• Background Image

    Takeover: Wie erschaffe ich einen Charakter, den alle hassen?

    October 5, 2018

October 5, 2018

Takeover: Wie erschaffe ich einen Charakter, den alle hassen?

Jeder von uns kennt Sie. Jeder hasst Sie – Oder auch nicht. Wir alle haben diesen einen von Ihnen,
den wir (natürlich nur im übertragenen Sinne) am liebsten selbst umbringen würden, wegen dem
wir manchmal die ein oder andere Buchseite herausreißen möchten oder wegen dem wir sogar selbst
rasend vor Wut werden, alleine wenn nur der Name genannt wird.

Die Sprache ist von den Charakteren, die wir alle hassen – beispielsweise die uns allen bekannten
Antagonisten. Sie stehen auf der Gegenseite und machen unseren Protagonisten das Leben schwer. Sie
tauchen immer dann auf, wenn niemand damit rechnet oder (vor allem meistens dann), wenn der
Moment gerade ziemlich…unpassend ist.

Doch, wie erschafft man als Autor genau so einen Charakter, bei dem sich die Haare unserer Leser
sträuben? Wofür braucht man überhaupt so einen „Hass-Charakter“? Was könnten typische
Charaktereigenschaften sein?

Genau diesen Fragen stellen wir uns im heutigen Blogpost!

Wofür brauche ich diesen einen Charakter, denn alle hassen?

Das ist ganz einfach zu beantworten: Zum einen brauchen wir einen von ihnen für die Spannung im Plot
und zum anderen natürlich auch dafür, dass Gegensätze bzw. Kontraste hergestellt werden können.
Nehmen wir an, der Grundsatz unserer Geschichte ist Liebe. Dann brauchen wir selbstverständlich
den Gegensatz bzw. den Kontrast. Und dieser ist Hass, denn sonst wirkt euer Buch bzw. eure
Geschichte schnell öde oder langweilig.
Wie langweilig wäre ein Buch, wenn es nicht einen Charakter gäbe, der immer irgendwie für Streit
sorgt, der unserem Protagonisten eine Falle nach der anderen stellt und seine (eigentlich) guten Pläne
durchkreuzt?
Seien wir mal ganz ehrlich: Was wäre ein Harry Potter ohne seinen Gegenspieler Draco Malfoy?
Oder ein Dornröschen ohne die böse Maleficent?
Zudem ist es meiner Meinung nach auch sehr wichtig, dass die Leser eines Buches mitfiebern können.
Oder sogar mental mit dem Protagonisten gegen etwas ankämpfen können, denn ohne das wirkt ein
Buch sehr schnell öde.

Wie schaffe ich es, dass die Leser diesen Charakter hassen?

Diese Frage lässt sich nicht ganz so einfach beantworten, wie die erste Frage. Schließlich wird es
immer wieder Leser geben, die genau diesen „Hass-Charakter“ mögen. Warum? Keine Ahnung.
Vielleicht aus dem einfachen Grund, dass alle anderen ihn hassen? Oder weil diese Menschen
vielleicht sogar selbst hasserfüllt sind?
Also überlegen wir, wie wir es schaffen können, dass möglichst ALLE Leser diesen Charakter nicht
ausstehen können. Dafür müssen wir vielleicht auf den Grundstein eines jeden Charakters
zurückgehen: Die Eigenschaften.
Fakt ist, dass wir für den ultimativen „Hass-Charakter“ die Charaktereigenschaften brauchen, die
niemand ausstehen kann, zum Beispiel Lügen, Hinterhältigkeit oder Arroganz. Hierfür habe ich mal
eine kleine Liste zusammengestellt, aus der man einige dieser Eigenschaften sammeln kann. Diese
Eigenschaften sind nur ein kleiner Inspirationskick. Letztendlich müsst ihr einen Charakter für EURE
Story entwickeln. Vielleicht habt ihr ja sogar noch „schlimmere“ Ideen?

1. Er/Sie lügt und betrügt jeden, den er/sie liebt, seien es Freunde, Familie oder Bekannte.
Seien wir doch mal ehrlich: Wer wird gerne belogen oder betrogen? Der Charakter mit dieser
Eigenschaft ist ein richtiger Lügner, wie er im Buche steht. Er kann sich die tragischsten
Geschichten über die anderen Charaktere oder sich selbst ausdenken, sie gut und vor allem
glaubhaft verkaufen, um die anderen gekonnt gegeneinander auszuspielen oder um selbst
davon zu profitieren.
Neben diesen Lügengeschichten betrügt er höchstwahrscheinlich auch noch seine Freundin
mit dem wunderschönen Mädchen von nebenan.

2. Er/Sie zeigt grundsätzlich nur negative Gefühle.
Der Charakter ist selbst voller Hass, Abneigung und Gleichgültigkeit, dass kein Platz für
Mitleid oder gar Liebe bleibt. Er ist die Abgebrühtheit in Person. Er zeigt keine Schwächen
und lacht nie über Witze. Es sei denn, es sind sehr böse Witze oder seine eigenen.

3. Er/Sie macht andere für seine/ihre Verbrechen verantwortlich und übernimmt keine Verantwortung
Er hat nur ein Motto: „Die anderen sind schuld. Nicht ich.“ Ganz klassisch verschwindet er
immer, sobald es brenzlig wird oder wenn der Plan schiefläuft. Im schlimmsten Fall lässt er
sogar seine Komplizen allein zurück und flieht ganz weit weg.

4. Er/Sie durchläuft keine positive Entwicklung
Das einzige, was dieser Charakter kann, ist noch böser und fieser werden. Es sei denn, ihr
wollt den Hass gegen Ende auflösen, dann dürft ihr das natürlich gerne tun.

5. Der Protagonist empfindet keine Empathie mit der zu hassenden Person
Die Person, mit der sich der Leser in der Geschichte identifiziert, sollte definitiv eine gewisse
Abneigung gegen den anderen Charakter haben oder im Laufe der Geschichte entwickeln.
Vielleicht entwickelt sich sogar der einst beste Freund zu dem „Hass-Charakter“ schlechthin?
Denn die Gefühle des Lesers werden meistens durch die Gefühle dieser Person beeinflusst.

Als kleines Fazit können wir also sagen: Macht euren Charakter so fies wie möglich! Versucht
einen richtig grauenhaften Charakter zu erstellen, dessen bloße Anwesenheit euren Lesern
schon die Haare sträubt. Vielleicht ist dieser „Hass-Charakter“ ja auch gar nicht euer
Antagonist, sondern der Protagonist? Vielleicht ist ja euer Protagonist der schlimmste Lügner,
Heuchler und Egoist, den man sich vorstellen kann.
Lasst eurer Kreativität freien Lauf und wir freuen uns auf viele, hinterlistige „Hass-
Charaktere“!



Dieser Post im #sweekkeeperblog kommt von eurer SweekKeeperin Pauline Lederhausen @LeLine99. Sie schreibt gerne Fanfictions und Mischgenres und war Finalistin bei #MikroLicht.

Du hast die Ankündigung des SweekKeeper Takeovers verpasst? Schau hier vorbei, um einen Überblick über die Autoren und die Themen zu bekommen!

0 Comments

Leave A Comment

Schreibe einen Kommentar