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December 21, 2018

Takeover: Wissenswertes zum Nebencharakter

Ihr lest ein Buch und da tritt er in Erscheinung…Der Protagonist. Im Laufe der Story wird
euch aber immer mehr bewusst, dass er es nicht schafft, euer Herz zu erobern. Euch nervt die
Art, sein Handeln, seine Aussagen. Irgendwas, dass euch dem Protagonisten nicht
näherbringt. Er soll vor eurem Herz stehen bleiben. Nun, da gibt es diesen einen anderen
Charakter, er hat keine häufigen Auftritte und doch trifft euch seine Art mitten ins Herz. Das
kann in jeder Story, in jedem Buch passieren.

Mit diesem Blogbeitrag möchte ich mich genau denen widmen, die vielleicht nicht immer
einen großen Auftritt haben aber doch auch zum Liebling eines Lesers werden können:
den Nebencharakteren.

Aber was zeichnet einen guten Nebencharakter aus?

Das sind jetzt meine Ansichten, jeder kann hier anders denken, andere Vorstellungen haben.
Ich habe gerne einen Nebencharakter, der den Protagonisten hilft, ihm aber auch Grenzen
aufzeigt. Er soll nicht einfach nur ein Ja-Sager sein oder ein -ohne Gehirn Mitläufer-.
Trotzdem hat er eine Beziehung mit dem Hauptcharakter. Entweder von Beginn an, als
Beispiel Freunde oder Familie, oder die Beziehung entwickelt sich im Laufe der Story.
Freundschaft, Hass oder Liebe. Ja all das kann passieren.

Am liebsten habe ich es, wenn selbst der Nebencharakter eine spannende und interessante
Geschichte hat. Das kann eine Hintergrundgeschichte sein, etwas, was ihn auszeichnet und
seinen Charakter geformt hat. Oder er weiß mehr, als er zu Beginn zugibt. Menschen und
somit auch Charaktere in Büchern sind komplex, jeder ist anders und so sind es auch die
Sichtweisen.

Mir persönlich ist es wichtig, dass Charaktere sich gegenseitig unterstützen. Damit meine ich
nicht nur, auf Handlungsebene. Nein, auch auf psychologischer Ebene. Das muss nicht immer
positiv sein. Ein Nebencharakter kann auch negative Emotionen beim Protagonisten
hervorrufen. Doch auch daraus kann man lernen. Vielleicht schafft er es dann, dem
Hauptcharakter wieder bewusst zu machen, worum es geht.
Wenn ein Nebencharakter genau diese Merkmale hat, passiert es schon mal schnell, dass er es
schafft, mich mitzunehmen.

Wie baue ich einen Nebencharakter in meine Geschichte ein?

Da gibt es ganz viele, verschiedene Methoden. Hier muss jeder sich entscheiden, wer ein
fester Nebencharakter bleibt und welche Charaktere nur kurze Auftritte haben sollen. Eine
wäre, ihn bereits von Anfang am Leben des Protagonisten teilhaben zu lassen. Dazu können
Geschwister gehören, Freunde aber auch Personen, von denen man zu Anfang nur den Namen
weiß. Oder sie treten urplötzlich auf.

Weitere Möglichkeit: im Rahmen seines Abenteuers kommen Probleme auf und als Retter
erscheint ein weiterer Nebencharakter. Genau dieser gibt den Ausschlag dafür, dass das
Abenteuer weitergeht. Urplötzlich taucht der Charakter auf.

So wie auch der Protagonist bzw. die Protagonistin ein Aussehen, eine Art und Planung
benötigt, sollte auch der Nebencharakter durchdacht werden. Welche Rolle wird er in der
Story spielen? Was soll er tun? Ist er auf der Seite der Guten oder der Bösen? Ist er ein „grauer“ Charakter, jemand, den man nicht einschätzen kann, was seine Absichten sind? Was
sind seine Absichten? Was für eine Hintergrundgeschichte hat er? Soll man sie erfahren oder
bleibt seine Geschichte im Hintergrund?

So komplex, wie ein Hauptcharakter sein kann, so komplex kann auch einen Nebencharakter
aufgebaut sein. Doch sie gehören zu einer Geschichte dazu. Ohne Nebencharaktere ist eine
Geschichte nicht vollkommen. Daher befasse ich mich auch oft mit ihnen, gebe ihnen das,
was sie benötigten und das, was dem Hauptcharakter fehlt. Für mich sollen Nebencharaktere
meinen Hauptcharakter ergänzen, in positiver und negativer Hinsicht.

Ihr seht also, auch Nebencharaktere können komplex sein, eine Geschichte haben und das
Herz der Leser gewinnen. Manchmal sogar mehr, als es der Protagonist jemals schaffen
könnte. Nehmt euch also Zeit, den Hauptcharakter zu bilden und ihm Nebencharaktere zu
geben, welche eine Ergänzung darstellen. Trotzdem solltet ihr darauf achten, dass sie dem
Protagonisten nicht komplett das Rampenlicht stehlen.

Doch Mühe solltet ihr euch trotzdem geben. Nebencharaktere können die Geschichte auf den
Kopf stellen, egal ob gut oder schlecht. Sie sind ebenfalls ein Teil eurer Story. Also gebt auch
ihnen die Möglichkeit, zumindest etwas zu scheinen. Vielleicht schaffen sie es ja dann auch,
die Herzen eurer Leser zu gewinnen.

Viel Spaß beim Planen!

 



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Yessi @Yessi. Sie schreibt gerne Fanfictions und Fantasy.

Du hast die Ankündigung des SweekKeeper Takeovers verpasst? Schau hier vorbei, um einen Überblick über die Autoren und die Themen zu bekommen.

May 25, 2018

Takeover: Gute Protagonisten – die Helden einer Geschichte

Wie wird mein Protagonist legendär?

In einem der letzten Blogeinträge hat die liebe Delia dir ja schon verraten, dass sich dein
Protagonist, also dein Hauptcharakter, um den sich deine Geschichte dreht, verändern muss.
Bleibt dein Prota nur auf einer Stufe stehen und gewinnt keine neuen Ansichten, keine neue
Stärke oder Tiefpunkte und Erfahrungen dazu, wirst du deine Story im schlimmsten Falle
niemals fertig stellen. Dir wird klar, dass etwas fehlt und es macht dir keinen Spaß mehr,
weiter zu schreiben. Wie kannst du das also ändern? In dem du eine Persönlichkeit erschaffst,
die einfach nur legendär ist!

Was macht einen realistischen Helden aus?

Ich denke, das ist die essentiell wichtigste Frage, die Autoren gestellt bekommen. Was macht
Ihrer Ansicht nach einen guten Protagnisten aus? Vermutlich lässt sich darüber genauso viel
diskutieren wie über die Frage, ob eine gute Geschichte einen Prolog haben sollte oder nicht.
Tatsache ist, dass es darauf keine genaue Antwort gibt. Ich denke, ein realistischer Held
zeichnet sich dadurch aus, dass er glaubwürdig und menschlich ist. Wie sollten sich sonst
deine Leser mit ihm identifizieren können?
Auch die Frage, wie du es schaffst, deinen Prota menschlich werden zu lassen, kann vielseitig
beantwortet werden. Jeder Autor setzt da seinen Fokus vermutlich ebenfalls anders. Vielleicht
solltest du dich beim Gestalten deiner Protagonisten fragen, was für dich Menschlichkeit
bedeutet und welche Eigenschaften du damit verknüpfst.
Wichtig ist, dass du dir eines klar machst: Menschen sind nicht perfekt! In unserer heutigen
Gesellschaft wird erwartet, dass wir perfekt sind, aber das sind wir nicht. Und unsere Helden
in den Geschichten sollten es erst recht nicht sein!

Die Must-Haves deines Protagonisten

Wie schon die Frage, was einen realistischen Helden ausmacht, lässt sich auch die Frage
beantworten, was dein Prota unbedingt besitzen sollte.
Da es sich bei den meisten Protagonisten um Menschen handelt, solltest du ihm auf jeden Fall
einen Namen, eine Familie, einen Geburtstag und ein Hobby verpassen. Hilfreich kann es hier
sein, dir Charakterbögen aus dem Internet runterzuladen und auszufüllen. Ich nehme mir
manchmal auch alte, noch nicht ganz ausgefüllte Freundebücher zur Hilfe und fülle sie für die
verschiedenen Charaktere aus. Deine Priorität sollte darin liegen, dich mit deinen
Charakteren vertraut zu machen, während du sie gestaltest.
Wie reagiert mein Protagonist in dieser und jener Situation?
Was würde er sich von einem Dschinn wünschen?
Um deine Charaktere besser kennen zu lernen, kannst du sie auch interviewen. Das macht
nicht nur viel Spaß, sondern hilft dir, dich besser mit den Eigenschaften, die du ihnen gegeben
hast, vertraut zu machen und dem entsprechend zu reagieren.
Wie in dem letzten Blogbeitrag über die Entwicklung von Charakteren bereits erwähnt, muss
sich dein Prota auf seiner Reise verändern. Dafür muss er aber erst einmal auf die Reise geschickt werden. Um diesen Prozess realistisch gestalten zu können, musst du die Fallhöhe
deines Helden sehr hoch setzen. Die Fallhöhe ist das, was dein Prota verlieren kann, wenn er
handelt oder eben nicht handelt.
Zum Beispiel: Anna ist mit Tom zusammen, weil Tom viel Geld hat und das Altersheim ihrer
schwer kranken Mutter finanziert. Natürlich liebt sie ihn auch, aber Tom behandelt sie
ziemlich mies, weshalb Anna am Überlegen ist, ob sie nicht besser Schluss machen sollte.
Wenn sie Tom allerdings verlässt, fiele die finanzielle Unterstützung für das Altersheim
weg… Die Frage, was Anna nun tut, ist spannend. Sie ist kritisch. Und sie bringt einen
inneren Konflikt mit sich. Der innere Konflikt und die Fallhöhe können also miteinander
verbunden sein. Durch dieses Dilemma wird deutlich, dass deine Figur
nicht perfekt ist. Anna aus dem Beispiel könnte abwägen was passiert, wenn sie Schluss
macht, vielleicht sucht sie sich auch einen neuen Job, der besser bezahlt wird, aber was wäre,
wenn der Chef echt fies ist und sie belästigt? Oder ihr neuer Mieter am Ende des Monats mehr
Kohle verlangt, als Anna aufbringen kann? Zurück zu Tom könnte und möchte sie auch
nicht… Anna fängt also an, an sich zu zweifeln.
Als Autor solltest du dir merken, dass Zweifel deine Freunde sind. Wenn dein Prota an einer
Entscheidung zweifelt, ist das gut. An diesen Hindernissen wächst er.

Muss mein Protagonist sympathisch sein?

Viele werden diese Frage mit Ja beantworten.
Ich sage: nicht ganz.
Ich denke, wenn du als Leser ohne jegliche Vorurteile anfängst, ein Buch zu lesen, muss der
Held nicht sofort sympathisch sein. Klar, wenn er sympathisch ist, fällt es dir leichter, dich
mit ihm zu identifizieren. Aber ich muss gestehen, dass ich viele Bücher gelesen habe, dessen
Protagonisten ich nicht sympathisch, dafür aber beeindruckend fand. Das sind diese
Charaktere, die du niemals in deinem Leben vergessen wirst. Und ich wette, wenn du vor
deinem Bücherregal stehst und dir jede einzelne Geschichte mal reflektiert durch den Kopf
gehen lässt, wird es dir ähnlich wie mir ergehen.
Manchmal können wir als Leser einzelne Handlungen der Figuren nicht nachvollziehen. Das
ist okay. Und das ist auch richtig so, weil das beweist, dass die Figuren menschlich sind und
ihren eigenen Kopf haben. Es wäre ja auch langweilig, wenn die Figuren das machen würden,
was jeder macht. Schließlich sind sie genauso einzigartig wie wir es sind und wir zeichnen
uns auch dadurch aus, dass wir einige Sachen nun mal anders machen als andere Menschen.
Sorge deshalb beim Planen immer wieder für Überraschungen. Lasse deinen Helden etwas tun,
was niemand von ihm erwartet hätte. Ist dein Held das stille kleine Mäuschen, lass ihn zum
Rockstar werden. Ist er ein schludriger Autor, der permanent in seinem Kabuff hockt und die
Menschheit meidet, biete ihm einen Job als Journalist bei der renommiertesten Zeitschrift der
Stadt an.
Dein Held muss nicht sympathisch sein. Er muss einprägsam und einzigartig sein.

Mary Sues und wie du sie vermeidest

Wie genau gestaltest du denn jetzt einen einprägsamen und einzigartigen Charakter? Dafür
kann ich dir leider keine genaue Anleitung geben. Was aber beim Leser garantiert einen
bleibenden Eindruck hinterlässt, sind Gegensätze.
Taube, die Musik machen.
Ängstliche, zurückgezogene Personen, die Schauspieler werden wollen.
Autoren, die über Menschen schreiben, aber Misanthropen sind.
Deine Gegensätze müssen sich nicht nur auf Eigenschaften beziehen. Sie können sich auf
alles beziehen. Das ist ja das Schöne an dem Gestalten der Figuren – du kannst sie so
facettenreich gestalten, wie du magst. Je mehr verschiedene Seiten du zeigst, desto
spannender wird deine Figur. Deshalb nennt man diese ziemlich umfangreichen Charaktere
drei dimensionale Figuren. Im Idealfall gelingt es dir schon beim Schreiben eine so komplexe
Persönlichkeit zu erschaffen. Sollte es dir im ersten Anlauf nicht gelingen, brauchst du nicht
beunruhigt sein, weil es viel Übung und Feingefühl erfordert, um die einzelnen,
verschiedenen Facetten einer Figur im Laufe der Geschichte aufzufächern. Deshalb ist es
auch so wichtig, dass du viel schreibst und planst und plottest, um besser zu werden.
Aber pass auf: wenn Autoren sich eine perfekte Welt vorstellen, wollen sie meistens auch,
dass ihre Figuren perfekt sind. Das bedeutet im Klartext, dass ihre Helden wunderschön sind,
mit sich und der Welt im Reinen sind, viel Geld haben und ultra beliebt sind. Diese Art von
Figur nennt sich Mary Sue. Sie sind die unpersönlichste Art von Figuren und fallen unter die
zwei dimensionalen Figuren. Das sind die Charaktere, die nur an der Oberfläche kratzen. Sie
besitzen keine Tiefe, gehen nicht in die verschiedenen Ebenen einer Persönlichkeit hinein.
Wenn du eine Mary Sue als Hauptcharakter verwendest, wird keiner deine Geschichte weiter
lesen wollen, weil sich deine Leser nicht mit dieser perfekten Person identifizieren können.
Mary Sues vermitteln das Ideal eines perfekten, unfehlbaren Menschen. Aber das sind wir nun
mal nicht.
Wenn du nun also deinen nächsten Helden entwirfst, denke daran: wenn du einen legendären
Protagonisten erschaffen willst, solltest du ihn so unperfekt wie möglich machen.

 

Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurem SweekKeeper Viktoria @ViktoriaChristians. Sie schreibt gerne Young Adult und Fantasy.

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April 26, 2018

Takeover: Die Unterschiede der Ich-Erzählung und des übertriebenen Erklärens

Der Protagonist, der Erklärbär

Wir haben uns in den letzten Wochen schon einige wichtige Aspekte des Schreibens
angesehen. Zuletzt hat euch Viktoria etwas über den Weg des Protagonisten verraten, der
durchaus steinig sein kann. Geplottet habt ihr eure Geschichte jetzt also, oder vielleicht geht
ihr doch eher freier heran – das ist ganz euch überlassen. Doch etwas anderes ist auch
wichtig: Euer Protagonist geht seinen Weg in der Regel in seiner Welt – die kann sich von
eurer Welt und von der Welt des Lesers ganz schön unterscheiden. Doch wie macht man es
richtig, dem Leser die Welt näherzubringen, ohne den Protagonisten übertrieben viel
erklären zu lassen?

Der Erklärbär

Mein heutiges Thema ist definitiv nicht auf alle Bücher universell anwendbar, genauer
gesagt nur auf einen Erzählstil, der sich in vielen Romanen und insbesondere der
Jugendliteratur derzeit großer Beliebtheit erfreut: Die Ich-Erzählung.

Es geht also um einen Erzähler, der Teil der Geschichte ist und aus
seiner eigenen Perspektive erzählt, das heißt, er kann auch nur erzählen, was er selbst weiß,
der Rest sind Vermutungen (oder Lügen). Das ist eine Sache und soll weniger Teil dieses
Textes sein. Viel wichtiger ist: Wie erklären ‚ganz normale Personen‘, also auch Du und Ich,
die Welt, in der wir leben?

Ich mache euch das ‚Problem‘, das ich mit manchen Texten habe, einmal an einem ganz
einfachen Beispiel deutlich. Stellt euch vor, eine eurer Sweek-Bekanntschaften fragt euch in
einer privaten Nachricht, wo ihr eigentlich herkommt.

Ihr schreibt vielleicht:

“Ich wohne in Leipzig.”

Ihr schreibt (vermutlich, zumindest zunächst) nicht:

“Ich wohne in der kreisfreien Stadt Leipzig, die in den letzten Jahren auch manchmal Hypezig genannt
wurde. Das liegt daran, dass Leipzig eine der am größten wachsenden Städte in Deutschland ist und
insbesondere bei Studenten der letzte Schrei. Mittlerweile ist Leipzig die neuntgrößte Stadt in
Deutschland. Erstmals erwähnt wurde Leipzig schon 1015. Es gibt in Leipzig auch eine Straßenbahn.
Straßenbahnen nennen wir manchmal auch Trams. Sie sind schienengebundene öffentliche
Verkehrsmittel, die manche Leute gegenüber ihres eigenen Autos bevorzugen. In Leipzig werden die
Straßenbahnen elektrisch betrieben und sind…”

Herzlichen Glückwunsch, du hast gerade den Erklärbär kennengelernt.

Realistisches Erzählen

Ganz ehrlich, liebe Autoren: Eure Figur kennt ihre Welt höchstwahrscheinlich sehr, sehr gut.
Ebenso, wie der Protagonist und die anderen Figuren später in ihr Abenteuer geworfen werden, darf man ruhig auch den Leser ins kalte Wasser schmeißen. Ich persönlich bin großer Fan von Büchern und Geschichten, in denen ich die Welt lediglich über die normalen Aktionen und Interaktionen der Figuren kennenlerne – ohne, dass es extra Abschnitte gibt, die ausschließlich aus Erklärungen bestehen.

Ich habe mich beim Schreiben schon das eine oder andere Mal dabei erwischt, dass
Erklärungen sich hauptsächlich deshalb eingeschlichen haben, damit ich mir selbst die Welt
erklären konnte, weil ich noch nicht so vertraut damit war, nachdem ich ein neues Projekt
begonnen hatte (weil ich wirklich kein großer Freund des Vorab-Plottens bin, sondern
Outlines während des Schreibens entstehen).

Die große Preisfrage bleibt natürlich, wie man denn das Erzählen bei einer Ich-Erzählung
bzw. einem nicht-auktorialen Erzähler nun realistisch gestalten kann. Mal wieder: Ich finde,
es gibt kein Universalrezept. Aber es gibt einige Tipps und Kniffe, wie Erklärungen gut
verpackt werden können.

Merkt euch auf jeden Fall: Es ist unrealistisch, dass ihr einem Mitmenschen in einer
normalen Erklärung eine Kaffeemaschine, eine Armbanduhr oder ein Auto erklären würdet.
Ähnlich sieht das sicher auch euer Erzähler – selbstverständliche Dinge erklärt er nicht,
außer, er geht davon aus, dass er es erklären muss. Das findet dann doch sicher auch
Erwähnung, oder?

Stellt euch jetzt noch einen Jugendroman vor, in dem es am Anfang ein typisches Ereignis
gibt, das die Leben des Protagonisten und seiner Freunde verändern wird. Warum nicht eine
Rede implementieren, die die Welt der Jugendlichen und was ihre Aufgabe ist, noch einmal
darstellt. In einem anderen Zusammenhang könnte die Figur vielleicht einfach auch im
Unterricht sitzen.

Das geht nicht immer, aber selbstverständlich schleichen sich ja auch im ganz normalen
Erzählen und in alltäglichen Gedankengängen Erzählungen ein. Vergleicht mal:

“Ich habe schon von Gesellschaften gelesen, in denen Jugendliche mit 18 Jahren ihren Schulabschluss
machten und danach ganz frei entscheiden konnten, was sie mit ihrem Leben anstellen sollten. Bei
vielen Europäern war Australien ein beliebtes Ziel, um sich selbst zu finden. Wir dagegen werden zu
unserer Reise gezwungen, um uns selbst zu finden…”

… klingt viel natürlicher und persönlicher als:

“In der Verankerung von 2213 wurde die Reise als neuer Lebensabschnitt für alle Jugendlichen im
Alter von 17 Jahren bestimmt. Seitdem begeben sich alle 17-Jährigen auf eine Reise, um ihre
Bestimmung und einen Partner zu finden. Vor 2213 gab es eine solche Reise nicht, stattdessen
konnten junge Menschen selbst über ihren Beruf entscheiden und dazu sogar in andere Länder reisen.”

Wann erklären erlaubt ist

Mit anderen Erzählstilen ist übermäßiges Erzählen gar kein Problem – ein allwissender
Erzähler darf seine Erkenntnisse gern auch heraushängen lassen. Ich persönlich werde dann
zwar kein Fan der Geschichte, aber das ist ja ein ganz, ganz anderes Thema.

Mit ein paar Kniffen kann man aber übrigens auch bei einer Ich-Erzählung einen
erklärungswütigen Protagonisten rechtfertigen – zum einen vielleicht einfach, weil die Person einfach so ist. Das sollte man dann aber bitte auch in der Interaktion mit anderen Figuren und nicht nur dem Leser gegenüber merken.

Ein paar andere Kniffe gibt es auch. Vielleicht ist die Figur ja auch einfach zum Erklären
gezwungen:

Ganz ehrlich: Ich hab die Gerüchte und Fake News ein für alle Mal satt! Es kursieren so viele
Geschichten, was während unserer Reise angeblich passiert ist. ‚Was während der Reise passiert ist,
bleibt unter uns‘ – ja, ja, das war euer Lieblingsspruch! Also: Passt auf, ich erzähle euch jetzt ganz
genau, was wirklich passiert ist, um den Lügen ein Ende zu setzen. Mein Tagebuch hilft mir, mich zu
erinnern, sodass ich kein Detail auslasse.

Anderer Aspekt, wie zuvor schon einmal erwähnt: Vielleicht geht eure Figur ganz einfach
auch davon, dass sie dem Leser alles erklären muss, weil sie weiß, dass ihre Audienz die
Umstände nicht kennt. Auch das setzt allerdings voraus, dass die Figur weiß, dass sie es
jemandem erzählt, der die Erklärung braucht, und das sollte ebenso Erwähnung finden.

Noch ein Denkanstoß zum Abschluss: Paradoxerweise erklären Icherzähler immer am
meisten von ihrer eigenen Umgebung. Wovon erklärt ihr denn mehr? Wie Dinge in eurem
eigenen Land oder in eurer Heimat laufen oder vielleicht doch eher, wie es woanders, ggf.
im Ausland aussieht, wenn ihr mal dort wart und es anschließend Bekannten oder Freunden
erzählt?

Viel Spaß beim Schreiben!

 

Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurem SweekKeeper Manuel @Maneic. Er schreibt gerne Young Adult und verschiedene (Misch-)genres und war Finalist bei #MikroTanz.

Du hast die Ankündigung des SweekKeeper Takeovers verpasst? Schau hier vorbei, um einen Überblick über die Autoren und die Themen zu bekommen!

April 20, 2018

Takeover: Wie dein Protagonist sein Ziel erreicht

Der Handlungsverlauf deiner Geschichte & warum er so wichtig für dich ist

Ich muss ungefähr in der sechsten Klasse gewesen sein, als meine Deutschlehrerin das erste
mal von so einem roten Faden erzählte, ohne den eine Geschichte absolut keinen Sinn ergäbe,
den aber niemand sehen kann.
Das Problem damals war, dass sowohl ich als auch meine Mitschüler gar nichts mit dem Wort
imaginär anfangen konnten, weil wir noch immer der festen Überzeugung waren, dass sich
unsere Hogwarts-Eule einfach nur verspätete. Wie soll man sich das denn auch vorstellen,
einen nicht existierenden, angeblichen Faden, der sich durch eine Geschichte zieht?
Heute weiß ich natürlich, dass der rote Faden nichts anderes als eine Metapher für die zentrale
Handlung eines Textes ist. Die Handlung einer Story wird heute gerne auch wie im
Englischen einfach nur Plot genannt, wobei ich der festen Überzeugung bin, dass sich dieser
Begriff unter den Jungautoren nur so gut verbreitet, weil er viel kürzer als das Wort Handlung
ist und vor allem viel spannender und aufregender klingt.

Warum ist der Plot jetzt so nützlich?

Damals, in der sechsten Klasse, habe ich angefangen, meine Schreibtechniken auszubauen.
Ich war der festen Überzeugung, dass das, was ich da mit meiner krakeligen Handschrift auf
meine Karoblätter schrieb, absolut richtig war und natürlich noch richtig gut klang. Allerdings
habe ich dann später beim Durchlesen immer gemerkt, dass etwas fehlte. Dass meine ganzen
Ideen, die ich für meine Geschichte hatte, gar nicht wirklich mit eingebaut waren, weil ich
beim Schreiben immer vergessen hatte, was ich eigentlich schreiben wollte.
Ich habe meinen Protagonisten also einfach ins kalte Wasser geschmissen, ohne zu wissen,
wo er irgendwann mal wieder an Land geht. In den meisten Fällen ist er meistens einen
ganzen Ozean lang durchgetaucht, ohne auch nur einmal eine einsame Insel zu sehen.
Nichts von dem, was ich geschrieben hatte, ergab auch nur ansatzweise einen Sinn, weil mein
roter Faden nur ein wirres Wollknäul war. Weil ich mir nichts unter diesem Begriff vorstellen
konnte, wobei der rote Faden eigentlich immer mit dem Plot verwebt sein sollte. Da ich
allerdings nicht mal einen Plot hatte, besaß ich folglich nicht einmal einen roten Faden.
Vielleicht erinnerst du dich ja noch an deine Schreibanfänge, bei denen es dir vermutlich so
ähnlich wie mir ergangen ist. Vielleicht hast du aber auch noch heute das Problem, dass du
deinen Protagonisten einfach nicht auf eine angemessene Reise schicken kannst.
Versuche dir deshalb, den roten Faden wie einen Wanderweg vorzustellen. Kannst du vom
Fuß des Berges aus dein Ziel bereits sehen? Oder läufst du einfach los, direkt ins Blaue
hinein?
Wenn ich einen Roman lese, will ich Handlungspunkte, die unvorhersehbar sind. Ich will
nicht jede neue Biegung auf dem Wanderweg sehen und schon gar nicht das offensichtliche
Ziel.

Wie berechne ich denn jetzt eine genaue Route für diese Reise?

Als Autor solltest du dies allerdings tun. Du solltest das für deinen Protagonisten
offensichtliche Ziel genau vor Augen sehen, jede Biegung, wirklich absolut jeden Kieselstein,
über den dein Held stolpert.
Wenn du jetzt wie ich sagst, dass du das alles in deinem Kopf behältst, dass du den Weg ganz
klar vor Augen siehst, dann rate ich dir trotzdem, dir immer ein paar Notizen zu machen,
damit du den Überblick behältst und nichts vergisst, was du unbedingt schreiben willst.
In dem du jetzt nämlich deine Handlung grob skizzierst, berechnest du quasi die Route deines
Protagonisten zu seinem Ziel. Um in der Metaphorik zu bleiben, das kann die Spitze eines Berges
sein, ein Hochausdach in New York oder eine bestimmte Stadt am Ende eines Roadtrips.
Autoren bezeichnen diesen Vorgang oft als plotten. Das Plotten ist bereits meist mit der
Recherche verbunden oder kommt oft nach dem Gestalten der Charaktere. Dabei ist es
natürlich dir überlassen, an welcher Stelle im Entwicklungsprozess deiner Geschichte du mit
dem Plotten anfängst.

Warum sollte ich plotten?

Heute ist für mich das Plotten unverzichtbar, genauso wie für viele andere Jungautoren auch.
Da gibt es die Outline-Schreiber, die wirklich jeden noch so kleinen Kieselstein auf dem Weg
des Protagonisten kennen, oder die Entdecker-Schreiber, die sich ein bisschen mehr Freiraum lassen,
um sich während des Schreibens ihre Geschichte weiter auszudenken.
Grundsätzlich solltest du plotten, damit du wirklich nichts von deinen Ideen und Schauplätzen
vergisst und deinen roten Faden beibehältst, also dein zentrales Thema nicht aus den Augen
verlierst. Du kannst dir dafür ein kleines Notizbuch anlegen, in dem du die Notizen zu deinen
Charakteren, deinem Setting und deiner Prämisse, sowie deinen Plot aufschreiben kannst,
damit du all deine Unterlagen zusammen hast. Während es Schreibens ist es oft sehr hilfreich,
auf deinen Handlungsverlauf zurück zu greifen, wenn du mal längere Zeit nicht schreiben
konntest, um leichter wieder in deine Story hinein zu finden.
Natürlich gibt es, wie bei so vielen Dingen, verschiedene Möglichkeiten, deine Route zu
berechnen, also, deinen Plot zu entwerfen. Ich habe dir drei verschiedene Wege rausgesucht,
die du anwenden kannst, wenn du in Zukunft deinen Roman plottest.

Die Drei-Akte- Struktur

Wenn du, so wie ich, noch zur Schule gehst oder gerade deinen Abschluss machst, ist dir
diese Methode bestimmt noch geläufig. Wenn nicht, erinnerst du dich gleich wieder daran.
Die Drei-Akte- Struktur ist vermutlich die geläufigste Methode, um einen Text zu
strukturieren. Deshalb wird diese Form oft in Klausuren gefordert, wie zum Beispiel in
Deutsch bei einer typischen Gedichtsinterpretation. Genau das gleiche Prinzip kannst du auch
auf deinen Roman anwenden. Wenn du ein Entdecker-Schreiber bist, bietet diese Form dir
besonders viele Vorteile.
Als erstes fängst du mit der Einleitung an.

Dies ist der Anfang deiner Geschichte, indem du kurz deine Protagonisten und seine Welt
vorstellst, woraus sich oftmals schon der zentrale Konflikt deiner Geschichte abzeichnet.
Darauf folgt dann der Hauptteil.
Dein Konflikt spitzt sich im weiteren Verlauf so zu, dass er die Überhand gewinnt und dein
Protagonist seinen absoluten Tiefpunkt erreicht. Seine Lage scheint aussichtslos, er wird
niemals sein Ziel erreichen. Das ist der Höhepunkt deiner Geschichte.
Im Schluss wird der Konflikt anschließend durch den Protagonisten aufgelöst. Er hat seinen
Tiefpunkt überwunden und sein Ziel erreicht und ist mit seiner großen Liebe durchgebrannt.
Die Übergänge schmückst du dabei mit Wendepunkten aus, anstelle von klaren
Satzanfängen, die den nächsten Abschnitt verdeutlichen und somit offensichtlich wird, dass
deine Einleitung zu Ende ist und dein Hauptteil beginnt. Besonders dein Hauptteil sollte hier
den Großteil deines Textes ausmachen.

Der Fünf-Akte- Plan nach Freytag

Spätestens bei der Szenenanalyse eines Dramas ist dir bestimmt schon einmal der liebe Herr
Gustav Freytag begegnet. Er war ein deutscher Dramatiker und Romanautor und entdeckte
diesen, besonders für Dramen typischen Aufbau. Diese Plot-Methode gibt dir schon genauer
vor, was, wann und wo ein Teil deiner Handlung geschieht.

Exposition
Du beginnst wieder mit einer Einleitung deiner Geschichte, in der du deine Prota- und
Antagonisten vorstellst, deine Schauplätze beschreibst und den Auslöser deines zentralen
Konfliktes nennst. Dabei muss dieser Auslöser nicht immer offensichtlich sein. Hauptsache ist,
dass deine Handlung in Schwung kommt.

Anabasis (Handlungssteigerung)
In deiner Handlung treten weitere Komplikationen auf, die eine frühzeitige Auflösung deines
Konfliktes verhindern. Dabei kann es zu einer Begegnung zwischen deinem Prota- und
seinem Antagonisten kommen, wodurch der Auslöser und somit eine Art Parteibildung
deutlicher wird. Zum Beispiel können deine Leser jetzt besser von Gut und Böse
unterscheiden.

Peripetie / Klimax
Mit dem dritten Handlungspunkt erreicht deine Geschichte ihren Höhepunkt. Deine Handlung
beziehungsweise dein Konflikt artet aus. Es kommt zu einem Kampf, einem Wutausbruch
oder wie bei Romeo und Julia zu dem Mord an Tybalt, Julias Cousin und der Verkündung
ihrer Hochzeit mit Paris. Ein Happy End scheint für den Protagonisten in diesem Teil
hoffnungslos.

Katabasis (Handlungsabfall)
In deinem vierten Handlungspunkt baut sich die Spannung allmählich ab. Es kann ein Plan
geschmiedet werden, der dann durchgeführt werden soll, wodurch sich meist schon ein
offensichtliches Ende deiner Geschichte abzeichnet.

Dénouement / Auflösung
Zum Schluss löst du deinen Konflikt auf. Der Plan, den du im vierten Akt geschmiedet hast,
geht auf oder scheitert. In Dramen bedeutet das Ende oftmals den Tod für die Protagonisten.
Das heißt natürlich nicht, dass du deine Protagonisten ebenfalls sterben lassen musst.
Ein kleiner Tipp von mir: Versuche jeden Akt wieder mit einem Wendepunkt zu verknüpfen
und dadurch das Ende nicht so offensichtlich zu gestalten. Ich greife nochmal zum Vergleich
auf meinen alten Freund Shakespeare zurück: Stünde im Prolog nicht bereits, dass Romeo und
Julia sterben werden, wäre der fünfte Akt nochmal ein richtig dramatischer Wendepunkt, als
klar wird, dass Romeo den Brief nicht bekommt und somit gar nicht weiß, dass Julia nicht
wirklich tot ist. Also halte dir auf jeden Fall immer ein Ass im Ärmel bereit.

Die Sieben-Eckpunkte deiner Wanderroute

Zu guter Letzt habe ich noch die Sieben-Punkte- Struktur von Dan Wells für dich, die vor
allem etwas für die Outline-Schreiber unter uns ist. Je nachdem, wie sorgfältig und akribisch
du plotten willst, wirst du am Ende deiner sieben Eckpunkte entweder jeden Kieselstein oder
auch nur jede Baumwurzel auf dem Wanderweg deines Protas zu seinem Ziel kennen.

Der Hook
Anfangen tust du natürlich mit den Reisevorbereitungen deines Helden. Der Hook ist also das
genaue Gegenteil deiner Resolution, also deines Endes. Wenn dein Protagonist am Anfang ein
schüchternes kleines Mäuschen ist, das still und leise Kuchen in sich rein futtert und am Ende
noch immer schüchtern und klein ist, hast du was falsch gemacht. Dein Protagonist startet
seine Reise von einem anderen Standpunkt als den, den er am Ende seiner Reise erreicht.
Reiße ihn aus seinem natürlichen Umfeld. Zwinge ihn dazu, sich zu verändern.

Plot Turn 1
Im ersten Wendepunkt verändert sich die Welt deines Protagonisten. Allmählich zeichnet sich
ein Konflikt ab. Du kannst, wie bei den Dramen, deinen Konflikt deutlich machen oder nur
anschneiden, sodass sich der Konflikt ebenfalls erst noch entwickelt. Dabei solltest du als
Autor den Konflikt natürlich bereits kennen, damit du ihn noch weiter ausbauen kannst.

Pinch 1
Pinchen tut man eigentlich, wenn man zum Beispiel eine neue Storyidee seinem Verleger
mitteilen möchte, ihm aber nur für fünf Sekunden im Fahrstuhl begegnet und dann die
wichtigsten Punkte zusammen fasst, um seine Geschichte dem Verleger schmackhaft zu
machen.
Bei dem Pinch in deiner Geschichte hingegen baust du besonders viel Druck auf deinen
Protagonisten aus, damit dieser zu einer Handlung gezwungen wird. Freiwillig bewegt der
sich nämlich nicht, sondern schaut auch lieber eine Serie bei Netflix, vorausgesetzt natürlich,
in deiner Welt gibt es so etwas wie Netflix. Hier wird oft der Antagonist vorgestellt, oftmals
durch einen Kampf. Wenn der Protagonist nicht handelt, kommt es zur Katastrophe. Er muss sich
also weiterhin verändern, um den neuen Gegebenheiten Stand zu halten.

Der Mindpoint
Der Mindpoint ist die Verbindungsstelle zwischen deinem Anfang und deinem Ende. Wenn du deinen
Konflikt im ersten Plot Turn nur angeschnitten hast, sollte er spätestens hier klar werden.
Warum ist es wichtig, dass sich dein Protagonist auf die Reise machen musste? Warum musste er
sich bereits verändern? Durch diese Erkenntnis fängt dein Held an, einem Zustand in einen anderen
zu wechseln. Er reagiert nicht mehr auf die Gefahren, die auf ihn zu kommen. Er handelt.
Er schafft neue Gefahren. Es sollte deutlich werden, dass dein Protagonist nicht mehr klein und
schüchtern ist, sondern groß und stark. Dass er den Kuchen auch backen und ihn nicht nur futtern kann.

Pinch 2
Wenn du an diesen Punkt angelangt bist, erzeugst du noch mehr Druck auf deinen
Protagonisten. Seine Pläne scheitern, Selbstmitleid macht sich breit, die Lage scheint
hoffnungslos zu sein, seine geliebte Katze stirbt… Es deutet alles darauf hin, dass die Feinde
gewinnen. Hier befindet sich dein Held an seinem absoluten Tiefpunkt. Er muss das Gefühl
bekommen, alles, wofür er kämpft, zu verlieren.

Plot Turn 2
Aber dann, endlich, erreicht er das Schlüsselstück, um seine Pläne umzusetzen. Das ist der
Erweckungsmoment, in dem der Protagonist morgens aufsteht und seinen Optimismus
zurückgewinnt. Endlich sieht er sich in der Lage dazu, sich seinem Feind zu stellen.

Resolution
Am Anfang deiner Geschichte war dein Protagonist noch klein und schüchtern und hat
Kuchen gefuttert. Wenn dein Held jetzt in der Resolution angekommen ist, ist er gewachsen,
selbstbewusst und hat erkannt, dass Kuchen zwar lecker ist, aber nicht glücklich macht. Dein
Held siegt über das Böse. Das kannst du gestalten, wie du magst. Ist es ein großer Show-
Down wie bei Harry Potter? Endet es mit dem Tod beider Protagonisten? Das bleibt natürlich
dir überlassen.

Ich hoffe, dass dir meine vorgestellten Plot-Methoden dabei helfen können, deinen roten
Faden schön zu verpacken. Und wenn du das nächste mal plottest kannst du ja mal darüber
nachdenken, ob du eher der Outline- oder ein Entdecker-Schreiber bist.
Egal auf welche Weise du letztendlich plottest, ich wünsche dir und deinem Protagonisten auf jeden
Fall eine angenehme Reise.

 

 

Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Viktoria @ViktoriaChristians. Sie schreibt gerne Young Adult und Fantasy.

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