfen.

#1. „Die Idee“ versus „der Plot“

Jeder Schreiberling kennt das: Man hat eine Idee im Kopf, von der man felsenfest
überzeugt ist. Wenn man daraus jedoch eine Geschichte machen will, braucht es
einen handfesten Plot. Vielleicht gibt es sogar schon den Anfang, das Ende und die
grobe Handlung. Aber meistens reicht das nicht für eine Story in Buchlänge aus.
Zusätzlich kann es dazu kommen, dass man doch noch etwas einbaut oder gar wieder
löscht. All das führt zu Stolpersteinen beim Schreiben. So lange man bei den Dingen
bleibt, die einem deutlich vor Augen sind, läuft es gut. Doch an anderen Stellen stockt
es und wird zäh. Im schlimmsten Fall hat man eine Schreibblockade. Daher setzte ich
mich immer erst hin und verfasse eine Zeitlinie, in der die Dinge geschehen. Diese
muss nicht unbedingt der späteren Chronologie des Buches entsprechen, aber sie
hilft mir, den Überblick zu behalten und mich im Fall der Fälle an meine
ursprünglichen Gedanken zu erinnern. Danach versuche ich die Meilensteine der
Geschichte – diesmal chronologisch an der Handlung entlang – in Stichpunkten
aufzuschreiben, an denen ich mich ebenfalls orientieren kann. Erst dann fange ich mit
dem eigentlichen Schreiben an.

#2. Aller Anfang ist schwer

Am schwersten fällt es den Meisten – und auch mir – den Anfang einer Geschichte zu
schreiben. Viele beginnen daher wahllos irgendwelche Kapitel zu verfassen und erst
später in die tatsächliche Reihenfolge zu bringen. Das ist eine Möglichkeit. Ich gehe
jedoch anders an die Sache heran: Es kann vorkommen, dass ich tagelang
verschiedene Ideen eines Anfangs ausprobiere. Häufig gibt es bei meinen
Geschichten einen Prolog, der die Leser direkt in die Geschichte bringt und neugierig
macht. Diesen schreibe ich in verschiedenen Versionen und überlege dann, welcher
für die Story am besten geeignet wäre. Steht dieser Prolog, fällt mir der Rest deutlich
leichter.

#3. Mit Schreibblockaden umgehen

Schreibblockaden sind wohl das Schlimmste, was ein Schreiberling sich vorstellen
kann. Sie treten auf, wenn man sie am wenigsten braucht und treiben einen in den
Wahnsinn. Stunden-, wenn nicht sogar tagelang starrt man auf ein leeres Blatt Papier
oder Textdokument. Vielleicht schreibt man sogar ein, zwei Zeilen, doch es „fluppt“
nicht so richtig. Hier hilft es nicht etwas zu erzwingen oder sich gar Deadlines zu
setzen. Im Gegenteil: Viel besser ist es einfach einige Zeit das Schreiben sein zu lassen.

Damit meine ich nicht, sich faul in die Ecke zu setzen, sondern viel mehr sich
mit anderen Details zu beschäftigen und anderen Fragen rund um die Geschichte
nachzugehen. Wie sollen meine Charaktere heißen, wie alt sind sie, welche
Charakterzüge machen sie aus? Häufig kommt mit der Beantwortung solcher Fragen
auch die Lust zum Schreiben wieder ganz von alleine. Aber Achtung: Auf keinen Fall
von sozialen Netzwerken und Co. ablenken lassen. Das sind wahre Zeitfresser.

#4. Inspiration durch Musik

Ebenfalls hilfreich bei Schreibblockaden, aber auch einfach so, ist Musik. Sie kann
enorm dabei helfen einen Schreibfluss zu bekommen oder Stimmungen in einem zu
erzeugen, die man dann aufs Papier bringen kann. Ich persönlich habe hier
Soundtracks und Musik für Film- und Fernsehtrailer für mich entdeckt. Sie sind von
sich aus schon so komponiert, dass sie eine Geschichte erzählen. Wenn man die
zugehörige Szene jedoch nicht kennt, kann ein jeder hineininterpretieren, was auch
immer er oder sie möchte. So können ganze Kapitel entstehen.

#5. Auf alles vorbereitet sein

Das ist ein Tipp, den ich leider selbst viel zu selten beherzige, aber dennoch
weitergeben möchte. Schreibt alles sofort auf! Auch wenn man glaubt, das weiß man
in einer halben Stunde auch noch: Es wird nicht dasselbe sein. Wörter und Sätze
verschwimmen, Details gehen viel zu schnell wieder verloren. Daher heißt die Devise:
Habt immer ein Notizbuch dabei und schreibt einen Gedanken immer umgehend auf.

#6. Umgang mit Onlineplattformen

Onlineplattformen wie Sweek sind sehr praktisch. Sie ermöglichen einen engen
Kontakt mit der Leserschaft und sorgen im Idealfall für sofortiges Feedback.
Allerdings ist eine Geschichte ein lebendiges Werk. Es wird im Laufe des Schreibens
häufig verändert, in der Reihenfolge verdreht, ergänzt oder gekürzt. Das kann für die
Onlinefans sehr verwirrend sein. Plötzlich fehlt ein Kapitel oder der hinterlassene
Kommentar ist gelöscht. Daher bin ich mit meinen Geschichten immer mehrere
Kapitel im Vorlauf, bevor ich sie veröffentliche. So kann ich sie noch mehrfach
durchgehen und mir sehr sicher sein, dass sie so bleiben wie sie sind.

#7. Loslassen können

Der für mich schwerste Teil im Schreibprozess ist das Loslassen. Wann ist ein Kapitel
wirklich fertig? Muss nicht doch noch etwas optimiert werden? Verstehen die Leser,
was ich meine? Und die schlimmste aller Fragen: Gefällt es den Leuten? All das sind
Dinge, die mich jedes Mal beschäftigen, wenn ich etwas veröffentliche. Dabei ist es
eigentlich ganz einfach. Man sollte zu den Dingen stehen, die man schreibt. Denn
etwas wird niemals allen gefallen, sondern nur einem entsprechenden Publikum.
Wichtig ist nur, dass man selber sagen kann: Ja, das ist von mir und ja, das ist gut so,
wie es ist.

#8. In Charaktere hineinversetzen

Charaktere machen eine Geschichte erst lebendig. Sie sind es, um die sich alles dreht.
Daher sollten sie auf keinen Fall „platt“ sondern mehrdimensional sein. Niemand ist
aus allen Perspektiven wirklich böse oder immer moralisch vollkommen überlegen.
Menschen haben immer Ecken und Kanten. Diese brauchen auch die Charaktere einer guten Geschichte.
Die besten Autoren haben ganze Nebenbücher mit Vorgeschichten zu ihren (Anti-)Held*innen oder
spinnen deren Lebensgeschichte über das Buch hinaus weiter. Dies macht es möglich,
sie sich entwickeln zu lassen. Das sollte jeder/jede Autor*in versuchen. Ich maße
mir nicht an, dass ich das auch nur ansatzweise schaffe, aber ich gebe mein Bestes,
in dem ich mir überlege woher meine Charaktere kommen, auf welchen Weg sie sich begeben
und wo sie einmal enden werden. Dafür brauchen sie gewisse Eigenschaften, die ich in ihre
Verhaltensmuster und Dialoge einbauen.

#9. und #10. Feedback und Mut

Tipp neun und zehn gehören für mich zusammen. Es handelt sich dabei um Feedback
und Mut. Denn beides braucht man, um eine Geschichte besser zu machen. Nur
durch Feedback entdeckt man etwaige Handlungsfehler, kann die Dinge nochmal aus
einer anderen Perspektive betrachten und damit alles zugunsten der Story
optimieren. Um aber an dieses Feedback zu kommen, braucht es Mut. Mut, die
Geschichte jemandem zu präsentieren, der sie möglicherweise vollkommen
auseinandernimmt oder nicht leiden kann. Daher ist es wichtig jemandem zu haben,
dem man vertraut. Dies können unterschiedliche Personen sein, je nachdem, was
man gerade braucht. Ist es einem wichtig auch Form- und Grammatikfehler korrigiert
zu bekommen? Dann sollte die Person auch darin firm sein. Will man das erstmal
komplett Außen vorlassen? Dann braucht es eher einen Bücherwurm, der das Genre
der Geschichte mag und sich darin auskennt. Mir persönlich fällt es unheimlich
schwer meine Geschichten Personen zu zeigen, die ich kenne. Ich habe daher in
diesem Zusammenhang tatsächlich Plattformen wie Sweek für mich entdeckt. Hier
tummeln sich viele Schreiberlinge, die einander wahnsinnig gut helfen können. Es ist
ein guter Weg, wenn man nicht direkt der Familie oder Freunden etwas präsentieren
möchte. Es muss aber auch nicht immer alles online sein. In vielen Städten gibt es
Gruppen, die gemeinsam schreiben und sich gegenseitig helfen. Vielleicht auch in
Eurer Nähe.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Nutzt Dinge, die euch im Schreibprozess gut tun,
um Schreibblockaden zu verhindern oder zu überwinden. Gebt der Geschichte einen
sinnvollen Handlungsstrang und euren Figuren Stärken und Schwächen. Habt den
Mut eure Geschichten von jemandem gegenlesen zu lassen und nehmt die Kritik an.
Lasst euch aber nicht so weit reinreden, dass eure Geschichte das verliert, was sie
ausmacht. Steht zu euren Entscheidungen, wenn sie essentiell für die Geschichte
sind.

 

Hat euch dieser Blogpost gefallen? Dann schaut bei uns in der offiziellen Sweekstory zu den Sweekstars 2018 vorbei und schreibt eure eigene Story! 

March 16, 2018

Takeover: Schreibblockaden

Man schreibt und schreibt und schreibt und plötzlich… fühlt sich der Kopf nur noch leer an. Egal wie sehr man es auch versucht, man bekommt einfach keine Worte mehr auf das Papier niedergeschrieben. Wer von uns kennt dieses Problem nicht?

Egal in welcher Form und Ausprägung, Schreibblockaden werden den meisten von euch bekannt
sein, und wenn nicht, dann schätzt euch glücklich, diese Erfahrung noch nicht gemacht haben zu müssen!

 

Wie kann man Schreibblockaden wieder loswerden?

Ich wünschte, es gäbe ein Wundermittel, ein Geheimrezept, wie Omas Apfelkuchen mit Zimt oder so
etwas, das ich euch einfach verraten könnte. Leider muss ich euch da enttäuschen. Ganz so einfach ist
es dann doch nicht!

Da ich mich selber momentan überwiegend mit Poetry Slam und Kurzgeschichten auseinandersetze,
pausiere ich meistens einfach das Werk und versuche mich solange an anderen Ideen, bis ich wieder
ins Schreiben hineingekommen bin.

Bei längeren Werken hingegen funktioniert das leider nicht ganz so gut. Hat man schon 50 Seiten
oder gar mehr geschrieben, so fällt es deutlich schwerer, sich, wenn auch nur zwischenzeitlich, von
der Idee abzuwenden und vorwiegend mal auf ganz andere Werke zu konzentrieren.
In diesem Fall solltet ihr euch wirklich dringend klar machen, was genau euer Problem ist. Ist es ein
verlorener Fokus, fehlt die Inspiration oder vielleicht doch eher die Motivation?
Zum Thema Inspiration, gibt es bereits zwei spannende Beiträge hier auf diesem Blog, die ihr euch nicht
entgehen lassen solltet. Auf die Themen Fokus und Motivation werde ich jetzt ein wenig eingehen.

 

Wie findet man seinen Fokus wieder?

Kaum haben wir eine freie Minute, schauen wir auf das Handy und surfen beispielsweise in den
sozialen Netzwerken. Selten gönnen wir uns wirklich einmal eine richtige Pause; problematisch
hierbei ist, dass wir unser Gehirn damit schneller überfordern, als wir denken. Besonders spürbar ist
das wiederum bei kreativen Tätigkeiten, wie dem Schreiben. Um euch wieder auf eure Geschichte zu
fokussieren, gibt es eine zentrale Frage, mit der ihr euch auseinandersetzen solltet:

Worum geht es in eurer Geschichte wirklich?

Versucht sie in nur 2-3 Sätzen zusammenzufassen! Setzt euch mit eurem Konzept auseinander und überarbeitet es, ergänzt ab der ein oder anderen Stelle und streicht woanders etwas heraus.

Ich selber schreibe auch gerne einfach mal Exposés, um mich auf das Wesentliche, die Quintessenz
der Geschichte, zu konzentrieren. Eine weitere Idee wäre es, einfach mal das zu überarbeiten, was ihr bisher geschrieben habt. Das kann man generell kaum oft genug tun und es kann euch ebenfalls helfen, den Fokus wiederzufinden.
Wichtig ist vor allem aber, dass ihr die Geschichte nicht aufgebt, nur weil es einen Tag mal nicht so
gut läuft! Selbst die Profis haben mal Tage, an denen sie lieber durch das Fenster schauen um
Wölkchen zu zählen und am Ende müssen sie feststellen, dass sie im Laufe des Tages nicht mehr als
eine Hand voll Worte niedergeschrieben haben.

 

Und wie motiviere ich mich jetzt?

Motivation ist definitiv einer der Knackpunkte, an denen viele angehende Autoren scheitern. Ein
Trick der fast allen von euch bekannt sein wird, ist es, sich regelmäßige und feste Schreibzeiten in den
Terminplan einzutragen und dennoch Luft zu lassen für Flexibilität. So solltet ihr, wenn ihr gerade Lust
haben solltet zu schreiben, auch genau das tun, anstatt es euch selber zu verbieten, weil ihr gerade
euren schreibfreien Tag habt. Darauf werde ich gleich genauer eingehen. Mithilfe dieser Planung
bekommt ihr Routine. Das ganze könnt ihr dann noch mit Dingen wie einer Tasse eures Lieblingstees
zu jeder Schreibeinheit aufpeppen. So schafft ihr es, dass die Motivation zu schreiben, euch generell
einfacher fällt, als wenn ihr komplett unkoordiniert schreibt.

Das Problem dabei ist, dass viele von euch einen vollen Terminplan haben werden und so kaum Zeit
bleibt, um mal durchzuatmen. Deshalb möchte ich euch ein oder zwei aktive Pausen pro Woche ans
Herz legen. Damit meine ich Tage, an denen ihr zwar keine Schreibzeiten einplant, dafür aber
beispielsweise einen Spaziergang oder ein paar Bahnen im Schwimmbad. Während diesen
Aktivitäten könnt ihr super über eure Geschichte nachdenken oder Freunden davon erzählen (Fokus)
und vielleicht sogar ein paar Anregungen von diesen oder eurer Umwelt bekommen (Inspiration).
Außerdem steigert ihr so gleichzeitig eure Fitness. Bei mir selber kann ich beobachten, dass ich
motivationsfähiger bin, wenn ich gerade fit bin. Somit haben diese Pausen den Effekt, dass ihr in
eurer Geschichte weiterkommt, obwohl ihr gerade mal nicht am Schreibtisch sitzt.
Speziell diese Form der Pause kann häufig euch auch von Schreibblockaden fernhalten oder sie
zumindest schnell wieder verschwinden lassen.

Was tut ihr, wenn ihr in einer Schreibblockade landet?  Habt ihr ein Wundermittel für euch
gefunden? Welche meiner Methoden habt ihr selber schon ausprobiert und was sind eure
Erfahrungen mit ihnen?

 

Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Eve @writtenbetweenthelines. Sie schreibt gerne Poesie.

Du hast die Ankündigung des SweekKeeper Takeovers verpasst? Schau hier vorbei, um einen Überblick über die Autoren und die Themen zu bekommen!