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July 13, 2018

Takeover: Wie unsere SweekKeeper zum Schreiben kamen – Pauline



Unsere SweekKeeper wollen eine neue Runde beginnen, in der sie Euch erzählen, wie sie zum Schreiben gekommen sind. Hier geht es weiter mit Pauline.


 

Wie ich zum Schreiben kam

Ehrlich gesagt gab es für mich nie direkt einen auschlaggebenden Moment, in dem ich
wusste: “Hey, ich möchte gerne schreiben und Autor werden”. Schon seit ich klein war, habe
ich mich für die Welt der Bücher, der Fantasie und Märchen interessiert. Meine Oma hat mir
zum Einschlafen viele Märchen von Hans Christian Andersen oder den Gebrüdern Grimm
vorgelesen, wobei ich damals schon davon beeindruckt war, in welche Welt mich diese
Märchen entführen konnten. Klar, damals wusste ich noch nicht genau, wie dieses
“Entführen” in eine andere Welt möglich ist, aber die Märchen haben mich einfach anders
denken lassen. Ich habe damals schon gerne davon geträumt, wie es wohl ist als
Meerjungfrau im Meer zu schwimmen, wie es ist von dem Prinzen auf dem weißen Ross
gerettet zu werden oder wie es ist als Heldin das magische Schwert gegen ein Ungeheuer zu
erheben, um die Menschheit zu retten. Da ich damals noch nicht schreiben konnte, habe ich
mir mit meinem Opa zusammen die lustigsten Versionen unserer Lieblingsmärchen
ausgedacht. Wir lagen oft bei Regenwetter unter den kuscheligen Decken auf dem Sofa und
haben uns gegenseitig von unseren eigenen Märchen erzählt.

Eines der Märchen, an das ich mich heute noch gerne mit einem Lachen auf dem Gesicht erinnere ist, das um den
betrunkenen Wolf bei Rotkäppchen. In dieser Version ist Rotkäppchen mit einem Motorroller
zu ihrer Oma durch den Wald gefahren, um mit ihr einen runden Geburtstag zu feiern. Auf
dem Weg durch den Wald bietet der böse Wolf dem kleinen Rotkäppchen an, dass er mit zu
dem Geburtstag kommt um mit der Oma zusammen zu feiern, wobei er aber nicht wirklich
mitfeiern wollte, sondern den Weinvorrat im Keller von Rotkäppchens Oma auszurauben. Am
Ende der Geschichte hat der Wolf mit der Oma auf dem Tisch getanzt und Rotkäppchen ist
mit dem Jägerssohn durchgebrannt.

Als ich dann aber selber lesen konnte, habe ich mir meine erste eigene Buchreihe gekauft:
Das magische Baumhaus von Mary Pope Osborne, in der es um die Geschwister Anne und
Phillip geht, die mithilfe eines magischen Baumhauses zurück in die Zeit, in andere Länder
oder gar ins Weltall reisen können. Diese Bücher haben mich dann irgendwann dazu
inspiriert, dass ich selber Ideen entwickelt habe. Die wurden nach und nach so präzise das
ich auf den Rändern meiner Schulblöcke kleine Kapitel geschrieben habe.

Meine allererste, richtige Geschichte habe ich allerdings erst Jahre später geschrieben, als
wir in der Schule ein Märchenprojekt hatten, in dem wir unser eigenes Märchen schreiben
sollten. Jeder von uns durfte sich eine von drei Wortgruppen aussuchen, die dem Inhalt
entsprechen sollten und dann durften wir selber losschreiben. Ich weiß noch ungefähr, dass
es bei mir die Worte Schloss, Familie, Hexe und Hochzeit waren. In diesem Märchen ging es
um die kleine Prinzessin Verena, die am Anfang der Geschichte vom heimischen Schloss
abhaut, weil ihr Vater sie aus Schutzgründen nie aus dem Schloss gelassen hat und in die
Fänger einer bösen Hexe gerät, die das gesamte Land schon in Angst und Schrecken
versetzt hat. Verena konnte aber dank einer geheimen Karte und mit Hilfe von vielen neuen
Freunden herausfinden, dass diese Hexe eigentlich ihre Mutter ist. Am Ende des Märchens
stand dann die große Vermählung von ihren Eltern an, die nie richtig heiraten konnten, weil
Verena’s Mutter verflucht war. Von dieser Geschichte habe ich später sogar eine
Fortsetzung geschrieben, die an die Narnia Filme angelehnt war. Danach habe ich eine
ganze Weile lang mit dem Schreiben aufgehört, da ich keine richtigen Ideen entwickelt hatte,
die mir gefallen haben.

Ich habe erst wieder mit dem Schreiben begonnen, nachdem ich das Fanfiction Schreiben
für mich entdeckte habe. Dank meiner großen Schwester bin ich neben den Märchen
nämlich mit den guten, alten Animes auf RTL 2 großgeworden. Meine erste Fanfiktion habe
ich über den Anime Sailor Moon geschrieben, aus der ich sogar mal angefangen habe einen
eigenen Manga zu zeichnen, den ich aber bis heute nicht beendet habe. Nach und nach
kamen zu meinen Büchern immer mehr Mangas dazu, zu denen ich immer mehr Fanfictions
geschrieben habe.

Und vor ein paar Jahren kam mir dann endlich meine erste, richtige Idee für einen eigenen
Roman, für die ich mich von der Serie “Anna – Schritt für Schritt ins neue Leben” inspirieren
lassen habe. Die Idee kam mir in der 8. Klasse und ich schreibe noch heute daran. Zuerst
habe ich mir nur den Plot aufgeschrieben und danach habe ich begonnen die Geschichte
Stück für Stück in ein Notizbuch zu schreiben. Und jetzt, 5 Jahre später, schreibe ich genau
diese Idee auf eine ganz andere Art und Weise als den ursprünglichen Text, aber mit der
gleichen Grundidee.

 

Wie sich das Schreiben verändert hat

Ich würde nicht unbedingt sagen, dass sich mein Schreiben großartig verändert hat.
Natürlich ist mein heutiger Schreibstil nicht genau der gleiche, wie er vor einigen Jahren war,
was auch daran liegt, dass man sich vielleicht als Mensch mit seinen eigenen Ideen und
Interessen weiterentwickelt. Eine direkte Veränderung ist mir jedoch im Detail aufgefallen,
denn vor ein paar Jahren war für mich nur die Handlung der Charaktere in den Texten
wichtig und nicht der Blick für das Detail. Ich wollte so schnell wie möglich die Ideen auf
Papier bringen ohne lange darüber nachdenken zu müssen. Mittlerweile habe ich durch viele
Bücher und auch durch etliche, neue Lebenserfahrungen einen besseren Blick für das Detail
in bestimmten Situationen erhalten, was auch gut ist, denn so werden die Texte für die Leser
angenehmer und lockerer. Mittlerweile kann ich mich mithilfe von diesen Details auch
genauer in meine Charaktere hineinversetzten und noch besser mit ihnen fühlen.

 

Wie und was ich jetzt schreibe

Meinen momentanen Schreibstil würde ich als sehr detailliert, emotional und umfangreich
beschreiben, denn ich kann nicht genug schreiben. Mir fällt immer wieder etwas Neues ein,
dass ich gerne anders schreiben würde und was mir besser gefällt als das, was ich zuvor
geschrieben habe, denn dass fällt mir an meinem momentanen Projekt auf. Gestern habe ich
ein Kapitel geschrieben, dass mir sehr gut gefallen hat, als ich es mir zur Korrektur
durchgelesen habe und was ich heute früh gleich wieder komplett geändert habe, da mir die
Details für den kommenden Verlauf der Geschichte gefehlt haben. Manchmal hasse ich mich
dafür und auch meine Beta Leserin, die sich letztendlich einen Weg durch die vielen
durchgestrichenen Sachen und Ideen finden muss bis sie endlich am Ende angekommen ist.

Aber es hat auch gute Seiten, denn dadurch kann ich mich noch besser hinter die Zeilen
lesen, mich besser in die Charaktere hineinversetzten und manche Sachen noch besser
umschreiben. Als ich gerade mit dem Schreiben begonnen habe, hätte ich mir auch nie
vorstellen können, dass mir meine ausgedachten Charaktere so sehr ans Herz wachsen
können, aber mittlerweile fühle ich beinahe in jedem Kapitel mit, wenn einem meiner
Charaktere etwas zustößt.

Meine Genres beim Schreiben haben sich über die Jahre auch nicht verändert.
Hauptsächlich schreibe ich Fantasy und Mystery mit einem Hauch Romance oder Young
Adult Romance im Prosa Bereich, aber ich schreibe auch liebend gerne Fanfictions rund um
meine Lieblingsbands-/animes, oder -/bücher. Das Fanfiktion Schreiben eröffnet mir
manchmal eine Tür in die Welt meiner liebsten Charaktere, die ich danach oft sogar mit
anderen Augen sehe. In einem aktuellen Projekt schreibe ich sogar mit einer Gruppe anderer
Fans an einer gemeinsamen Fanfiction zu unserer Lieblingsband, in der es um die
Entstehung der Band geht. Die Fanfiction lässt uns die Musiker sogar von einer anderen
Seite kennenlernen.

 

Was ist wichtig zum Schreiben?

Für mich ist der Spaß und die Leidenschaft am Schreiben das aller wichtigste, denn wenn
der Autor keine Lust, keinen Spaß und keine richtigen Ideen beim Schreiben hat, dann hat
auch der Leser keinen Spaß daran. Ich persönlich kann auch nur dann ganz motiviert
schreiben, wenn ich genau weiß, was ich wie schreiben will. Ansonsten sitze ich nur vor dem
blinkenden Cursor und versuche krampfhaft etwas zu schreiben, dass mir am Ende dann
doch nicht gefällt. Das ist auch der Grund warum ich manchmal zwei Wochen oder mehr für
ein neues Kapitel meiner Texte brauche, denn ich muss Spaß beim Schreiben haben, bevor
etwas passieren kann. Wenn hinter dem Text keine Leidenschaft und kein Spaß steckt,
braucht man es auch keinem Leser zum lesen geben, denn der merkt gleich an der Art und
Weise, dass der Autor nur geschrieben hat, um seinen regelmäßigen Zeitabstand
einzuhalten und das sollte eigentlich nicht das Ziel für einen Autor sein.

Natürlich weiß ich auch, dass es für die Leser nicht schön ist, wochenlang auf ein neues Kapitel zu warten,
aber mal ganz ehrlich: Es macht doch viel mehr Spaß ein Kapitel zu lesen, hinter dem ein
glücklicher Autor steckt als ein Kapitel, das nur oberflächlich und ohne Leidenschaft
geschrieben ist, oder? Und dafür wartet man doch als Leser lieber etwas länger auf etwas
Besonderes als auf etwas Kurzes, Knappes und Oberflächlicheres, nicht wahr?

Also als kleiner Tipp euch da draußen: Lasst euch lieber Zeit mit einem emotionsgeladenen
Kapitel, dass mit Leidenschaft und Spaß geschrieben ist und an dem euere Leser viel Spaß
dran haben, als an einem schnell, langweilig und wahrscheinlich oberflächlich
geschriebenen Kapitel.

 

Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Pauline Lederhausen @LeLine99. Sie schreibt gerne Fanfictions und Mischgenres und war Finalistin bei #MikroLicht.

Du hast die Ankündigung des SweekKeeper Takeovers verpasst? Schau hier vorbei, um einen Überblick über die Autoren und die Themen zu bekommen!

June 29, 2018

Takeover: Wie unsere SweekKeeper zum Schreiben kamen – Blerta



Unsere SweekKeeper wollen eine neue Runde beginnen, in der sie Euch erzählen, wie sie zum Schreiben gekommen sind. Hier geht es weiter mit unserem neusten Mitglied Blerta.


Wie ich zum Schreiben kam

Jeder Autor schreibt andere Geschichten. Genauso ist es auch mit den Geschichten von Autoren, wie
sie ihre Leidenschaft zum Schreiben entdeckten. Jede Geschichte ist anders.

Meine Eltern haben mir nie übermässig viele Geschichten erzählt oder vorgelesen. Im Allgemeinen
sind meine Eltern nicht so lesebegeistert. Wenn ich jetzt auf meine Kindheit zurückblicke, merke ich,
dass ich schon immer einen Drang dazu hatte, meine Kreativität in Geschichten auszudrücken. Als ich
noch nicht schreiben konnte, habe ich Bilder gezeichnet, die in meinem Kopf entstanden sind und diese
anschließlich zu einem kleinen Buch zusammengeheftet. Als ich dann in die Schule kam
und endlich schreiben konnte, habe ich mich oft an meinen Schreibtisch, und später an den
Computer meines Vaters gesetzt, um meiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Jedoch verlor ich nach
einigen Jahren leider das Interesse und die Leidenschaft am Schreiben.

Eine Detektivreihe, die mittlerweile aus unzähligen Bänden besteht, weckte meine Aufmerksamkeit
zum Lesen. Sogar als ich gerne geschrieben habe, mochte ich es überhaupt nicht zu lesen. Bücher
waren damals für mich die reinste Hölle – bis ich diese Bücherreihe entdeckte. Seit dem
verschanze ich mich stundenlang in meinem Zimmer, um Geschichten zu lesen. Zum Schreiben kam
ich aber erst vor drei Jahren wieder. Man könnte es als Zufall bezeichnen. Als ich meine alten
Schulsachen sortierte, flog mir ein Blatt in die Hand, auf dem ich einen Aufsatz für die Schule
geschrieben hatte. Ich erinnerte mich daran, dass ich es früher gar nicht mochte Geschichten zu
schreiben, wenn man mir ein konkretes Thema vorgab. Ich bevorzugte es, meiner Fantasie keine
Grenzen zu setzen (Heute komme ich schon besser damit klar!). Nachdem ich meinen Aufsatz gelesen hatte,
setzte ich mich an meinen Laptop und schrieb das erste Mal seit Jahren wieder etwas.

Seit dem hatte ich immer wieder Phasen, in denen ich es kaum erwarten konnte, von der Schule nach
Hause zu kommen um zu schreiben. Jedoch hatte ich auch Phasen, in denen ich monatelang kein
Wort schrieb. Zuerst begann ich damit, zu jedem Sänger, Schauspieler, Film und jeder Serie, die ich
mochte, eine Fan-Fiction zu schreiben. Ich hatte unzählige Seiten auf Instagram, auf denen ich meine
Geschichten veröffentlichte. Einige Zeit später, stieß ich auf die Plattform Wattpad, die mir damals
von einer Freundin vorgeschlagen wurde. Ich begann, meine Geschichten dort zu veröffentlichen und
hatte auch schnell einige Leser dazugewonnen. Jedoch traute ich mich nicht, meinen Freundinnen
von meiner Freizeitbeschäftigung zu erzählen. Ich fand mein neues Hobby ziemlich merkwürdig zu
der Zeit. Bis heute weiß ich nicht, an was es lag, aber ich fühlte mich nicht wohl. Ich bin ein Mensch,
der gerne in Teams arbeitet. Deshalb fühlte sich das Schreiben so fremd für mich an. Also ließ ich es
wieder mit dem Schreiben.

Jetzt kann ich von Glück sprechen, dass ich vor ungefähr zwei Jahren diese Leidenschaft wieder
aufgegriffen habe. Zu der Zeit riss ich mich auch von den Fan-Fictions los und entwarf eigene
Charaktere. Es war ein schönes Gefühl, seine eigene Welt zu erschaffen. Die Bilder, die ich in meinem
Kopf hatte, in Worte umzuwandeln. Ich hatte mit einem Mal so viele Ideen, dass ich nicht mehr
nachkam mit schreiben. Ein weiterer Grund, weshalb ich wieder zum Schreiben zurückgefunden
hatte, war, dass ich einiges zu verarbeiten hatte. All meine Gefühle konnte ich in die Geschichten
einfließen lassen und konnte feststellen, dass es tatsächlich half. Auch heute schreibe ich gerne
Kurzgeschichten, die mein eigenes Leben widerspiegeln.

Ich stehe noch ganz am Anfang. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich noch vieles zu lernen habe. Aber
im Moment ist das Schreiben für mich noch ein Hobby, das ich mit grosser Leidenschaft verbinde.
Natürlich ist es mein größter Wunsch, einmal mein eigenes Buch zu veröffentlichen, aber der Weg
bis dahin wird noch ein langer sein.

Ich konnte am eigenen Leib erfahren, was es heißt, ein Hobby immer wieder neu zu entdecken.
Schreiben braucht Motivation. Aber nur Motivation alleine reicht nicht. Man braucht Kreativität, Hilfe und viel  Durchhaltevermögen. Das Schöne an einer Leidenschaft ist, dass jeder irgendwann zu ihr
findet und sich seinen eigenen Rhythmus bildet.

 



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Blerta @blerta__. Sie schreibt gerne Kurzgeschichten, Young Adult und Fantasy.

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June 15, 2018

Takeover: Wie unsere SweekKeeper zum Schreiben kamen – Viktoria



Unsere SweekKeeper wollen eine neue Runde beginnen, in der sie Euch erzählen, wie sie zum Schreiben gekommen sind. Hier geht es weiter mit Viktoria.


Warum ich Geschichten erfinde

Jeder Autor oder jede Autorin schreibt aus einem anderen Grund. Jeder hat seinen eigenen
Weg zum Schreiben gefunden und hat andere Hürden im Leben genommen, genauso wie
jeder andere Ansichten vertritt oder Vorstellungen hat. Genauso unterschiedlich sind auch die
Geschichten, die wir Autoren erzählen. Was könnte also mich dazu bewegt haben, mich
stundenlang vor meinen Laptop zu setzen und wie besessen auf meine Tastatur zu hämmern?

Wenn du nicht schlafen kannst, dann denk dir doch Geschichten aus

Als ich noch ganz klein war, mochte ich nachts einfach nicht schlafen. Ich weiß bis heute
nicht, woran das lag, aber ich hatte schwere Probleme damit, einzuschlafen. Eines Abends,
ich muss da so ungefähr fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein, setzte sich mein Papi zu mir
ans Bett und meinte zu mir, dass ich mir Geschichten ausdenken solle, bis ich einschlafe. Seit
dem ich denken kann habe ich eine sehr blühende Fantasie und seit diesem Abend, als ich fünf
war, habe ich mir abends immer Geschichten ausgedacht und sie mir selber erzählt, bis ich
eingeschlafen bin. Manchmal tue ich das heute sogar auch noch.

Als ich in der zweiten Klasse war, mussten wir als Hausaufgabe eine Geschichte schreiben.
Meine war die Längste von allen und ging über zwei Seiten, während die von meinen
Mitschülern nur eine halbe oder eine Seite lang war. Seit dem Tag schrieb ich in
Freundebücher in die Spalte, was ich werden möchte, wenn ich groß bin, dass ich
Geschichtenschreiberin werden will, weil ich nicht wusste, dass man das Autor nennt. Immer
wenn ich gesagt habe, dass ich Autorin werden möchte, wurde ich schief angeguckt und nicht
für ernst genommen. Mein Opa wollte immer, dass ich doch bitte etwas Vernünftiges machen
soll. Früher habe ich nie verstanden, warum Bücher schreiben für ihn kein richtiger Beruf
war, weil schreiben doch mehr Arbeit und Zeit beansprucht, als so manch einer denken mag.

Seit dem ich schreiben kann, schreibe ich. In der Schule habe ich schon immer am meisten
geschrieben, weil ich mich einfach nicht kurz fassen mag (wie man vielleicht auch an meinen
immer zu langen Blog Posts merkt). Ich liebe Wörter und ich liebe Buchstaben und ich liebe
die Denotationen und Konnotationen eines jeden Wortes, das ich erschaffe. In der Q1 habe
ich mich so begeistert auf meine Facharbeit gestürzt, dass ich am Ende viel zu viele Seiten
hatte und kürzen musste. Als wir auf dem Präsentationsabend unsere Ergebnisse dann
vorstellen sollten, haben die anderen Mädchen aus meinem Seminarfach dann Plakate
gestaltet oder Hörbeispiele mitgebracht. Ich habe aus meiner Facharbeit einen Poetry Slam
geschrieben und an dem Abend sogar geslammt. Was bot sich auch anderes an, als meine
Analyseergebnisse über den sprachlichen Wandel in der Literatursprache in einem Poetry
Slam darzustellen?

Wie die ganze Reise dann anfing

Über die Jahre habe ich einige Schicksalsschläge erlitten, mit denen ich bis heute zu kämpfen
habe. In dieser Zeit habe ich sehr viel geschrieben und gelesen, wann immer es mir schlecht
ging. Oft flüchtete ich in eine andere Welt und suchte Trost bei den ganzen verschieden
Protagonisten, die die Helden ihrer eigenen Welt wurden. Dadurch habe ich viel über das
Leben an sich gelernt und verstanden, dass es auch anderen Menschen mal ziemlich scheiße
gehen kann, aber dass es nun einmal irgendwie immer weiter geht. Die ganzen Geschichten
haben mich abgelenkt und mir neue Zuversicht geschenkt.

Irgendwann habe ich angefangen, in die Storywriter-Branche auf Instagram einzusteigen, weil
ich meine Geschichten, die ich mir ausgedacht und die mir geholfen haben, mit meiner
Realität irgendwie umgehen zu können, nicht mehr allein für mich behalten wollte. Da muss
ich ungefähr 14 Jahre alt gewesen sein. Auf Instagram habe ich viele Geschichten geschrieben
und bereits einen kleinen Kreis an Lesern gewonnen, den ich dann, als ich auf Wattpad und
Sweek umgestiegen bin, erweitert habe. Das war das erste Mal, dass ich mich komplett wohl
gefühlt habe mit dem, was ich mache und auch noch Feedback bekommen habe. In meiner
Zeit als Instagram-Autorin habe ich auch Nina Mackay kennengelernt, die mich in ihre
Jungautoren-WhatsApp-Gruppe aufgenommen hat und durch die ich die Möglichkeit
bekommen habe, mich mit anderen Jungautoren auszutauschen. Mir war vorher gar nicht klar
gewesen, dass es vielleicht noch mehr Mädchen und Jungs in meinem Altern gibt, die
ebenfalls gerne schreiben und die das Geschichtenerzählen zu ihrem Job machen möchten.

Wir haben doch alle ein Thema, über das wir mit niemandem sprechen
können

Und das ist der Grund, was ich am Schreiben so faszinierend finde. Uns als Autoren ist es
möglich, über Dinge zu schreiben, über die niemand sprechen will. Aber vielleicht braucht
irgendjemand auf der Welt gerade genau das, was ich in einem Buch beschreibe, das ich vor
zehn Jahren geschrieben habe. Vielleicht hilft gerade eine traurige, kitschige Liebesgeschichte
einem anderen Menschen, für ein paar Sekunden seinen Kummer zu vergessen. Vielleicht
macht diese Geschichte einem anderen Mut und zeigt demjenigen, dass er nicht aufgeben,
sondern weiter machen soll. Vielleicht kann ich als Autorin auf diese Weise mit anderen
Menschen sprechen und ihnen durch meine Figuren und meinen Geschichten irgendwie
helfen, weil Reden an sich nicht so mein Ding ist. Ich möchte all den Menschen etwas
schenken, das ich auch bekommen habe, als es mir nicht gut ging und ich mich zwischen die
Zeilen einer fremden Welt geflüchtet habe. Deshalb erfinde ich Geschichten.



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Viktoria @ViktoriaChristians. Sie schreibt gerne Young Adult und Fantasy.

Du hast die Ankündigung des SweekKeeper Takeovers verpasst? Schau hier vorbei, um einen Überblick über die Autoren und die Themen zu bekommen.

June 8, 2018

Takeover: Wie unsere SweekKeeper zum Schreiben kamen – Yessi



Unsere SweekKeeper wollen eine neue Runde beginnen, in der sie Euch erzählen, wie sie zum Schreiben gekommen sind. Hier geht es weiter mit Yessi.


Wie ich zum Schreiben kam:

Von klein auf hat mir meine Oma immer vorgelesen. Nur so konnte ich in einen tiefen Schlaf fallen und bis zum nächsten Tag durchschlafen. Es ist spannend, welche Abenteuer in Märchen immer erlebt werden, das wollte ich auch immer.
Je älter ich wurde, desto weniger wurde mir vorgelesen, also schnappte ich mir selbst ein
Buch und begann in fremde Welten einzutauchen. Dazu gehörte unter anderem die Welt von Harry
Potter und seinen Freunden.

Doch auch das Fernsehen begann interessant zu werden. Denn immer nach der Schule wurde der
Fernseher angeschaltet und es liefen Animes wie Digimon, Pokémon, Sailor Moon und so weiter. Das hat
mich irgendwann dazu inspiriert, selbst solche Geschichten zu erfinden. Ich wollte nicht nur im
Fernsehen zuschauen, sondern dabei sein, eigene Ideen einbringen. Ich habe also ziemlich früh angefangen, mich selbst in diese Welten der Animes zu packen und gemeinsam mit den Charakteren deren Abenteuer zu erleben.

Nachdem das mal gut, mal schlecht gelungen ist, habe ich mich auf die Suche nach einer Plattform
begeben, um solche Fanfiktions zu veröffentlichen. Ich wollte, dass alle daran teilhaben können.
Diese Plattform habe ich dann auch finden können. Zuerst war ich nervös und habe nur Geschichten
gelesen, doch daran habe ich auch gelernt und mich irgendwann getraut, selbst eine Geschichte zu
veröffentlichen.

Fanfiktions und eigene Geschichten sind mir viel lieber gewesen, als irgendwelche Aufsätze, die
ich in der Schule schreiben musste. Denn bei eigenen Stories kann ich frei sein, mich meiner
kreativen Ader hingeben und muss nicht auf irgendwelche Vorgaben achten.

Wie sich das Schreiben verändert hat:

Wenn ich mir alte Geschichten durchlese, kann ich manchmal gar nicht glauben, wie schlecht ich
geschrieben habe. Aber aller Anfang ist schwer und auch, wenn zu Beginn viele Fehler dabei
waren, keine korrekte Satzstellung vorkam und Punkte vergessen wurden, ist doch nach und nach,
je älter ich wurde, eine Verbesserung zu erkennen.

Ich lese gerne alte Geschichten, um mir die Veränderungen vor Augen zu führen. Es soll mir
zeigen, wie sich mein Schreibstil in all den Jahren dann doch gebessert hat. Zudem lache ich gerne
über so manchen Fehler.

Früher wollte ich eine Geschichte schnell geschrieben und erledigt haben, damit sofort das neue
Projekt starten kann. Auch das änderte sich, da dadurch mein Schreibfluss nicht zu dem passte, wie
ich es mir vorgestellt hatte.

Man bemerkt, dass man im Alter mit der Sprache wächst, neue Wörter lernt, die verschiedenen
Zeiten in der deutschen Sprache aber auch Fremdwörter. Alles hat mir dabei geholfen, zu wachsen
und jetzt so zu schreiben, dass ich ganz zufrieden mit mir bin. Trotzdem möchte ich mich stetig verbessern und werde deshalb fleißig weiterschreiben und auch lesen.

Wie ich jetzt schreibe:

Am liebsten ist mir dann doch immer das Planen der Geschichte. Das habe ich früher immer
ziemlich vernachlässigt, doch jetzt ist es mir besonders wichtig, dass alles einen Sinn ergibt. Basiert
sie auf einer Vorlage, Anime, Manga oder Buch, dann ist die Welt vorgegeben, auch wenn man
immer noch einen Spielraum hat. Der eigene Charakter kann so entwickelt werden, wie man es
möchte. Haarfarbe, Augenfarbe, Hobbies, einfach alles entspringt meiner Fantasie. Manchmal sind
es auch Sachen, die ich selbst gerne als Hobby hätte.

Früher passierte das alles noch auf einem Blatt Papier, es waren Kritzeleien, die man später eher
entziffern musste, als überhaupt etwas zu verstehen. Heute landen alle Ideen in einem Heft oder in
einem Ordner. Dort wird geplant, was passieren soll, wie der Charakter heißt, wie er aussieht, was er
liebt, was er nicht so mag und und und…

Auch wenn ich meine Geschichten auf dem Laptop schreibe, sind mir meine handschriftlichen
Notizen sehr lieb. Zeichnungen, die eine sehr gute Freundin anfertigt, helfen mir bei der
bildhaften Vorstellung. Oder ich nutze so manche Apps, vor allem Pinterest. Jede Kleinigkeit wird
meist genau recherchiert, ich möchte meinen eigenen Charakter so realistisch wie möglich haben.
Auch der Verlauf der Geschichte wird z.B. mit einem Zeitstrahl geplant.

Die Weltenplanung ist auch immer lustig, man kann seinen Ideen freien Lauf lassen. Aktuell führe
ich ein Notizbuch zu einer Geschichte, in welchem alle Charaktere aufgeführt sind. Was machen sie
gerne, wie stehen sie mit dem Hauptcharakter in Verbindung, wie heißen sie, das Aussehen. Jede
Welt, die besucht wird, ist besonders und das soll auch so rüberkommen.

Was ich schreibe:

Veröffentlicht habe ich eigentlich hauptsächlich Fanfiktions, im Anime bzw. Manga Bereich oder
auch von Büchern wie Harry Potter. Fanfiktions habe ich ziemlich gerne geschrieben (jetzt natürlich
auch immer noch), aber irgendwann wollte ich meine eigene Welt haben, eigene Charaktere, eigene
Abenteuer. Daher sind mir freie Geschichten jetzt sogar noch lieber geworden. Auch wenn ich mich
immer zwischen beiden abwechsle, damit mir nicht langweilig wird.

An Kurzgeschichten versuche ich mich von Zeit zu Zeit. Diese sind für zwischendurch eine
gehörige Abwechslung, wenn man mal an einer Stelle feststeckt.

Vom Genre her bin ich sehr gerne im Bereich von Fantasy unterwegs, dazu meist eine Portion
Romantik. Beides ist für mich eine perfekte Kombination, über so etwas liebe ich es zu schreiben.

Was ist wichtig zum Schreiben?

Zuerst wäre da die Motivation. Meiner Meinung nach kann ohne Motivation keine ordentliche
Geschichte entstehen. Wer nur halbherzig dabei ist, wird es auch nicht schaffen, die Leser davon zu
überzeugen. Man sollte auch nicht aufgeben, wenn es wenig Leser gibt, sondern sich über jeden
freuen, der sich für die Geschichte Zeit nimmt.

Außerdem sollte jeder Spaß am Schreiben haben. Wer keinen Spaß daran hat, wird sich und auch
anderen keinen Gefallen tun. Wenn man Spaß am Schreiben hat, geht alles so einfach von der Hand
und ihr könnt das Schreiben so richtig genießen.

Das Schreiben gehört zu meinem Leben dazu, es ist ein Hobby, welches ich sehr liebgewonnen
habe. Es hilft mir, dem Alltag zu entfliehen und ich freue mich immer, wenn es den Leserinnen und
Lesern auch so geht.



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Yessi @Yessi. Sie schreibt gerne Fanfictions und Fantasy.

Du hast die Ankündigung des SweekKeeper Takeovers verpasst? Schau hier vorbei, um einen Überblick über die Autoren und die Themen zu bekommen.