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November 23, 2018

Takeover: Zeitspannen optimal ausnutzen

Zeit nutzen – was 10 Minuten ausmachen können.

«Das sind nur noch zehn Minuten. Egal, ich geh auf Facebook.»

Hand aufs Herz: wer kennt diesen Gedanken? (Dabei ist Facebook durch jegliche App zu ersetzen.)
Wenn wir nur noch wenige Minuten Wartezeit zu einer nächsten Verpflichtung haben, passiert es
tendenziell, dass wir die Zeit nur noch «totschlagen» statt ausnutzen.
Doch hier möchte ich aufzeigen, dass es sich lohnt, auch kleine Zeitspannen auszuschöpfen.

Ein Grossteil meines Buches «The Unseen Souls» zum Beispiel habe ich in der Strassenbahn oder im
Auto geschrieben. Die Mehrheit meiner Geschichte «Küsse im 2/4-Takt» habe ich in 15-30-
Minutenspannen geschrieben. So kann man Pausen ausnutzen, um mit kleinen Schritten an einem
Projekt vorwärtszukommen. Denn auch ein kleiner Schritt ist ein Schritt.

30 Minuten. Ihr habt noch eine halbe Stunde, bis ihr auf den Zug oder ans Boarding gehen müsst?
Finger weg von Facebook und Snapchat! In einer halben Stunde kann man den Charakter einer Figur
planen, den Handlungsstrang überarbeiten oder eine Szene verbessern. Nehmt euch mal dreißig
Minuten Zeit, konzentriert an eurer Geschichte zu arbeiten und ihr werdet merken, dass es sich
lohnt! Notiert euch am besten, wie weit ihr gekommen seid, damit ihr wisst, wie viel ihr in der Zeit
erledigen könnt.

15-20 Minuten. Auch diese Zeitspanne kann man wunderbar nutzen. Ihr könnt an eurer Geschichte
weiterschreiben oder sie verbessern, ihr könnt eure Charakterbogen ausfüllen oder durchlesen oder
endlich etwas googeln, das ihr schon lange wissen müsstet für den Verlauf der Geschichte.
Stellt euch mal vor, wie lange 20 Minuten in der Schule wirken und wie viele Französischverben man
in der Zeit konjugieren kann! Dann wird das wohl auch reichen, um ein paar deutsche Wörter zu
jonglieren.

Wenn ihr nur noch 10 Minuten habt, bis ihr aus dem Haus müsst, kann ich verstehen, dass ihr
vielleicht gestresst seid. Ihr wollt nichts Neues anfangen, sondern lieber noch die Schuhe anziehen
und die Jacke raussuchen. Aber das ist keine Ausrede.

Denn dazu hab ich euch einen Tipp: Stellt euren Handywecker auf 8 Minuten. Bis der Wecker klingelt,
schreibt ihr konzentriert weiter und schaut nicht auf die Uhr, wie lange ihr noch Zeit habt. Denn
sobald ihr daran denkt, dass die Zeit bald um ist, werdet ihr nervöser werden und weniger
konzentriert sein. Sondern vertraut der Uhr eures Weckers und nach 8 Minuten könnt ihr immer
noch zwei Minuten lang euren Lippenstift nachziehen und die Jacke raussuchen. Doch dann habt ihr
8 Minuten damit verbracht, sinnvoll an euren Projekt weiterzuarbeiten.

Glaubt mir, es lohnt sich! So nutzt ihr eure Zeit besser und seid zufriedener, weil ihr tatsächlich mit
eurer Geschichte vorankommt. Außerdem sind kleine kreative Auszeiten im Alltag immer gut, um
den Stress etwas zu vergessen.

10 Minuten sind sowieso zu wenig? Falsch!
Ich mache ein Beispiel. Ich schreibe in einer Stunde etwa 1800-2000 Wörter. Den Zahlen zuliebe
rechne ich mal mit 1800. Das macht 900 in einer halben Stunde und 300 in zehn Minuten. Eine Seite
auf Word (A4, Schriftgrösse 11) hat 500-600 Wörter auf Deutsch. Das heißt, in zehn Minuten
schreibt ihr etwa eine halbe Seite an eurem Buch. Und wenn ihr das in ein Buchformat umrechnet
oder in Normseiten schreibt, ist das schon eine ganze Seite. Und täglich eine Seite mehr macht 7
Seiten mehr pro Woche! Dafür, dass ihr 10 Minuten weniger auf Snapchat verbringt.

Auch wenn ihr die zehn Minuten nutzt, um nicht zu schreiben, sondern zu denken, kann das enorm
viel bringen. Denkt über euren Handlungsstrang nach, kreiert im Kopf nochmals das Aussehen eures
Charakters nach oder sucht Fahrgäste in der Straßenbahn, die ihnen ähneln. So macht ihr etwas
Produktives, währenddem ihr eigentlich nichts macht.

Auch diesen Text hier schreibe ich übrigens gerade in einer Zeitspanne zwischen Mittagessen und Uni.

 



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Delia @DeliaMunoz. Sie schreibt gerne Fantasy oder Mischgenres.

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